Maß der Werte

https://www.jungewelt.de/m/artikel/318338.ma%C3%9F-der-werte.html
Im ersten Band des »Kapitals« erläutert Karl Marx den Zusammenhang von Ware, Wert und Geld. Seine Ausführungen sind bis heute aktuell – auch wenn manche glauben, dass die heutigen Zahlungsmittel lediglich auf gesellschaftlichen Übereinkünften beruhen

1971 hob US-Präsident Richard Nixon die Goldbindung des Dollars auf. Das Bretton-Woods-System, das die USA dazu verpflichtete, auf Verlangen anderer Länder deren Dollar-Guthaben in Gold einzutauschen, war damit an sein Ende gelangt. Die USA halten wie viele andere Länder trotzdem große Goldreserven parat – für den Fall der Fälle (Notenpresse in Washington)


Foto: Gary Cameron/Reuters
Prof. Dr. sc. oec. Klaus Müller lehrte bis 1991 politische Ökonomie an der Sektion Wirtschaftswissenschaften der Technischen Universität Karl-Marx-Stadt. Von ihm erschien zuletzt im Papy-Rossa-Verlag »Boom und Krise« (Köln 2017).
Vor 150 Jahren erschien der erste Band von Karl Marx’ grundlegender Analyse »Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie«, ein Weltbestseller, der seitdem in mehr als 40 Sprachen übersetzt und Hunderten Ausgaben gedruckt worden ist. Mit dem Artikel des Ökonomen Klaus Müller über den Zusammenhang von Wert und Geld beenden wir unsere kleine Reihe anlässlich des Jubiläums des »Kapitals«. (jW)
Am 14. September 1867 meldete das Börsenblatt des deutschen Buchhandels, dass der erste Band des »Kapitals« von Karl Marx erschienen ist. Trotz aller gesellschaftlichen Veränderungen enthält das »epochemachende Werk« (Arnold Ruge) die auch heute noch gültige Erklärung der kapitalistischen Produktionsweise.
Die ersten drei Kapitel Weiterlesen Maß der Werte

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150 Jahre „Das Kapital“ in der SZ

http://keimform.de/2017/150-jahre-das-kapital-in-der-sz/
Die Süddeutsche Zeitung hat ein Dossier zum 150. Jahrestag des Erscheinens von Karl Marx‘ Kapital gemacht. Da durften die Volontär*innen der SZ ran. Sie hat „Experten befragt“, tatsächlich Frauen und Männer. Alle Antworten sind online nur hinter einer Paywall zugänglich. Die mir gestellte Frage lautete:
Was hätte Marx dazu gesagt, wenn Roboter die Arbeit von Menschen übernehmen?
Ich habe die Antwort von unterwegs geschrieben, und es ging hin und her. Die letzte Version ist nicht von mir. Ich habe sie erst in der Zeitung gelesen. So sieht sie aus (abgetippt):
Marx hatte eine Hassliebe zum Kapitalismus. Er hätte Roboter bejubelt und verdammt. Bejubelt, weil sie eine großartige Innovation darstellen und Arbeit überflüssig machen. Verdammt, weil sie Arbeit überflüssig machen und damit die Existenz von Menschen gefährden. Durch Roboter entsteht Nützliches, die Menschen könnten reich sein, weil sie alles, was sie zum Leben brauchen, ganz einfach bekommen könnten. Doch das will die kapitalistische Logik nicht. Waren müssen gekauft werden, und zwar mit Geld, das erst verdient werden soll. Bloß, von welcher Arbeit, wenn keine mehr für den Menschen übrig bleibt, weil Roboter sie erledigen? Die Maschinen verhalten sich aber auch nicht systemoptimal. Sie kaufen nicht ein. Das versetzt alle in eine verflixte Lage: Die Menschen haben keine Arbeit und kein Geld. Die Roboter haben Arbeit, kaufen aber nicht ein. Wird also menschliche Arbeit ersetzt, geht Wert verloren, die Preise fallen, die Produkte kosten nichts mehr. Der Kapitalismus fährt sich selbst gegen die Wand, der technische Fortschritt rationalisiert ihn radikal weg. Alles Geld würde in die Finanzspekulation fließen, weil es in Produkte investiert keinen Gewinn mehr brächte. Der nächste große Finanz-Crash käme früher oder später. Wegen dieser menschenunfreundlichen Entwicklung würde Marx heute eine radikale Lösung vorschlagen; nur die Macht zu ergreifen und umzuverteilen, wäre ihm nicht genug. Er würde das Geld aus dem Spiel nehmen und mit ihm den Markt und die Konkurrenz. Das Stichwort heißt Commons und meint, das, was die Menschen brauchen, produzieren sie gemeinschaftlich, nutzen und teilen es. In solch einer Gesellschaft wären Marx die Roboter hoch willkommen.
Stefan Meretz ist Diplom-Ingenieur, Informatiker und arbeitet für das Commons-Institut. Er lebt als freier Autor in Bonn.
* * *
Zur chilliger Hintergrundmusik noch ein Erklär-Video der SZ zu Marxschen Begriffen. Nicht so schlecht und mit lustigem Ende: „Irgendwann reicht es den Arbeitern. Sie lehnen sich auf. Das Unvermeidliche passiert: die Revolution“.

http://sz.de/1.3578297

Schwächer ohne Gegenkräfte

https://www.neues-deutschland.de/artikel/1054359.schwaecher-ohne-gegenkraefte.html
Befinden wir uns in einer Fundamentalkrise des Kapitalismus? Zur Aktualität von Karl Marx und seiner Kritik


Von Baustelle zu Baustelle – Wanderarbeiter in Schanghai
Foto: dpa/Zhu lan – Ima
Entscheidend ist bis heute der Hinweis von Marx auf die zentrale Rolle der Wertbestimmung durch die Arbeitszeit. Denn diese Verbindung von theoretischer Analyse mit der bis heute anhaltenden gesellschaftlichen Auseinandersetzung um ein »Normalarbeitsverhältnis« liefert einen wichtigen Hinweis auf die periodisch wiederkehrende Aktualität der marxschen Kapitalismuskritik: »Sobald (die Wertbestimmung) aber exakt mit dem Arbeitstag und seinen Variationen in Verbindung gebracht, geht ihnen ein ganz unangenehmer neuer Leuchter auf.«
Die Autoren

Warum eröffnet die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« ihren Ausblick auf das Jahr 2017 mit dem Hinweis, dass Karl Marx am 12. April 1867 ein »großes Werk« seinem Verleger übergab? Ihre Antwort: Es sei »eine Torheit«, die Erkenntnisse aus »Das Kapital« für erledigt zu halten. Es muss uns also noch etwas zu sagen haben. Aber was?

Das ist das Thema des neuen Buches von Joachim Bischoff, Fritz Fiehler, Stephan Krüger und Christoph Lieber, das dieser Tage im Verlag VSA Hamburg erscheint: »Vom Kapital lernen. Die Aktualität von Marx’ Kritik der politischen Ökonomie« (167 Seiten, 14,80 Euro, ISBN 978-389965-752-4).

Schwerpunkte des Bandes sind die kapitalistische Gesellschaft als Waren- und Geldwirtschaft, die Weiterlesen Schwächer ohne Gegenkräfte

Kompromisslos im Inhalt

https://www.jungewelt.de/2017/03-02/012.php
Wie entsteht eine politische Philosophie? Heute kommt Raoul Pecks Spielfilm »Der junge Karl Marx« ins Kino

Aus: Ausgabe vom 02.03.2017, Seite 3 / Schwerpunkt
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»Es geht erkennbar um Klassenkampf«: Marx (August Diehl) kapert den »Bund der Gerechten«
Foto: © Frédéric Batier, Neue Visionen Filmverleih
»Der junge Karl Marx«, Regie: Raoul Peck, Frankreich/Belgien/D 2017, 118 min, Kinostart heute
Der junge Marx: Das ist bei Raoul Peck der 24jährige Redakteur, dessen Rheinische Zeitung Anfang 1843 von der preußischen Zensur verboten wird, der Exilant in Paris und Brüssel, zuletzt der Verfasser des Kommunistischen Manifests von 1848. Diese fünf Jahre sind die Zeit, in der Marx den Linkshegelianismus zum historischen und dialektischen Materialismus fortentwickelt. Gleichzeitig fällt der Beginn der lebenslangen Zusammenarbeit mit Friedrich Engels in diesen Abschnitt. Dem Titel entgegen und ganz richtig hat Peck einen Film über zwei Personen gedreht. Im Mittelpunkt des Geschehens steht, wie sich eine Freundschaft entwickelt. Dabei sind Sympathie, gegenseitige wissenschaftliche Anregung und gemeinsamer politischer Kampf nicht zu trennen.

Es ist dies dennoch ein spröder Stoff. Biographische Filme – sogar wenn sie sich, wie hier, klug auf einen Ausschnitt des Lebens beschränken – scheitern häufig an dem Problem, aus dem Nacheinander der Ereignisse eine wirksame Dramaturgie zu entwickeln. Glücklich sind Weiterlesen Kompromisslos im Inhalt

RE: Das Kapital (5/6) Sahra Wagenknecht über das Ende des Kapitalismus

http://www.deutschlandfunk.de/re-das-kapital-5-6-sahra-wagenknecht-ueber-das-ende-des.1184.de.html?dram:article_id=370810
Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht beleuchtet die historische Tendenz des Kapitalismus. Für die bekennende Marxistin ist spätestens heute die Zeit gekommen, sich vom Kapitalismus abzuwenden. Für den fünften Teil der Sendereihe hat sie sich erneut über das Monumentalwerk „Das Kapital“ gebeugt.

Von Sahra Wagenknecht
Sahra Wagenknecht vor rotem Hintergrund. (imago/Metodi Popow)

Sahra Wagenknecht entdeckte die Lehre des Ökonomen Karl Marx im Alter von 18 Jahren für sich (imago/Metodi Popow)

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RE: Das Kapital (6/6) Kooperation als Quelle des Reichtums

Vor 150 Jahren erschien eines der Hauptwerke von dem deutschen Philosophen, Ökonom und Gesellschaftstheoretiker Karl Marx – „Das Kapital“. Globalisierung, Automation, Finanzcrash, Klima, Armutsrevolten, Wachstumsschwäche – die multiple Krise der Weltwirtschaft, die wir durchleben, nimmt kein Ende. Warnungen über die explosiv wachsende Ungleichheit und Mutmaßungen über das 
Ende des Kapitalismus werden schon längst nicht mehr nur von stehengebliebenen Sozialisten, sondern unter den Eliten der Weltwirtschaftsgipfel diskutiert.
Grund genug, „Das Kapital“ noch einmal gründlich zu lesen. Sechs Autoren – Soziologen, Publizisten, Politiker, Philosophen – haben das für den Deutschlandfunk getan. Ausgehend von jeweils einem Kapitel des Werkes ziehen sie in „Essay und Diskurs“ Linien in die Gegenwart und denken über Aktualität und Grenzen der Marx’schen Theorie nach – nicht marxologisch, nicht akademisch, sondern um ihre Brauchbarkeit zu untersuchen, und das durchaus subjektiv, essayistisch und mit Gegenwartsbeobachtungen durchsetzt. Ihren Blick richten sie auf die politischen Möglichkeiten der Gegenwart, denn darauf, so Marx, kommt es an: Die Welt nicht nur zu interpretieren, sondern sie zu verändern. Mathias Greffrath hat die Sendereihe zusammengestellt.
Sahra Wagenknecht schreibt über die historische Tendenz und das Ende des Kapitalismus. Sie ist Volkswirtin, Publizistin und Politikerin. Im Frühjahr 2017 folgen zwei weitere Essays in der Sendereihe, die auch als Buch im Verlag Antje Kunstmann erscheint.
Teil 6 am 18.12.2016
Das komplette Manuskript zum Nachlesen:
Anmoderation von Mathias Greffrath
Karl Marx ist ein Denker des 19. Jahrhunderts. Und das in vielerlei Hinsicht: Als Geschichtsphilosoph radikalisiert er den Gedanken Hegels, dass die Menschheit sich durch Arbeit und den Kampf um Anerkennung höher entwickelt. Als Publizist beschreibt er den Aufstieg des Industriekapitalismus und das damit einhergehende Elend. Als kommunistischer Intellektueller kritisiert er die bloß moralische Empörung der utopischen Sozialisten und setzt auf einen langwährenden Bildungsprozess, in dem die ungeheure Mehrheit – das Proletariat – den Wohlstand der Gesellschaft in Gemeinbesitz überführt. Und als Ökonom beschreibt er im „Kapital“ den Kapitalismus als eine Produktionsweise, die mit Notwendigkeit Ungleichheit, Gewalt, Naturzerstörung und Elend hervorruft.
Mit der Lehre, dass Wertschöpfung nur auf Arbeit beruht, stand Marx durchaus in der Tradition der großen bürgerlichen Theoretiker Smith und Ricardo. Wegen der Zuspitzung der Arbeitswertlehre zu einer Kritik der Ausbeutung, wegen seiner Annahme einer prinzipiellen Krisenhaftigkeit des „Kapitalismus“ wurde seine Theorie von der universitären Volkswirtschaftslehre weniger widerlegt als verschwiegen. Jahrzehntelang fiel das seinen theoretischen Gegnern leicht, weil die Wirklichkeit gegen Marx sprach: Die Produktivität des Kapitalismus übertraf alles, was Marx ihr schon zugetraut hatte; das Elend – jedenfalls in den kapitalistischen Ländern – blieb aus; die sozialistische Revolution in Russland war ein mörderisches und ökonomisches Desaster.
Lange Zeit war es eine leichte rhetorische Übung, Marx mit dem Zitieren von drei Weiterlesen RE: Das Kapital (5/6) Sahra Wagenknecht über das Ende des Kapitalismus

COMRADE, WHERE ARE YOU TODAY?

http://wfilm.de/comrade-where-are-you-today/inhalt/
1988 fliegt die zwanzigjährige Finnin Kirsi Marie Liimatainen in die DDR, um die Lehren von Marx und Lenin zu studieren. In ihrer Heimatstadt Tampere hatte sie Häuser besetzt, jetzt trifft sie an der FDJ-Jugendhochschule „Wilhelm Pieck“ in der Nähe von Ostberlin auf Gleichgesinnte aus über achtzig Ländern. Sie sind Funktionäre, Befreiungskämpfer oder linke Aktivisten. Darunter auch „Illegale“, die aus dem Untergrund kommen und zum Schutz Decknamen tragen. Lauter junge Menschen, vereint in ihrer Hoffnung auf eine bessere Welt. Doch während die Studenten die internationale Solidarität hochleben lassen, weckt der sozialistische DDR-Alltag Zweifel, ob die Theorie in der Praxis bestehen kann. Im Sommer 1989 endet das Studienjahr, die Studenten verteilen sich wieder in der ganzen Welt. Wenige Monate später fällt die Berliner Mauer.

Über zwanzig Jahre später sucht Kirsi, die heute Filmemacherin ist, ihre Kameraden von damals. Sie will wissen, was in einer globalisierten Welt übrig geblieben ist vom großen Traum der Revolution. Sind die alten Ideale von Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität nichts mehr wert? „Comrade, Where Are You Today?“ nennt sie ihren Dokumentarfilm, der sie rund um den Globus führt – nach Nicaragua, Chile, Bolivien, Südafrika und in den Libanon. Dabei entsteht ein einzigartiger Blick auf Geschichte und Gegenwart linker Bewegungen.
»Mein Dokumentarfilm „Comrade, Where Are You Today?“ ist eine persönliche Reise durch Zeit und Raum – von der Überzeugung der internationalen Solidarität bis zur Enttäuschung über eine ideallose Welt und der ewigen Suche nach Gerechtigkeit.« Kirsi Marie Liimatainen

COMRADE, WHERE ARE YOU TODAY?Deutschland, Finnland 2016 / Doku / Regie: Kirsi Marie Liimatainen

http://wfilm.de/comrade-where-are-you-today/inhalt/

Kinostart: 18.08.2016
1988 fliegt die zwanzigjährige Finnin Kirsi Marie Liimatainen in die DDR, um die Lehren von Marx und Lenin zu studieren. In ihrer Heimatstadt Tampere hatte sie Häuser besetzt, jetzt trifft sie an der FDJ-Jugendhochschule „Wilhelm Pieck“ in der Nähe von Ostberlin auf Gleichgesinnte aus über achtzig Ländern. Sie sind Funktionäre, Befreiungskämpfer oder linke Aktivisten. Darunter auch „Illegale“, die aus dem Untergrund kommen und zum Schutz Decknamen tragen. Lauter junge Menschen, vereint in ihrer Hoffnung auf eine bessere Welt. Doch während die Studenten die internationale Solidarität hochleben lassen, weckt der sozialistische DDR-Alltag Zweifel, ob die Theorie in der Praxis bestehen kann. Im Sommer 1989 endet das Studienjahr, die Studenten verteilen sich wieder in der ganzen Welt. Wenige Monate später fällt die Berliner Mauer.

Über zwanzig Jahre später sucht Kirsi, die heute Filmemacherin ist, ihre Kameraden von damals. Sie will wissen, was in einer globalisierten Welt übrig geblieben ist vom großen Traum der Revolution. Sind die alten Ideale von Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität nichts mehr wert? „Comrade, Where Are You Today?“ nennt sie ihren Dokumentarfilm, der sie rund um den Globus führt – nach Nicaragua, Chile, Bolivien, Südafrika und in den Libanon. Dabei entsteht ein einzigartiger Blick auf Geschichte und Gegenwart linker Bewegungen.
»Mein Dokumentarfilm „Comrade, Where Are You Today?“ ist eine persönliche Reise durch Zeit und Raum – von der Überzeugung der internationalen Solidarität bis zur Enttäuschung über eine ideallose Welt und der ewigen Suche nach Gerechtigkeit.« Kirsi Marie Liimatainen

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