Ein heilloses Durcheinander

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14. Juni 2016 Thomas Piketty: Die Arbeitsmarktreform in Frankreich

Für heute ist in Frankreich weiterer massiver Protest gegen das von der Regierung Holland eingebrachte Gesetzesprojekt zum Arbeitsmarkt angekündigt. Die Gewerkschaftsverbünde CGT, FO, FSU, Solidaires, UNEF, UNL und FIDL haben zur Demonstration in Paris aufgerufen.
Währenddessen setzt der Senat (das »Oberhaus« des französischen Parlaments neben dem Unterhaus, der Nationalversammlung) seine Beratung über das Gesetz fort. Wir dokumentieren hier eine Kritik des französischen Wirtschaftswissenschaftlers Thomas Piketty am Arbeitsmarktgesetz der Regierung.

Während die sozialen Spannungen Frankreich zu blockieren drohen und die Regierung weiterhin den Dialog und Kompromiss verweigert, erweist sich das Gesetz zur Reform des Arbeitsmarkts immer deutlicher als das, was es ist: ein heilloses Durcheinander, ein weiteres in einer fünfjährigen verpatzten Regierungszeit, und vielleicht das schlimmste.
Die Regierung will uns glauben machen, dass sie den Preis dafür zahlt, Reformen voranzubringen, und dass sie allein gegen alle Formen von Konservatismus kämpft. Die Wahrheit sieht auch bei diesem Thema anders aus: Die Regierungsmacht vervielfältigt die Improvisationen, Lügen und den handwerklichen Pfusch.
Das zeigte sich bereits beim Thema Wettbewerbsfähigkeit. Die Regierung stieg damit ein, dass sie – zu Unrecht Weiterlesen Ein heilloses Durcheinander

Der Kampf der Professoren

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Der Kampf der Professoren

Foto: Vincent Capman/Rica Press/laif

Schreibt Kolumnen mit hohem Erkenntnisgewinn: Thomas Piketty

In der Schlacht von Gettysburg wurde einem Mann die Verteidigung einer Flanke der Konföderiertenarmee anvertraut, dessen größte Verantwortung es bis dato gewesen war, an einer Ostküsten-Universität Rhetorik zu unterrichten. In der gleichnamigen Verfilmung der Schlacht aus dem Jahr 1993 kommentiert sein Kommandant diesen Umstand mit den Worten: „Nun werden wir also sehen, wie Professoren kämpfen.“ In ihren aktuellen Büchern stellen sich sowohl Yanis Varoufakis als auch Thomas Piketty demselben Dilemma: Wie bereitet einen ein Leben als Akademiker auf einen Kampf um wirtschaftspolitische Fragen vor, in dem Vernunft und die Frage, wie gut man seine Argumente begründen kann, keine Rolle spielen? Wie kämpfen linke Professoren heute?
Prognosesicher
Chronicles ist eine Sammlung von Kolumnen, die Piketty für die Tageszeitung Libération geschrieben hat (ein Teil davon erschien letztes Jahr auf Deutsch bei C.H. Beck unter dem Titel Die Schlacht um den Euro). Sie umfasst den Zeitraum kurz vor dem Zusammenbruch von Lehman Brothers bis nach den Terroranschlägen von Paris im November 2015. Nach seinem Meisterwerk Das Kapital im 21. Jahrhundert könnte man versucht sein anzunehmen, es handle sich um einen marginalen Beitrag. Dabei ist Piketty eine Offenbarung, wenn er über das tagesaktuelle Wirtschaftsgeschehen schreibt: klar und überzeugend – die Tatsache, dass die allerjüngste Geschichte die meisten seiner Prognosen bestätigt hat, verstärkt diesen Eindruck zusätzlich.
So erkennt Piketty, dass Obamas Politik der finanziellen Anreize nicht ausreicht. Zu einem Zeitpunkt, an dem die meisten anderen Beobachter Schwierigkeiten haben, zu verstehen, wie eine expansive Geldpolitik (quantitative easing) funktionieren soll, sieht er den theoretischen Fehler, der dieser Maßnahme zugrunde liegt. Solange die Zentralbanken nicht damit anfangen, „zu allen Laufzeiten und an jede Art von Wirtschaftsakteur zu verleihen, werden diese unkonventionellen wirtschaftspolitischen Maßnahmen früher oder später an ihre Grenzen stoßen“, warnte Piketty im Jahr 2009. Heute sind diese Grenzen erreicht.
Wenn man Piketty durch die Höhen und Tiefen der Weiterlesen Der Kampf der Professoren

THOMAS PIKETTY“Deutschland hat nie bezahlt“

Der Starökonom Thomas Piketty fordert eine große Schuldenkonferenz. Gerade Deutschland dürfe den Griechen Hilfe nicht verweigern EIN INTERVIEW VON GEORG BLUME

Quelle: http://www.zeit.de/2015/26/thomas-piketty-schulden-griechenland/komplettansicht

© dpa

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Thomas Piketty

Seit seinem Bucherfolg „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ zählt der Franzose Thomas Piketty zu den einflussreichsten Ökonomen der Welt. Seine Thesen zur Verteilung von Einkommen und Vermögen lösten im vergangenen Jahr eine weltweite Diskussion aus. Im ZEIT-Gespräch mischt er sich nun auch entschieden in die europäische Schuldendebatte ein.

DIE ZEIT: Dürfen wir Deutschen uns freuen, dass selbst die französische Regierung zurzeit den Dogmen der Berliner Sparpolitik huldigt?
Thomas Piketty: Keinesfalls. Das ist weder für Frankreich noch für Deutschland und schon gar nicht für Europa ein Grund zur Freude. Vielmehr habe ich große Angst, dass die Konservativen, insbesondere in Deutschland, kurz davor sind, Europa und die europäische Idee zu zerstören – und zwar aufgrund ihres erschreckenden Mangels an geschichtlichem Erinnerungsvermögen.

ZEIT: Wir Deutschen haben die Geschichte doch aufgearbeitet. Weiterlesen THOMAS PIKETTY“Deutschland hat nie bezahlt“