»Den Kapitalismus kann man nicht schönreden«

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Mit Volldampf in die Klimakatastrophe? – Im Kapitalismus ziemlich sicher.

An diesem Montag findet die diesjährige »Aktivtagung« des Ostdeutschen Kuratoriums von Verbänden statt. Was hat es damit auf sich?

Der Verein Ostdeutsches Kuratorium von Verbänden hat sich 1994 gegründet. Ziel war es, unsere Stimme gegen die ständige Diskriminierung der DDR-Bürgerinnen und -Bürger sowie die Kriminalisierung des ersten deutschen Friedensstaates und seine Verunglimpfung als Unrechtsstaat zu erheben. Seit 13 Jahren führen wir am 3. Oktober eine Protestveranstaltung durch. Anlässlich des 30. Jahrestags des Anschlusses an die BRD haben wir eine Erklärung herausgegeben. An der Aktivtagung wird nur ein kleiner Personenkreis teilnehmen, weil wir während der Pandemie keine 500 Menschen in einem Saal versammeln wollten.

In besagter Erklärung fordern Sie, es müsse Schluss sein mit »einer außer Rand und Band geratenen Konsum- und Vergnügungsgesellschaft«. Wie soll das praktisch umgesetzt werden?

Unsere Kritik gilt vorrangig der Produktionsweise. Wozu Konsumartikel produzieren und bewerben, die kein Mensch braucht, etwa die zehnte Version eines Waschmittels oder anderen unnützen Kram? Ziel all dessen ist keineswegs die Versorgung der Bevölkerung, sondern der Profit von Großkonzernen, wodurch häufig auch die Umwelt geschädigt wird. Was die Vergnügungsgesellschaft angeht: Nichts gegen nachhaltigen Tourismus, aber wozu braucht es Reisen auf riesigen Luxusdampfern? Einen Politik- und Systemwechsel kann aber nur die ganze Gesellschaft einleiten. Vor allem die Partei Die Linke muss dies aktiv angehen.

Bedeutet dies, dass Sie sich nach der im kommenden Jahr anstehenden Bundestagswahl eine Koalition aus SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke wünschen?

Nein. Bislang hat Die Linke Auslandseinsätze der Bundeswehr abgelehnt. Eine Regierungsbeteiligung Weiterlesen »Den Kapitalismus kann man nicht schönreden«

Sozial-ökologischer Umbau und die Wachstumsfrage

10. Dezember 2019 | Allgemein

Sozial-ökologischer Umbau und die Wachstumsfrage

von Ralf Krämer

Das immense Wirtschaftswachstum der letzten 100 Jahre war mit ebenso immensem Wachstum des Ressourcenverbrauch, der Umweltbelastungen und der Freisetzung von Treibhausgasen verbunden. Es liegt daher nahe, ein Ende des Wirtschaftswachstums oder sogar eine wirtschaftliche Schrumpfung als unverzichtbare Bedingung für eine Lösung der ökologischen und Klimakrise zu betrachten, auf Englisch „Degrowth“ also. Das Augenmerk richtet sich dabei auf das übliche Maß des Wirtschaftswachstums, das Wachstum des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP). Zumal dieses von „wirtschaftsfreundlichen“ Kräften wie ein Selbstzweck und als der Indikator für Wohlstand und Fortschritt behandelt wird, was es nicht ist.

Doch die Angelegenheit ist Weiterlesen Sozial-ökologischer Umbau und die Wachstumsfrage

Kapitalismus ohne Wachstum

http://www.neues-deutschland.de/artikel/995732.kapitalismus-ohne-wachstum.html?sstr=Kapitalismus|ohne|Wachstum

Migrationsbewegungen sind auch ein Zeichen wachsender Ungleichheit.
Foto: dpa/Zoltan Balogh

Ihr neues Buch ist ein Plädoyer gegen den Mythos Wirtschaftswachstum. Heißt das angesichts der derzeitigen lauen Konjunktur nicht, »Eulen nach Athen« zu tragen?
Campact – TiSa

Grundsätzlich ist zwischen normativer Wachstumskritik und der Erklärung des langfristigen Wachstumsrückgangs zu unterscheiden. Erstere wird besonders im Rahmen der Post-Wachstum-Diskussion vorgetragen. Weiterlesen Kapitalismus ohne Wachstum