Was über die Wikileaks-Enthüllungen zur CIA bislang bekannt ist

http://mobil.derstandard.at/2000053796120/Was-ueber-die-Wikileaks-Enthuellungen-zur-CIA-bislang-bekannt-ist
Fabian Schmid, Andreas Proschofsky 

Sicherheitsexperten stellen sich vor allem die Frage, woher der Leak stammt
Was hat Wikileaks eigentlich enthüllt?
Die Dokumente umreißen, wie der US-Geheimdienst CIA elektronische Spionage einsetzt. Es handelt sich um vage Beschreibungen von Angriffsmethoden im Cyberbereich, beispielsweise für Smartphones. Die sogenannten Exploits, also die Cyberwaffen an sich, wurden nicht publiziert. Teils sind Informationen in einer Konzeptphase vorhanden – etwa zu der Frage, wie smarte Autos manipuliert werden könnten. Außerdem gibt es einige Informationen zur Arbeitsweise der Behörde, etwa zu ihrer Kooperation mit dem britischen Geheimdienst MI5. Die Dokumente enthüllen zudem, dass Hacker im US-Konsulat in Frankfurt aktiv sind.
Welche Software nimmt die CIA ins Ziel?
Die Dokumente zeigen recht deutlich, dass der Geheimdienst vor allem an mobilen Betriebssystemen interessiert ist. Die Informationen zu Apples iOS sind dabei besonders spannend, da gut zu sehen ist, dass die CIA über die Jahre fast immer Möglichkeiten hatte, aktuelle iPhones und iPads zu knacken. In Hinblick auf Googles Android ist der Leak zwar weniger spannend, aber auch hier ist Ähnliches anzunehmen.
Ist durch den Leak jetzt mein Smartphone akut gefährdet?
Nein. Wikileaks hat vor der Veröffentlichung sämtliche detaillierten Informationen zu Sicherheitslücken und Angriffstools entfernt. Stattdessen wurden die jeweiligen Hersteller im Geheimen informiert, um ihnen Zeit zu geben, die Fehler zu beheben und entsprechende Updates zu liefern.
Sind damit jetzt verschlüsselte Messenger wie Signal und Whatsapp geknackt?
Auch hier lautet die Antwort eindeutig: nein. Wikileaks deutet dies zwar in einem Tweet an, dieser ist allerdings reichlich irreführend. In den Dokumenten wird jedenfalls kein einziger Angriff auf verschlüsselte Messenger beschrieben. Stattdessen konzentrieren sich die Geheimdienste darauf, die darunterliegenden Betriebssysteme zu knacken. Denn wer dort Zugriff hat, kann natürlich auch alles lesen, was auf dem Gerät passiert. Insofern beweist die Datensammlung eigentlich genau das Gegenteil: nämlich dass Verschlüsselung funktioniert – verhindert sie doch eine Massenüberwachung, wie sie durch das Knacken von Whatsapp oder Signal selbst möglich wäre. All die von der CIA beschriebenen Angriffe funktionieren hingen nur gezielt gegen einzelne Personen oder Geräte, da sie sonst unweigerlich auffliegen würden.
Warum hat die CIA eine derartige Hackerabteilung?
US-Behörden verlassen sich im Cyberbereich nicht nur auf die NSA. Das hat mit Konkurrenzdenken, aber auch mit ihren Aufgabengebieten zu tun. Die NSA ist ein militärischer Geheimdienst und dem Verteidigungsministerium unterstellt, während die CIA eine unabhängige Behörde ist. Zwar ist die CIA vor allem für ihre menschlichen Quellen bekannt, im Bereich der Auslandsspionage ist gezielte elektronische Überwachung dennoch enorm wichtig. In diese Aufgabe wurde offenbar enorm investiert.
Sind diese Informationen echt?
Es deutet alles darauf hin. Die CIA hat die Dokumente offiziell nicht kommentiert. Insider sprachen gegenüber US-Medien wie dem „Wall Street Journal“ jedoch von echten Informationen. Auch der NSA-Whistleblower Edward Snowden hält die Veröffentlichung für authentisch.
Woher stammen die Informationen?
Wikileaks gibt an, dass die Dokumente unter aktiven und ehemaligen CIA-Mitarbeitern kursiert sind. Ein besorgter Whistleblower soll sie dann an die Enthüllungsplattform weitergeleitet haben. Verifizieren lässt sich das nicht, Experten wie Nicholas Weaver zweifeln auch an dieser Darstellung. So steht im Raum, dass die CIA selbst gehackt wurde. Wikileaks wurde in den vergangenen Monaten eine enge Kooperation mit russischen Geheimdiensten vorgeworfen.
Warum schlägt die Enthüllung derartige Wellen?
Geht man von der Authentizität der Informationen aus, wäre die Enthüllung der dritte große Leak von Geheimdienstinfos binnen vier Jahren. Nach den Snowden-Dokumenten über die NSA 2013 hatten US-Behörden mit aller Kraft versucht, weitere Leaks zu unterbinden. Vergangenen Sommer tauchten jedoch hochgeheime NSA-Angriffswaffen im Netz auf. Dazu kommt, dass Wikileaks immer wieder hochgeheime NSA-Dokumente abseits des Snowden-Archivs erhalten hat. Die aktuellen CIA-Informationen könnten noch schädlicher sein, da sie bis ins Jahr 2016 reichen und alles den Anschein vermittelt, dass Wikileaks im Besitz der Cyberwaffen selbst ist.
Zeigen die Dokumente Fehlverhalten der CIA?
Geheimdienste spionieren. Das kann man moralisch verwerflich finden, ist aber ihr Aufgabengebiet. Snowden enthüllte 2013, dass die NSA mit ihren Überwachungsprogrammen gegen geltendes Recht verstieß – etwa weil US-Bürger ausspioniert wurden. Derartiges fehlt im CIA-Leak. Allerdings wird klar, dass US-Behörden Sicherheitslücken in US-Produkten offen ließen, um spionieren zu können. Damit wird die Sicherheit aller Nutzer gefährdet. Für diplomatische Querelen dürfte außerdem sorgen, dass die CIA Hacker in das US-Konsulat in Frankfurt entsandte. (Andreas Proschofsky, Fabian Schmid, 8.7.2017)

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WikiLeaks veröffentlicht Selektoren und Abhörprotokolle: Kanzleramt und Regierung schon seit Jahrzehnten abgehört

https://netzpolitik.org/2015/wikileaks-veroeffentlicht-selektoren-und-mitschnitte-kanzleramt-und-regierung-schon-mindestens-seit-kohl-abgehoert/
WikiLeaks_Chancellors_Men_CartoonWikiLeaks hat neue Details zur Überwachung der Bundesregierung durch die NSA veröffentlicht: All The Chancellor’s Men
 Today, Wednesday 8 July at 1800 CEST, WikiLeaks publishes three NSA intercepts of German Chancellor Angela Merkel, together with a list of 56 National Security Agency (NSA) target selectors for the Chancellor and the Chancellery. It lists not only confidential numbers for the Chancellor, but also for her top officials, her aides, her chief of staff, her political office and even her fax machine. The combined German NSA target lists released by WikiLeaks so far shows the NSA explicitly targeted for long-term surveillance 125 phone numbers for top German officials and did so for political and economic reasons, according to its own designations. 
The intercepts published today show that the most senior levels of the US Executive were appraised of Chancellor Merkel’s plans on how to respond to the international financial crisis and the Eurozone bank bailout. Her private views about Obama’s engagement with Iran were also intercepted as she spoke to the United Arab Emirates Crown Prince Shaykh Muhammad bin Zayid al-Nuhayyan.
The target list includes almost two dozen targeted telephone numbers at the federal agency (German: Bundeskanzleramt) that serves the executive office of the Chancellor, surrounding the Chancellor in a web of surveillance. The intensive nature of US targeting around the Chancellor explains why the White House could easily commit to not targeting Angela Merkel personally in the future, but continues to refuse to make such a commitment for other members of the German government – the Chancellor cannot run the government by talking to herself. 
Dazu gibt’s 56 Selektoren und drei neue Abhörprotokolle. Weiterlesen WikiLeaks veröffentlicht Selektoren und Abhörprotokolle: Kanzleramt und Regierung schon seit Jahrzehnten abgehört

Spione im Ministerhörer

http://www.neues-deutschland.de/m/artikel/976662.spione-im-ministerhoerer.html
⋌Fotos: fotolia/denisismagilov, fotolia/stockphoto-graf [M…

Berlin. Die Lauschangriffe des US-Geheimdienstes National Security Agency (NSA) sind offenbar umfangreicher als bislang bekannt. Laut Enthüllungsplattform Wikileaks hat der Dienst nicht nur die Kanzlerin, sondern auch deutsche Minister, Staatssekretäre und Spitzenbeamte belauscht und tut das wahrscheinlich noch heute. Die NSA habe sich demnach vor allem für die deutsche Währungs- und Handelspolitik interessiert, berichteten »Süddeutsche Zeitung«, NDR und WDR, die vorab die Unterlagen auswerten durften. In den Dokumenten findet sich auch das Protokoll eines Telefonats der Kanzlerin zur Griechenland-Krise aus dem Oktober 2011. Weiterlesen Spione im Ministerhörer

GEHEIMDIENSTKOORDINATOR FRITSCHE: BND strebte Zugang zu Kabel in den USA an

http://www.golem.de/news/geheimdienstkoordinator-fritsche-bnd-strebte-zugang-zu-kabel-in-den-usa-an-1506-114755.html
Innerhalb des Bundesnachrichtendienstes (BND) gab es offenbar Überlegungen, zusammen mit einem US-Partnerdienst in den USA Internetkommunikation abzuhören. Das sagte der Geheimdienstkoordinator der Bundesregierung, Klaus-Dieter Fritsche, vor dem NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestags am Donnerstag in Berlin. Hintergrund der Pläne war eine Anfrage des damaligen US-Geheimdienstchefs John McConnell vom Dezember 2007, wonach die Kooperation zur Internetüberwachung zwischen BND und NSA ausgeweitet werden sollte. Diese Ausdehnung scheiterte im Frühjahr 2008, doch offenbar aus anderen Gründen als bislang dargestellt.
Nach Angaben Fritsches spielten bei der Absage an die USA auch industriepolitische Gründe eine Rolle. Anders als in früheren Jahren, als es noch darum ging, von der NSA moderne Abhörtechnik zu erlangen, wollte das Bundeskanzleramt auf dieser Ebene die Abhängigkeit von der USA nicht noch vergrößern, sondern auf gleicher Höhe mit ihrem Partner verhandeln. Weiterlesen GEHEIMDIENSTKOORDINATOR FRITSCHE: BND strebte Zugang zu Kabel in den USA an

Informationeller Totalitarismus

http://das-blaettchen.de/2015/06/informationeller-totalitarismus-33082.html
Informationeller Totalitarismus
von Alfons Markuske
Was Harald Welzer, unter anderem Direktor von FUTURZWEI – Stiftung Zukunftsfähigkeit, umtreibt und womit er sich mit seinem Co-Autor Michael Pauen, Professor am Institut für Philosophie der Humboldt-Universität, im Buch „Autonomie“ einmal mehr befasst, hat er unlängst in einem Spiegel-Interview so formuliert: „Ich sehe uns auf dem Weg in einen neuen Totalitarismus. Wir denken immer, dass man dafür einen sichtbaren Wechsel des Herrschaftssystems braucht, in Uniform und mit Militärstiefeln. Weiterlesen Informationeller Totalitarismus

Bürger und Parlament belogen

http://www.sozialismus.de/

8. Juni 2015 Otto König/Richard Detje: BND – ein gefährlicher Staat im Staate

Im Sommer 2013 prägten Edward Snowdens NSA-Enthüllungen die politische Agenda vor den Bundestagswahlen.[1] Im Interesse, die kritische Öffentlichkeit stillzustellen, ließ Angela Merkel ihren damaligen Kanzleramtschef Ronald Pofalla vor den Medien erklären: »Der Vorwurf der vermeintlichen Totalausspähung in Deutschland ist nach den Angaben der National Security Agency (NSA), des britischen Dienstes und unserer Nachrichtendienste vom Tisch. Es gibt in Deutschland keine millionenfache Grundrechtsverletzung, wie immer wieder fälschlich behauptet wird.« Weiterlesen Bürger und Parlament belogen