Das Netzwerk der Neuen Rechten

Wer sie lenkt, wer sie finanziert und wie sie die Gesellschaft verändern

Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit ist ein neues und einflussreiches rechtes Netzwerk aus Stiftungen, Vereinen, Medien und Kampagnen in Deutschland herangewachsen. Seit Jahren spüren Christian Fuchs und Paul Middelhoff ihm nach: seinen öffentlichen Seiten und denen, die im Dunkeln liegen. 
Für das Buch sind sie durch Deutschland und Europa gereist und haben die wichtigsten Protagonisten der Szene getroffen. Sie waren geheimen Spendern in der Schweiz auf der Spur und mit einem AfD-Politiker in Serbien unterwegs. Sie hatten Zutritt zum Haus der Identitären Bewegung, waren auf einem Festival der Guerilla-Aktivisten und und trafen den Chef von Deutschlands erfolgreichster Hetzseite zum Gespräch in dessen Küche. Während der Recherchen wurden sie bedroht, angelogen und gerieten in den Shitstorms einer rechten Trollarmee.
Dieser Report enthüllt zum ersten Mal das ganze Ausmaß des Milieus – seine ideologischen Grundlagen, seine führenden Köpfe, seine wichtigen Zeitschriften, Verlage, Internet-Plattformen, Burschenschaften und die geheimen Finanziers. Viele Verbindungen führen zur AfD, die zum Gravitationszentrum der Strömung geworden ist. Die Autoren zeigen, wie die Neue Rechte versucht, die gesellschaftliche Mitte zu übernehmen. Ihre Erkenntnisse sind alarmierend.
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Umkämpfte Erinnerung

Eine Demo von „Pro Chemnitz“ 2018. Die Ausdrucksformen solcher rechtspopulistischer Bewegungen lassen sich an Weimar gut studieren. Foto: picture alliance/dpa
© picture alliance/dpa
Hajo Funke

Wer heute die Neue Rechte entlarven will, muss die antidemokratische Dynamik der Weimarer Republik kennen. Ein Gastbeitrag. 

Mit ihren anhaltenden Angriffen auf die Erinnerung an den Nationalsozialismus und seine Verbrechen versucht die extreme Rechte, diese Erinnerung zu verbannen. Björn Höcke (AfD), der das Holocaust-Mahnmal als „Mahnmal der Schande“ bezeichnete, wurde von seinem Parteikollegen Alexander Gauland überboten, als der sich für „stolz auf die Leistung deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen“ erklärte und den Nationalsozialismus als einen „Vogelschiss“ in einer tausendjährigen Geschichte verharmloste.

Ideologische Stichwortgeber der extremen Rechten um Götz Kubitschek und den Identitären Martin Sellner berufen sich inhaltlich aber auch auf radikale Nationalisten aus der Weimarer Republik wie Ernst Jünger und Carl Schmitt. Die „neuen“ Rechten folgen darin einer zentralen Vermittlungsfigur der historischen Radikalnationalisten, nämlich Armin Mohler. Der hatte schon wenige Jahre nach 1945 Personen wie Jünger oder Schmitt zur sogenannten „Konservativen Revolution“ erklärt, um sie – abgesetzt vom Nationalsozialismus – für die extreme Rechte nach 1945 als ideologische Figuren neu präsentieren zu können. In den 1980er Jahren empfahl Mohler der extremen Rechten, sie solle „die Leute in den Eingeweiden bewegen“, wie dies vorbildlich die Nationalsozialisten getan hätten. Er hat damit zugleich gezeigt, dass die extreme „neue“ Rechte so neu nicht ist.

Wie die Ideologie des Nationalsozialismus „Format“ erhielt

Das sind genügend Anlässe, sich der nationalistischen Ideologien aus der Zeit der Weimarer Republik und des Aufstiegs des NS an die Macht historisch-politisch zu erinnern: Eine genaue Kenntnis der antidemokratischen Dynamik in der Weimarer Republik erscheint angesichts der Wiederkehr nationalistischer Ideologien und Bewegungen in unseren multiethnisch geprägten Gesellschaften aktueller denn je. Denn der Nationalismus der Antidemokraten Jünger oder Schmitt war der „produktive“ Kern des antidemokratischen Denkens der Weimarer Republik. Mit ihm erhielt die völkische Ideologie des Nationalsozialismus „Format“.

Es ist Ernst Jüngers „Leitidee“ vom „Sonderrecht des Nationalismus“, die Weiterlesen Umkämpfte Erinnerung

Volker Weiß über Akteure, Ideologie und Entwicklung der Neuen Rechten

Tacheles: Volker Weiß über Akteure, Ideologie und Entwicklung der Neuen Rechten

https://youtu.be/5xtMdgVayOw

Am 09.11.2017 veröffentlicht
Mit dem Historiker und Publizisten Volker Weiß („Die autoritäre Revolte“, Klett-Cotta 2017) sprachen wir auf der Frankfurter Buchmesse über aktuelle Entwicklungen der Neuen Rechten.

Wer sind ihre Akteure und nach welchen Konzepten gehen sie vor? Was sind die Merkmale, Methoden und Motive ihrer Ideologie? Wie können Politik, Medien und Zivilgesellschaft auf ihr Erstarken reagieren?

In einem zweiten Teil des Interviews sprechen wir über „Finis Germania“ und den Antisemitismus der Neuen Rechten.

Tacheles: Das JFDA lädt zum Gespräch – und blickt so über den Tellerrand der eigenen Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit hinaus.
Ob Künstler, Wissenschaftlerin, oder Aktivistin – wir wollen ihre Perspektiven kennen lernen. Was sind die spezifischen Problemlagen in den einzelnen zivilgesellschaftlichen Sphären? Wie werden sie verarbeitet?

Sehnsuchtsort der Neuen Rechten: Die Potsdamer Garnisonkirche

https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2018/januar/sehnsuchtsort-der-neuen-rechten-die-potsdamer-garnisonkirche

von Matthias Grünzig

Es ist eines der wichtigsten und zugleich umstrittensten deutschen Bauprojekte der jüngeren Geschichte: der Wiederaufbau der Garnisonkirche in Potsdam. Schon 2013 bezeichnete der Bundesbeauftragte für Kultur und Medien das Projekt als „national bedeutsame Kultureinrichtung“ und bedachte es mit einem Bundeszuschuss von zwölf Mio. Euro. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier untermauerte 2017 dessen Bedeutung noch, indem er die Schirmherrschaft über den Wiederaufbau übernahm. Am 29. Oktober 2017 wurde schließlich mit dem Bau begonnen.

Allerdings wird um die Neuerrichtung schon seit Jahren erbittert gekämpft. Während die „Stiftung Garnisonkirche Potsdam“ und die „Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisonkirche“ das Projekt vorantreiben, blicken Kritiker wie die Initiativen „Potsdam ohne Garnisonkirche“ und „Christen brauchen keine Garnisonkirche“ sowie die Martin-Niemöller-Stiftung auf das Projekt mit Unverständnis und Entsetzen.

Der Streit hat vor allem mit der geschichtspolitischen Weiterlesen Sehnsuchtsort der Neuen Rechten: Die Potsdamer Garnisonkirche

Die neuen Rechten, verständlich erklärt

https://krautreporter.de/1276–die-neuen-rechten-verstandlich-erklart
Bin ich ein Nazi, wenn ich gegen mehr Einwanderung bin? Was ist eigentlich „rechts“? Woher haben Pegida und AfD ihre Ideen? Führen die Flüchtlinge zu einem Rechtsruck in Deutschland? Krautreporter gibt Antworten, die jeder versteht.
Dieser Satz beendet jede Debatte: „Du bist ein Nazi.“ Deswegen müssen wir mit dieser Frage beginnen:
Wer oder was ist ein Nazi?
Ein Nazi ist ein Nationalsozialist. Der Nationalsozialismus (NS), angeführt von Adolf Hitler, hörte mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges offiziell auf zu existieren. Wer auch nach dem Krieg nationalsozialistischen Ideen treu blieb, war ein Altnazi. Immer weniger Menschen haben heute die NS-Zeit noch selbst erlebt, deswegen gibt es auch immer weniger (Alt-)Nazis. Wenn Sie heute also jemanden hören, der einen anderen als „Nazi“ beschimpft, ist die Wahrscheinlichkeit sehr, sehr hoch, dass er Unsinn redet. Wenn Sie diese Bezeichnung auf Facebook lesen, beträgt die Unsinns-Wahrscheinlichkeit fast 100 Prozent, denn wie viele 80- bis 90-Jährige kennen Sie, die die Plattform nutzen – und dort auch kommentieren?
Wie soll ich sonst Menschen nennen, die auf Ausländer und die Demokratie schimpfen und immer noch von „Rassen“ reden?
Tatsächlich hat das Wort „Nazi“ einen festen Platz in der Umgangssprache der Deutschen. Das Wort hilft aber nicht weiter, denn es verschleiert mehr als dass es erklärt, weil es alles, was rechts von der CSU ist, in einen Topf wirft. In diesem Text will ich erklären, dass es da Unterschiede gibt – und herausstellen, warum es wichtig ist, diese Unterschiede zu erkennen. Weiterlesen Die neuen Rechten, verständlich erklärt

Landesportal der Thüringer Polizei 


http://www.thueringen.de/th3/polizei/landespolizeidirektion/aktuell/mi/84099/index.aspx
 1. und 2. Mai 2015 – Polizei bereitet sich auf Einsatz vor

Medieninformation 8 / 2015


Erfurt: Am 1. und 2. Mai 2015 finden in Thüringen zahlreiche öffentliche Versammlungen unter freiem Himmel statt. 


Dazu zählen unter anderem am 1. Mai 2015 in Erfurt die Versammlungen des DGB Thüringen unter dem Motto „Die Arbeit der Zukunft gestalten wir!“ sowie des Thüringer Landesverbandes der NPD unter dem Motto „Soziale Gerechtigkeit für alle Deutschen – Die etablierte Politik macht Deutschland arm“. 

Ebenfalls am 1. Mai 2015 findet in Saalfeld eine Versammlung der Partei „Der III. Weg“ unter dem Motto: „Arbeit, – Zukunft – Heimat / Überfremdung Stoppen! Kapitalismus zerschlagen! Volkstod abwenden!“ statt. 

Für den 2. Mai 2015 wurde durch „Gemeinsam-Stark Deutschland e. V.“ eine Versammlung unter freiem Himmel in Erfurt unter dem Motto: „Gemeinsam gegen Salafisten“ angemeldet. 

Darüber hinaus finden weitere öffentliche Versammlungen sowie am 1. Mai 2015 eine Bikerausfahrt beginnend von Erfurt durch Thüringen statt.
Die Landespolizeidirektion leitet dazu die Einsatzvorbereitungen der Landespolizeiinspektionen Erfurt und Saalfeld.