Glyphosat Einigung zwischen Bundesministerien lässt weiter auf sich warten

Julia Klöckner (CDU), Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, spricht im Deutschen Bundestag zu den Abgeordneten. (Christophe Gateau/dpa)

Eine einheitliche Regierungslinie zum umstrittenen Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat ist noch nicht absehbar.

Landwirtschaftsministerin Klöckner sagte am späten Abend im Bundestag, ihr Ressort sei weiterhin in Gesprächen mit dem Umweltministerium. Die CDU-Politikerin hatte im vergangenen April Eckpunkte zur Reduzierung des Glyphosat-Einsatzes vorgestellt. Demnach soll die Anwendung in privaten Gärten, öffentlichen Grünanlagen, Naturschutzgebieten und in der Nähe von Gewässern verboten werden. Umweltministerin Schulze – SPD – hielt die Vorschläge jedoch für nicht ausreichend und legte im November ein eigenes Konzept vor.

Im Koalitionsvertrag hatten Union und Sozialdemokraten vereinbart, den Einsatz von glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln deutlich einzuschränken. Das Unkrautgift steht im Verdacht, krebserregend zu sein.

http://action.sumofus.org/de/a/monsanto-roundup-cancer-de/
WHO-Studie enthüllt: Monsantos meistverkauftes Herbizid ist krebserregend! | SumOfUs

Monsantos meistverkauftes Unkrautvernichtungsmittel Roundup ist wahrscheinlich krebserregend — das hat eine im März veröffentlichte Studie der WHO (Weltgesundheitsorganisation) gezeigt.
Es enthält die Chemikalie Glyphosat, die im Verdacht steht, bösartige Erkrankungen des Lymphsystems zu verursachen.
Die Gefahr ist eindeutig — doch Monsanto setzt alles daran, sein Geschäft mit dem Gift zu retten. Der Agrar-Riese attackiert die Krebsexperten der WHO und fordert einen Widerruf ihres Berichts.
Die EU entscheidet noch dieses Jahr über eine erneute Zulassung der Chemikalie. Wir haben jetzt die Chance mit einer großen Öffentlichkeit dafür zu sorgen, dass sich die Kommission nicht von Monsanto einschüchtern lässt und entschieden für den Schutz unserer Gesundheit eintritt.
Fordern Sie die EU-Kommission auf, Glyphosat sofort zu verbieten und damit Monsantos gefährliches Herbizid vom Markt zu nehmen!
Statt angemessen auf die neuen Erkenntnisse zu reagieren, versucht die Agrarindustrie wirklich alles, um ihre Profite zu retten: Vor laufender Kamera behauptete ein Vertreter der Agrarlobby ernsthaft, Menschen könnten gefahrlos einen ganzen Liter der Chemikalie trinken. Als der Interviewer ihm daraufhin ein Glas voll Glyphosat anbot, lehnte er mit den Worten ab: „Ich bin doch nicht blöd“!
Die Agrarindustrie ist ein mächtiger Gegner — aber wir wissen, dass wir den Kampf gegen Monsanto und Co. gewinnen können. Erst kürzlich haben SumOfUs-Mitglieder mit ihrem lautstarken Protest dazu beigetragen, dass der US-amerikanische Baumarktkette Lowe’s in Zukunft keine bienengefährdenden Pestizide mehr verkauft. Sorgen wir auch jetzt mit öffentlichem Druck dafür, dass Monsanto nicht länger Menschenleben aufs Spiel setzen kann.
Solange das Gift nicht verboten ist, wird es weiter auf unseren Feldern, in unseren Gärten und Spielplätzen versprüht und die Gesundheit unzähliger Menschen bedrohen.
Rufen Sie die EU-Kommission dazu auf, Glyphosat umgehend zu verbieten!

**********

Mehr Informationen:
Wenn Leserbriefe von Monsanto als Studien gelten, Süddeutsche Zeitung, 17. Juli 2015

Höhere Krebsgefahr durch weltweit verwendetes Pestizid, Süddeutsche Zeitung, 24. März 2015

Verbietet es!“, Die Tageszeitung, 23. März 2015