Mario Keßler: Die DDR und die PLO

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Mario Keßler

Während über das Verhältnis der DDR zu Israel inzwischen eine Reihe von Untersuchungen unterschiedlicher Qualität vorliegt, sind die Beziehungen des ostdeutschen Staates zur PLO in vergleichbarer Weise bisher nicht untersucht worden. Lutz Maekes überaus gründliche Darstellung schließt somit eine Lücke.

Die Arbeit ging aus einer Leipziger Dissertation von 2015 hervor. Neben umfangreichen Archivmaterialien nutzte der Autor auch die Gelegenheit des Interviews mit Zeitzeugen, so mit Hans-Dietrich Genscher, mit Abdallah Frangi, dem früheren PLO-Vertreter in der Bundesrepublik, und dem Stellvertretenden DDR-Außenminister Heinz-Dieter Winter.

Das Buch nimmt die PLO als politischen Akteur zwischen Ost und West im Kalten Krieg, und nicht nur als Verbündeten (oder Komplizen) der östlichen Seite wahr. Wie die Sowjetunion reagierte auch die DDR auf die Gründung der PLO nur zögerlich, da sie die neue Organisation politisch als bestenfalls unsicheren Kantonisten, aber noch keinesfalls als potenziellen Bündnispartner sah. „Außerdem waren Moskau die palästinensischen Kontakte zum innerkommunistischen chinesischen Rivalen suspekt“, schreibt Maeke. Noch 1968 sah die DDR das Ziel der PLO-Charta, die Zerstörung Israels, als unvereinbar mit ihrer eigenen Politik an.

Doch wuchs das Interesse, Weiterlesen Mario Keßler: Die DDR und die PLO