Verkehrswende: Es geht nur gegen die Konzerne

Klima

„BerlKönig“ heißt der Rufbus der Berliner Verkehrsbetriebe. Das Ridesharing-Angebot soll die Zahl individueller Autofahrten in der Stadt reduzieren

„BerlKönig“ heißt der Rufbus der Berliner Verkehrsbetriebe. Das Ridesharing-Angebot soll die Zahl individueller Autofahrten in der Stadt reduzieren.

© Imago Images/Seeliger

Die Autoindustrie hat die Elektromobilität entdeckt. Aber eine echte Verkehrswende ist das noch lange nicht. Sie kann nur von unten kommen. Der Gastbeitrag.

Die Debatte über einen klimagerechten Verkehr der Zukunft ist voll entbrannt, der Fridays-for-Future-Bewegung sei Dank. Das Fenster der Möglichkeiten für Veränderung steht offen. Es ist an uns allen, die Chance für eine sozial-ökologische Verkehrswende jetzt nicht ungenutzt verstreichen zu lassen.

Das wird nur möglich sein, wenn alle relevanten zivilgesellschaftlichen Akteure an einem Strang ziehen: Klimagerechtigkeits- und globalisierungskritische Bewegung, umwelt- und verkehrspolitische Verbände, Parteien, Gewerkschaften und aktivistische Gruppen müssen gemeinsam der mächtigen Autoindustrie die Stirn bieten. Eine radikale Wende in der Verkehrspolitik kann nur gegen die Konzerne und ihre Interessen durchgesetzt werden.

Einen Anfang werden die Proteste während der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) diese Woche in Frankfurt machen. Erstmals in der Geschichte Weiterlesen Verkehrswende: Es geht nur gegen die Konzerne

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TTIP Der Putsch der Konzerne gegen den Staat

Quelle: http://www.cicero.de/berliner-republik/ttip-der-putsch/59087

Dieser Text ist eine kostenlose Leseprobe aus dem Magazin Cicero. Cicero ist anders als Sie denken. Wenn Sie Cicero kennerlernen wollen, empfehlen wir Ihnen unser Testabo

Was waren das doch für wundervolle Jahre, die Neunziger bis 2007, bevor der Finanzcrash die Welt heimsuchte! Goldene Jahre. Goldgräberjahre. Wie einst im Wilden Westen. Nur lautete der Lockruf nicht „Go West“, sondern „Go global“.

Genau wie in den Zeiten des Gold Rush, als der Whisky kreiste und der Colt lockersaß, herrschte auch um die gerade vergangene Jahrhundertwende das Recht des Schnelleren und Stärkeren: das Faustrecht des Finanzkapitalismus.

Der Skrupellose setzte sich durch im Weltmarkt der Börsenprodukte. Die digital gesteuerte Eroberung eines Gebiets ohne Grenzen und Gebote geriet zum Dorado der Gesetzlosen: Marktstrategen, Investmentbanker, Derivate-Erfinder, Spekulanten und Verkäufer heilbringender Finanztinkturen.

Alles wie 150 Jahre vor unserer Zeit. Nur um ein Vielfaches größer, weil ausgreifend in den Raum der ganzen Welt, wo Abermilliarden, ja Billionen Dollar, Euro, Franken, Rubel und Renminbi Rendite suchten – Megarenditen.

Das Geld eroberte den globalen Raum. Und die Manager der kosmischen Kapitalwolken trumpften auf als „Masters of the Universe“.

Doch vor sechs Jahren fand die Ära unbegrenzter Markt- und Machtentfaltung ihr jähes Ende. Und entpuppte sich als monumentale Manipulation: als Scharlatanerie von Schaumschlägern, als giergesteuerte Gaunerei, als teuerste Pleite der Wirtschaftsgeschichte.

Nun sucht die Weltgemeinschaft nach Regeln für das Universum der Geldwirtschaft: die G 20, die G 8, die OECD, die EU.

Ludwig Uhlands „Frühlingsglaube“ kommt dem Betrachter in den Sinn:

„Die linden Lüfte sind erwacht,
Sie säuseln und weben Tag und Nacht,
Sie schaffen an allen Enden,
O frischer Duft, o neuer Klang!
Nun, armes Herze, sei nicht bang!
Nun muss sich alles, alles wenden“

Globaler Lenz? Weltenfrühling?

Weit gefehlt!

Die Herren des Geldes haben nicht aufgegeben. Ihr Sinnen und Trachten nach dem totalen Markt ist ungebrochen. Nur die Strategie ist neu, dem regulatorischen Zeitgeist nachempfunden: Wenn schon Gesetze, dann unsere Gesetze!  Weiterlesen TTIP Der Putsch der Konzerne gegen den Staat