Snowden wirbt für seine Lebensretter

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Fast vier Jahre sind vergangen, seit Edward Snowden die illegalen Aktivitäten der US-Geheimdienste entlarvte. Auf dem Chaos Communication Congress erschien er jetzt per Videobotschaft. Er hatte ein besonderes Anliegen.

Edward Snowden

Der US-amerikanische Whistleblower hatte seine Enthüllungen 2014 zwar minutiös vorbereitet, nicht aber seine Flucht.

Bild: dpa

LeipzigDer Applaus wollte nicht enden, als der Held der Szene auf der Leinwand auftauchte. Mehr als 3000 Hacker auf dem Chaos Communication Congress in Leipzig begrüßten Edward Snowden mit rückhaltloser Sympathie. Der US-Amerikaner, zugeschaltet aus seinem Exil in Moskau, lächelte. Dann legte er die Hände aneinander und erhob sie zur Geste des Dankes. Eine Welle der Zuneigung flutete den Saal, der gefüllt war bis auf den allerletzten Platz.

Es war ein Publikum, bei dem Snowden sich geborgen fühlen konnte. Er nutzte seine erste Redeminute für ein Lob an seine Zuhörer. „Hacker wissen eines seit langer Zeit: Regierungen missbrauchen ihre Macht“, sagte Snowden. „Wir wissen, dass die Institutionen, auf die wir uns verlassen sollen, nicht immer so funktionieren wie man uns versprochen hat.“ Hunderte im Saal nickten. Wie Snowden selbst war die Mehrzahl der Anwesenden in schwarz gekleidet.

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Snowden fühlt sich in Russland unwohl

http://m.spiegel.de/politik/ausland/a-1051621.html#spRedirectedFrom=www&referrrer=
06.09.2015
Kritik an Exil-Regierung
                

Edward Snowden (Archiv): „Politischer Fehler“
Der US-Whistleblower Edward Snowden übt scharfe Kritik an der beschränkten Meinungsfreiheit in Russland. Die Regierung in Moskau versuche „immer mehr die Gedanken der Menschen zu kontrollieren“. Gerne würde er sein Exil verlassen.
Der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden hat einen neuen Preis für Meinungsfreiheit erhalten – und die Gelegenheit genutzt, sein Asylland Russland zu kritisieren. Vor allem die zunehmende Kontrolle des Internets sei „frustrierend und enttäuschend“, sagte Snowden per Videoschaltung bei einer Preisverleihung in Norwegen. Der 32-Jährige wurde in Mölde mit dem Björnson-Preis für Meinungsfreiheit ausgezeichnet.
Die russische Regierung versuche, „immer mehr das Internet zu kontrollieren, immer mehr die Gedanken der Menschen zu kontrollieren“, sagte Snowden vor den Mitgliedern der norwegischen Akademie für Literatur und Meinungsfreiheit.
Auch ins Privatleben wolle der Staat eingreifen und unter anderem „entscheiden, welches die richtige Art ist, wie Menschen sich gegenseitig ihre Liebe erklären“. Die Kontrolle des Internets sei aber „ein politischer Fehler“ und „grundsätzlich falsch“.
Fragt jemand, wo er wohnt, antwortet er „im Internet“
Snowden erinnerte zugleich daran, dass es nicht seine Entscheidung gewesen sei, nach Russland zu gehen. Er sei nur in Moskau auf der Durchreise gewesen. „Leider wurde mein Pass eingefroren, er wurde von den USA annulliert.“ Er habe in 21 Ländern Asyl beantragt, sagte Snowden. „Sie sind alle still geblieben.“ Russland sei einer der letzten Staaten gewesen, bei dem er damals angefragt habe.
Snowden hatte als externer IT-Mitarbeiter des US-Geheimdienstes NSA Dokumente über die weltweiten Überwachungsprogramme an sich gebracht und über Journalisten veröffentlichen lassen. Dies brachte das riesige Ausmaß der weltweiten US-Spähaktivitäten ans Licht. Derzeit hält sich Snowden in Russland auf, das ihm Asyl gewährte. In seiner Heimat droht ihm ein Prozess wegen Spionage und Geheimnisverrats.

Er bekräftigte, dass er lieber wieder in den USA leben würde. Er sei trotz seines Lebens im Exil aber froh, überhaupt frei zu sein. „Ich hatte erwartet, im Gefängnis zu sitzen“, sagte er. In Russland könne er zumindest normal leben und auch frei seine Meinung äußern. Das liege wohl hauptsächlich daran, dass er vor allem online kommuniziere. „Wenn mich Leute fragen, wo ich wohne, ist die ehrlichste Antwort: im Internet“, sagte Snowden.
yes/AFP

Neulich in Moskau

03.05.2015 •Die Regisseurin Angela Richter hat für ihr neues Stück Edward Snowden in Moskau getroffen. Hier erzählt sie, was sie von ihm gelernt hat und wie sich Snowden von anderen Whistleblowern unterscheidet.

Als Theaterregisseurin beschäftigen Sie sich seit einiger Zeit verstärkt mit den Themen Massenüberwachung und Whistleblower. Wie kam es zu Ihrem Interesse dafür?

Angefangen hat es mit den Wikileaks-Enthüllungen. Ich fand das irre und wollte ein Stück darüber machen, und weil meine Stücke meistens auf Interviews basieren, wollte ich unbedingt mit Julian Assange sprechen.

Sie haben dann auf Ebay ein Essen mit ihm ersteigert. Die Geschichte ist eigentlich bekannt, Sie haben im „Spiegel“ darüber geschrieben, ganz kurz noch mal.

Paypal, Mastercard und Visa hatten zu der Zeit die Wikileaks-Konten blockiert, und Assange brauchte Geld, um die Organisation am Laufen zu halten, weshalb er sozusagen sich selbst versteigert hat. Es gab acht Plätze, und ich habe einen davon ergattert. Ich glaube, es hat 1600 Euro gekostet. Es war alles völlig absurd. Slavoj Žižek war auch da, und Laura Poitras, die damals einen Film über Wikileaks machen wollte – da kam ihr dann Edward Snowden dazwischen . . . Weiterlesen Neulich in Moskau

New Yorks Polizei stößt Edward Snowden vom Sockel

Kunstaktion in Brooklyn

 

Unbekannte Künstler haben in New York ein Denkmal für Edward Snowden errichtet. Doch das war nur von kurzer Dauer: Nach wenigen Stunden entfernte die Polizei die Büste des Whistleblowers. Weiterlesen New Yorks Polizei stößt Edward Snowden vom Sockel