Bahnstreik – Die Bundesregierung legt die Republik lahm

geschrieben am 05. Mai 2015 von Jens Berger 

Ab heute weitet sich die nunmehr achte Runde im Arbeitskampf der Eisenbahner auch auf den Personenverkehr aus und man darf getrost davon ausgehen, dass auch in dieser Streikrunde für die allermeisten Medien der „Schuldige“ bereits feststeht: GDL-Chef Claus Weselsky. Doch so einfach ist es nicht. Schaut man ein wenig hinter die Kulissen, entdeckt man schnell, dass es vielmehr die Deutsche Bahn AG ist, die durch ihre Blockadehaltung ein Ende des Arbeitskampfs verhindert. Dabei wird sie ganz maßgeblich vom Bund unterstützt, der die DB AG zu 100% besitzt. Für die Arbeitgeberseite ist dies eine großartige Gelegenheit: Die Bundesregierung will ihr Gesetz zur Tarifeinheit noch in diesem Sommer durchboxen und die Deutsche Bahn spielt auf Zeit, um mithilfe dieses Gesetzes die kämpferische GDL de facto handlungsunfähig zu machen. Dies ist nicht nur ein dreister Eingriff in die Tarifautonomie, sondern auch ein Angriff auf das Grundgesetz.

Die Deutsche Bahn AG spricht von fairen Angeboten, die sie der GDL angeblich gemacht hat und heuchelt Verständnislosigkeit über den aktuellen Streik der Lokführergewerkschaft GDL. In die gleiche Kerbe hauen nahezu sämtliche Bundespolitiker der großen Koalition und die meisten Medien vertreten ohnehin bei sämtlichen Arbeitskämpfen ohne wenn und aber die Seite der Arbeitgeber. Die Bürger und vor allem die Kunden der Deutschen Bahn sind derweil wütend – schließlich sind sie sechs Tage massiv in ihrer Mobilität eingeschränkt. Diese Wut ist verständlich und richtig … nur richtet sie sich in der Regel gegen die Falschen. Nicht die GDL, sondern die Deutsche Bahn AG hat diesen Streik provoziert.

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GDL als »Standort-Risiko«, Streik als »Privatkrieg«

dpa/Frank Rumpenhorst

Update 7.30 Uhr: Die Berliner S-Bahn hat am frühen Montagmorgen einen Ersatzfahrplan vorgelegt. Er soll wegen des angekündigten Streiks der Lokführergewerkschaft GDL von Dienstagmorgen bis zum Streikende am Sonntagmorgen gelten, teilte die S-Bahn Berlin GmbH mit. Wie schon bei den vorangegangenen Streiks wird die Ringbahn stillgelegt, weil es hier gute Ausweichmöglichkeiten auf U-Bahnen, Busse und Straßenbahnen gibt. Außerdem fahren die S25, die S47, S75, S8 und S85 nicht. Die S7 bedient nur den Abschnitt zwischen Marzahn und Alexanderplatz, die S5 fährt nur zwischen Strausberg und Alexanderplatz. Auf allen befahrenen Linien gilt ein 20-Minuten-Takt. Weiterlesen GDL als »Standort-Risiko«, Streik als »Privatkrieg«

Lokführer bestreiken Bahnkonzern bis Sonntag

GDL-Chef Weselsky

dpa/Uwe Zucchi

Berlin. Die Lokführer-Gewerkschaft GDL hat für die kommende Woche einen gut sechstägigen Streik angekündigt. Wie die GDL am Sonntagabend mitteilte, beginnt der Arbeitskampf am Montag um 15.00 Uhr im Güterverkehr und am Dienstag um zwei Uhr im Personenverkehr. Die Streiks enden demnach am Sonntag um 09 Uhr. Damit ist es der längste Arbeitskampf in der Geschichte der Bahn AG. Die Gewerkschaft hat in dem Tarifkonflikt bereits sieben Mal den Güter- oder Personenverkehr bestreikt. Weiterlesen Lokführer bestreiken Bahnkonzern bis Sonntag

GDL plant längsten Streik – Dobrindt kritisiert Gewerkschaft

Die Lokführergewerkschaft GDL will ab Montag eine Woche lang die Bahn in Deutschland bestreiken, der Personenverkehr ist ab Dienstagmorgen 2 Uhr betroffen. Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) übt Kritik. 

Bahnreisende müssen sich von Dienstag an auf den bisher längsten Streik der Lokführer im Tarifkonflikt bei der Bahn einstellen. Der Ausstand soll im Personenverkehr sechs Tage dauern, teilte die Gewerkschaft GDL am Sonntag in Frankfurt am Main mit. Er soll am 5. Mai um 2 Uhr morgens starten und erst am 10. Mai um 9 Uhr enden. Im Güterverkehr soll bereits ab Montag um 15 Uhr gestreikt werden.  Weiterlesen GDL plant längsten Streik – Dobrindt kritisiert Gewerkschaft

Herr Weselsky, jetzt reicht es aber mal!

Die GdL streikt schon wieder. Die Medien berichten darüber. Und die Fahrgäste leiden Höllenqualen. Die Stimmungslage hat sich erneut geändert, denn das Verständnis für die Streikenden bröckelt weiter. Die Medien berichten darüber. Claus Weselsky geht es nur darum, seine Mediengeilheit zu befriedigen, außerdem ist er skrupellos bereit, die Wirtschaft an sich, also in so richtig großem Ausmaß, zu schwächen. Die Medien berichten darüber. Jetzt schon wieder zu streiken, dass ist ein Zeichen für Realitätsverlust, für Unverhältnismäßigkeit und Kompromissunfähigkeit. Die Medien berichten darüber.

Die „Bild“ und der „Spiegel“ haben es besonders auf Claus Weselsky abgesehen. Beide Blätter (eines davon war früher sogar mal ein Nachrichtenmagazin, aber das ist lange her) werden nicht müde, leidende Fahrgäste zu zitieren, der GdL Machtgier zu unterstellen und die wirtschaftlichen Schäden des Streiks in den Vordergrund zu rücken. Andere Medien sind längst mit auf den Wut-Zug aufgesprungen. Weiterlesen Herr Weselsky, jetzt reicht es aber mal!

GDL streikt 43 Stunden im Personenverkehr

dpa/Sven Hoppe

Update 6.40 Uhr: Wegen des Lokführerstreiks müssen sich Bahnreisende auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen am Mittwoch und Donnerstag auf erhebliche Behinderungen einstellen. Zwischen Dresden und Berlin sowie Dresden und Leipzig sowie auf der Strecke weiter nach Magdeburg werden keine Fernverkehrszüge fahren. Weiterlesen GDL streikt 43 Stunden im Personenverkehr

Lokführer legen den deutschen Personenverkehr lahm

Stillstand bei der Bahn: Erneut fallen viele Züge aus, weil die GDL ihre Lokführer zum Streik aufgerufen hat. Die Kosten für die Wirtschaft betragen laut einem Bericht mehr als 100 Millionen Euro.

Die Lokführergewerkschaft GDL hat ihren Streik am Mittwoch auf den Personenverkehr der Deutschen Bahn ausgedehnt. Seit 2.00 Uhr gilt der Streikaufruf auch für die Lokführer von Fern- und Regionalzügen. Weiterlesen Lokführer legen den deutschen Personenverkehr lahm