Lügen und andere Wahrheiten

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Wie kommt es, dass die Meinung der Herrschenden zur herrschenden Meinung wird? Die Psychoanalytiker Almuth Bruder-Bezzel und Klaus-Jürgen Bruder versuchen sich mit einem Sammelband an einer Antwort

28.08.2021

Freilich ist’s auch kein Vorteil für die Herde, wenn der Schäfer ein Schaf ist, sagte schon Goethe. Überhaupt wird den Schafen so einiges angedichtet

pixabay/David Mark

Meinungsmanipulation: Bei Manchen schrillen schon bei diesem Wort die Alarmglocken. Allein durch die Vorstellung, in ihren Ansichten nicht frei zu sein, fühlen sie sich degradiert. Dass hinter den Kulissen die Fäden gezogen würden für ein Geschehen, das sich ihrem Einfluss entzieht – dieser Gedanke könnte sie doch zu Marionetten machen, sie resignieren und hilflos werden lassen. Keinesfalls wollen sie zu denen gehören, die sie sich irgendwelchen «Querdenkern» und «Wutbürgern» anschließen, gar nicht mehr zur Wahl gehen und nur noch räsonieren.

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Aber solche Leute gibt es massenhaft. Wie können Linke mit ihnen umgehen, wie können sie sich behaupten? Wie vieles möchte ich Almuth Bruder-Bezzel und Klaus-Jürgen Bruder fragen, wenn sie am 1. September beim nd-Literatursalon zu Gast sind. Als Herausgeber des Bandes «Macht. Wie die Meinung der Herrschenden zur herrschenden Meinung wird» scheinen sie mir in diesem Sinne besonders kompetent, weil sie Meinungsmanipulation nicht lediglich aufgeregt anprangern, wie es Journalisten gern tun und Recht damit haben im Sinne demokratischen Engagements. Denn als Psychoanalytiker brauchen sie einen illusionslosen Blick auf Menschen in ihrer persönlichen Verwurzelung und ihrem gesellschaftlichen Umfeld. Und sie haben Marx und Engels gelesen, was heute nicht einmal für Politologen selbstverständlich ist.

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