»Wer den Wind sät …« Was westliche Politik im Orient anrichtet

Wer den Wind sät… Was westliche Politik im Orient anrichtet | Michael Lüders | SWR Tele-Akademie

Veröffentlicht am 15.04.2015http://www.tele-akademie.de – (ungeschnittene Orginalversion) Beginnend mit dem inszenierten Putsch gegen die Regierung von Mossadegh 1953 analysiert Michael Lüders die Folgen westlicher Politik in der arabisch-islamischen Welt

Kategorie

Bildung

Michael Lüders über Irrtümer, Interessen & Liebe zum Orient

 Jung & Naiv: Folge 312

Michael ist Politik- und Islamwissenschaftler, Publizist, Politik- und Wirtschaftsberater sowie Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft. Gemeinhin wird er gerne als Nahostexperte bezeichnet, worum es im Jung & Naiv-Gespräch auch geht: Was ist eigentlich ein „Nahostexperte“, wie wird man das? Michael erzählt von der Zeit vor dem Expertentum: Wie kam er darauf sich für die arabische und islamische Welt zu interessieren? Warum hat er u.a. in Damaskus studiert? Gibt es „arabische Werte“, wenn es „westliche Werte“ gibt? Sind westliche Militärintervention immer falsch? Hat Michael sich mal kolossal geirrt? Welche Standpunkte vertritt er heute nicht mehr? Außerdem: Was sind die deutschen Interessen weltweit? 
Zum Schluss gibt’s eure naiven Fragen an Michael u.a. zu lesenswerten Medien, Krieg im Jemen, die „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“, 11. September, böser Assad und Konsequenzen aus der Nahostpolitik…

Nahost-Experte Michael Lüders „Die Türkei spielt ein doppeltes Spiel“

http://www.deutschlandfunk.de/nahost-experte-michael-lueders-die-tuerkei-spielt-ein.694.de.html?dram%3Aarticle_id=342309
Der Nahost-Experte Michael Lüders hegt Zweifel, dass das Selbstmordattentat in Istanbul tatsächlich von einem IS-Kämpfer verübt worden ist. Es sei weitaus plausibler, von einem kurdischen Hintergrund auszugehen. Angesichts des erbarmungslosen Kampfes gegen die kurdische Zivilbevölkerung liege ein Racheakt nahe, sagte er im DLF.
Die Informationspolitik der Türkei unmittelbar nach dem Anschlag in Istanbul macht den Nahost-Experten Michael Lüders misstrauisch. Es sei erstaunlich, dass man sehr schnell gewusst haben wolle, dass der Attentäter aus Syrien stamme und dem IS zuzordnen sei, man über die Opferzahlen aber nichts genaueres gewusst habe, sagte er im DLF.
„Warum sollte der IS einen Terroranschlag dieser Art durchführen?“, fragte sich Lüders. Die Türkei sei für die Terrormiliz einer der wichtigsten Verbündeten. Viele Kämpfer würden in der Türkei rekrutiert und große Mengen des Erdöls von der Türkei abgenommen. Deshalb spiele die türkische Regierung ein doppeltes Spiel. Nur theoretisch bekämpfe man den IS, inoffiziell und mit Unterstützung des türkischen Geheimdienstes mache man aber eigentlich gemeinsame Sache mit dem Islamischen Staat.
Lüders: Türkische Politik ins Mark getroffen
Lüders vermutet deshalb, dass der Anschlag einen kurdischen Hintergrund haben könnte. Die Türkei führe einen erbarmungslosen Krieg gegen die kurdische Zivilbevölkerung. Ohne Not habe man den Friedensprozess mit den Kurden aufgekündigt. Für Lüders ist deshalb ein Racheakt von kurdischer Seite als Hintergrund des Attentats plausibler. Dadurch, dass man Touristen ins Visier genommen habe, wolle man eine wichtige Devisenquelle der Türkei kappen. Damit habe man die türkische Politik ins Mark getroffen, nachdem zuvor schon nach dem Abschuss eines russischen Kampfbombers russische Touristen ausgeblieben seien. Weiterlesen Nahost-Experte Michael Lüders „Die Türkei spielt ein doppeltes Spiel“