Wie gefährlich sind Deutschlands neue Rechte?

BR – Wie gefährlich sind Deutschlands neue Rechte?
Jeden Montag ist Pegida-Demo und die AfD ist in die Landtage eingezogen. Eine neue politische Normalität. Fällt uns gar nicht mehr auf, wie radikal die neuen …

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phoenix plus: Terror von rechts

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phoenix plus: Terror von rechts – Dienstag, 2. Juli 2019, 14.45 Uhr


01.07.2019 – 12:21

PHOENIX

Bonn (ots)

Nach dem Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke wird die Forderung nach einem rigorosen Vorgehen gegen militante Rechte laut. Jahrelange Verharmlosung und Verkennung der rechtsextremen Gefahr wird dem Verfassungsschutz vorgeworfen. Aktuell ist die Rede von 12700 gewaltorientierten Rechtsextremisten in Deutschland. Wie sind sie organisiert? Wie hoch ist das Gefährdungspotenzial? Was bedeutet „Tag X“? Sind Polizisten, Soldaten und Verfassungsschützer in ein vermeintliches Bürgerkriegsszenario verwickelt?

In phoenix plus „Terror von rechts“ analysieren der Autor und Rechtsextremismus-Experte Andreas Speit und der Sicherheitsexperte Rolf Clement den Rechtsterrorismus in Deutschland. Sie gehen der Frage nach, ob auf die Mordserie des rechtsterroristischen NSU sicherheitspolitisch ausreichend reagiert wurde. Moderator im Studio ist Michael Sahr.

http://ots.de/vA2m9o

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Rosenkrieg rechtsaußen: „Intellektuell parfümierte Nazis“ gegen „liberale Nestbeschmutzer“

Operettenhafte Züge hat die Geschichte dabei von Anfang an. Anfang Mai fand im Bundestag eine „Konferenz der freien Medien“ statt. Veranstaltet wurde die zunächst von der AfD-Fraktion, der Ex-Trump-Vertraute Steve Bannon sollte der Stargast sein. Der sagte allerdings ab. Kurzerhand wurde Milo Yiannopoulos eingeladen, ein ehemals einflussreicher Alt-Right-Aktivist, der aber durch relativierende Äußerungen zu Pädophilie mittlerweile in Ungnade gefallen ist. Damit wollte die AfD-Fraktion nun nichts mehr zu tun haben, veranstaltet wurde die Konferenz jetzt offiziell nur noch von vier Abgeordneten der Fraktion und einer „Vereinigung der freien Medien“. Im Vorstand dieser Gruppe sitzt unter anderem David Berger. Berger betreibt den extrem muslimfeindlichen, rechtspopulistischen Blog „Philosophia Perennis“. Yiannopoulos durfte schließlich nicht im Bundestag auftreten, sondern sprach nach dem offiziellen Programm in einem Restaurant in der Nähe des Brandenburger Tores.

Stargast Yiannopoulos und Veranstalter Berger Weiterlesen Rosenkrieg rechtsaußen: „Intellektuell parfümierte Nazis“ gegen „liberale Nestbeschmutzer“

Das Netzwerk der Neuen Rechten

Wer sie lenkt, wer sie finanziert und wie sie die Gesellschaft verändern

Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit ist ein neues und einflussreiches rechtes Netzwerk aus Stiftungen, Vereinen, Medien und Kampagnen in Deutschland herangewachsen. Seit Jahren spüren Christian Fuchs und Paul Middelhoff ihm nach: seinen öffentlichen Seiten und denen, die im Dunkeln liegen. 
Für das Buch sind sie durch Deutschland und Europa gereist und haben die wichtigsten Protagonisten der Szene getroffen. Sie waren geheimen Spendern in der Schweiz auf der Spur und mit einem AfD-Politiker in Serbien unterwegs. Sie hatten Zutritt zum Haus der Identitären Bewegung, waren auf einem Festival der Guerilla-Aktivisten und und trafen den Chef von Deutschlands erfolgreichster Hetzseite zum Gespräch in dessen Küche. Während der Recherchen wurden sie bedroht, angelogen und gerieten in den Shitstorms einer rechten Trollarmee.
Dieser Report enthüllt zum ersten Mal das ganze Ausmaß des Milieus – seine ideologischen Grundlagen, seine führenden Köpfe, seine wichtigen Zeitschriften, Verlage, Internet-Plattformen, Burschenschaften und die geheimen Finanziers. Viele Verbindungen führen zur AfD, die zum Gravitationszentrum der Strömung geworden ist. Die Autoren zeigen, wie die Neue Rechte versucht, die gesellschaftliche Mitte zu übernehmen. Ihre Erkenntnisse sind alarmierend.

Umkämpfte Erinnerung

Eine Demo von „Pro Chemnitz“ 2018. Die Ausdrucksformen solcher rechtspopulistischer Bewegungen lassen sich an Weimar gut studieren. Foto: picture alliance/dpa
© picture alliance/dpa
Hajo Funke

Wer heute die Neue Rechte entlarven will, muss die antidemokratische Dynamik der Weimarer Republik kennen. Ein Gastbeitrag. 

Mit ihren anhaltenden Angriffen auf die Erinnerung an den Nationalsozialismus und seine Verbrechen versucht die extreme Rechte, diese Erinnerung zu verbannen. Björn Höcke (AfD), der das Holocaust-Mahnmal als „Mahnmal der Schande“ bezeichnete, wurde von seinem Parteikollegen Alexander Gauland überboten, als der sich für „stolz auf die Leistung deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen“ erklärte und den Nationalsozialismus als einen „Vogelschiss“ in einer tausendjährigen Geschichte verharmloste.

Ideologische Stichwortgeber der extremen Rechten um Götz Kubitschek und den Identitären Martin Sellner berufen sich inhaltlich aber auch auf radikale Nationalisten aus der Weimarer Republik wie Ernst Jünger und Carl Schmitt. Die „neuen“ Rechten folgen darin einer zentralen Vermittlungsfigur der historischen Radikalnationalisten, nämlich Armin Mohler. Der hatte schon wenige Jahre nach 1945 Personen wie Jünger oder Schmitt zur sogenannten „Konservativen Revolution“ erklärt, um sie – abgesetzt vom Nationalsozialismus – für die extreme Rechte nach 1945 als ideologische Figuren neu präsentieren zu können. In den 1980er Jahren empfahl Mohler der extremen Rechten, sie solle „die Leute in den Eingeweiden bewegen“, wie dies vorbildlich die Nationalsozialisten getan hätten. Er hat damit zugleich gezeigt, dass die extreme „neue“ Rechte so neu nicht ist.

Wie die Ideologie des Nationalsozialismus „Format“ erhielt

Das sind genügend Anlässe, sich der nationalistischen Ideologien aus der Zeit der Weimarer Republik und des Aufstiegs des NS an die Macht historisch-politisch zu erinnern: Eine genaue Kenntnis der antidemokratischen Dynamik in der Weimarer Republik erscheint angesichts der Wiederkehr nationalistischer Ideologien und Bewegungen in unseren multiethnisch geprägten Gesellschaften aktueller denn je. Denn der Nationalismus der Antidemokraten Jünger oder Schmitt war der „produktive“ Kern des antidemokratischen Denkens der Weimarer Republik. Mit ihm erhielt die völkische Ideologie des Nationalsozialismus „Format“.

Es ist Ernst Jüngers „Leitidee“ vom „Sonderrecht des Nationalismus“, die Weiterlesen Umkämpfte Erinnerung

Volker Weiß über Akteure, Ideologie und Entwicklung der Neuen Rechten

Tacheles: Volker Weiß über Akteure, Ideologie und Entwicklung der Neuen Rechten

https://youtu.be/5xtMdgVayOw

Am 09.11.2017 veröffentlicht
Mit dem Historiker und Publizisten Volker Weiß („Die autoritäre Revolte“, Klett-Cotta 2017) sprachen wir auf der Frankfurter Buchmesse über aktuelle Entwicklungen der Neuen Rechten.

Wer sind ihre Akteure und nach welchen Konzepten gehen sie vor? Was sind die Merkmale, Methoden und Motive ihrer Ideologie? Wie können Politik, Medien und Zivilgesellschaft auf ihr Erstarken reagieren?

In einem zweiten Teil des Interviews sprechen wir über „Finis Germania“ und den Antisemitismus der Neuen Rechten.

Tacheles: Das JFDA lädt zum Gespräch – und blickt so über den Tellerrand der eigenen Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit hinaus.
Ob Künstler, Wissenschaftlerin, oder Aktivistin – wir wollen ihre Perspektiven kennen lernen. Was sind die spezifischen Problemlagen in den einzelnen zivilgesellschaftlichen Sphären? Wie werden sie verarbeitet?

Sehnsuchtsort der Neuen Rechten: Die Potsdamer Garnisonkirche

https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2018/januar/sehnsuchtsort-der-neuen-rechten-die-potsdamer-garnisonkirche

von Matthias Grünzig

Es ist eines der wichtigsten und zugleich umstrittensten deutschen Bauprojekte der jüngeren Geschichte: der Wiederaufbau der Garnisonkirche in Potsdam. Schon 2013 bezeichnete der Bundesbeauftragte für Kultur und Medien das Projekt als „national bedeutsame Kultureinrichtung“ und bedachte es mit einem Bundeszuschuss von zwölf Mio. Euro. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier untermauerte 2017 dessen Bedeutung noch, indem er die Schirmherrschaft über den Wiederaufbau übernahm. Am 29. Oktober 2017 wurde schließlich mit dem Bau begonnen.

Allerdings wird um die Neuerrichtung schon seit Jahren erbittert gekämpft. Während die „Stiftung Garnisonkirche Potsdam“ und die „Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisonkirche“ das Projekt vorantreiben, blicken Kritiker wie die Initiativen „Potsdam ohne Garnisonkirche“ und „Christen brauchen keine Garnisonkirche“ sowie die Martin-Niemöller-Stiftung auf das Projekt mit Unverständnis und Entsetzen.

Der Streit hat vor allem mit der geschichtspolitischen Weiterlesen Sehnsuchtsort der Neuen Rechten: Die Potsdamer Garnisonkirche