Die Weltwirtschaft in den 2020er Jahren

Angenommen, es käme weder zu gravierenden politischen Veränderungen in den wichtigsten Ländern noch zu schweren ökonomischen, militärischen oder natürlichen Erschütterungen: Wie würde sich die Weltwirtschaft in den 2020er Jahren entwickeln? Viele einflussreiche Organisationen stellen solche Berechnungen an, wohl wissend, wie unsicher sie sind. Die Ergebnisse des Handelns großer Menschengruppen und Institutionen mit widersprüchlichen Interessen und in komplexen Kräftekonstellationen sind schwer vorhersagbar. Aber Handlungsentscheidungen und Empfehlungen beruhen auch auf Status-Quo-Prognosen, also auf der Abwägung dessen, was passiert, wenn nichts passiert.
Ziemlich sichere Vorhersagen betreffen die Zunahme der Weltbevölkerung. Sie wird von heute 7,7 auf etwa 8,5 Milliarden im Jahr 2030 wachsen. Die meisten Menschen werden weiterhin in Asien leben und der Prozess der Verstädterung wird anhalten. Am schnellsten wird Afrika wachsen, von 1,3 auf etwa 1,7 Milliarden Bewohner. Die afrikanische Bevölkerung wird sich extrem verjüngen, ohne dass ausreichend neue Beschäftigungsmöglichkeiten entstehen und das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf angemessen wachsen könnte. Afrika wird zum sozialen Pulverfass mit erheblicher Arbeitslosigkeit und Emigrationsbereitschaft vor allem der Jugendlichen, was entsprechende Auswirkungen auch auf Europa mit seiner zurückgehenden Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter haben wird.
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