Das erzählen Weggefährten über die „Sea-Watch“-Kapitänin

tagesspiegel.de

Sebastian Leber Lars Spannagel Andrea Dernbach Kai Müller Torsten Hampel

So angespannt wie am vergangenen Freitag habe er Carola Rackete noch nie erlebt, sagt Ruben Neugebauer. Als der Sprecher der Hilfsorganisation Sea-Watch mit der Kapitänin telefoniert, steht sie kurz vor einer Entscheidung, die ihr Leben dramatisch verändern könnte. Soll die 31-Jährige ihr Schiff, die „Sea-Watch 3“ mit 40 geflüchteten Menschen und 21 Crewmitgliedern an Bord, in den Hafen von Lampedusa steuern? Und damit riskieren, in Italien angeklagt und zu einer langen Haftstrafe verurteilt zu werden? 16 Tage lang hatte Rackete auf die Erlaubnis gewartet, einen EU-Hafen anlaufen zu dürfen, zwei Mal hatten gesundheitlich angeschlagene Flüchtlinge von Bord gehen dürfen.

Carola Rackete traf ihre Entscheidung. Sie stand unter Hausarrest. Nun ist sie frei, aber Weiterlesen Das erzählen Weggefährten über die „Sea-Watch“-Kapitänin

Werbeanzeigen

Carola Rackete : Spendenaktionen sammeln Millionenbetrag für Sea-Watch-Kapitänin

Ein Spendenaufruf der TV-Moderatoren Jan Böhmermann und Klaas Heufer-Umlauf brachte allein 687.000 Euro. Das Geld soll der in Italien festgenommenen Kapitänin helfen.

Carola Rackete: Die deutsche Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete
Die deutsche Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete © Till M. Egen/dpa

Bei Spendenaktionen zugunsten der Flüchtlingsrettungsorganisation Sea-Watch und der in Italien festgenommenen Kapitänin Carola Rackete sind mehr als eine Million Euro zusammengekommen. Ein Großteil davon kam durch einen Spendenaufruf der TV-Moderatoren Jan Böhmermann und Klaas Heufer-Umlauf auf der Internetseite leetchi.com. Dieser brachte bis Sonntagabend mehr als 687.000 Euro. Eine in Italien gestartete Sammelaktion erbrachte bislang Spenden in Höhe von mehr als 410.000 Euro.

Anzeige

Die deutsche Kapitänin war in der Nacht zum Samstag festgenommen worden, nachdem sie ihr Schiff Sea-Watch 3 mit 40 Migranten an Bord trotz des Verbots der italienischen Behörden in den Hafen der Mittelmeerinsel Lampedusa gesteuert hatte. Der 31-Jährigen drohen in Italien jetzt bis zu zehn Jahre Gefängnis. 

Racketes Festnahme hat in Deutschland Empörung hervorgerufen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kritisierte das Vorgehen der italienischen Behörden. Grünenchefin Annalena Baerbock forderte Außenminister Heiko Maas (SPD) auf, zugunsten der Kapitänin aktiv zu werden. Das gelte besonders „mit Blick auf die unverständliche Handhabung, dass Carola Rackete unter Hausarrest gestellt wurde und nur Kontakt zu ihren Anwälten haben darf“, sagte Baerbock der Welt.

Die französische Regierung warf Rom derweil eine „Strategie der Hysterisierung“ vor. Regierungssprecherin Sibeth Ndiaye sagte im Sender LCI, der italienischer Weiterlesen Carola Rackete : Spendenaktionen sammeln Millionenbetrag für Sea-Watch-Kapitänin