Klimapaket Bundesregierung gibt Pariser Klimaziele auf

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Für die Pariser Klimaziele darf die Welt nur noch 800 Milliarden Tonnen CO2 in die Atmosphäre entlassen. (Foto: Malcolm Lightbody on Unsplash)

30.09.2019 – Ende 2015 haben sich die Staaten der Welt darauf verständigt, die globale Erhitzung deutlich unter 2 Grad zu begrenzen und Anstrengungen zu unternehmen, sie unter 1,5 Grad zu halten. So steht es im Pariser Klimaabkommen. Die deutschen Klimaziele für 2030 haben damit aber nichts zu tun, sie wurden Jahre davor beschlossen und seitdem nicht korrigiert. Auch das im letzten Jahr erschienene Sondergutachten des Weltklimarats IPCC fand in der Bundesregierung bislang kaum Beachtung.

Darin beschreiben die Wissenschaftler eindrücklich, warum wir das 1,5-Grad-Ziel anstreben sollten und berechneten ein verbleibendes CO2-Budget: Ab 2018 dürfen die Staaten der Welt zusammen nur noch 800 Milliarden Tonnen CO2 ausstoßen, wenn wir den Anstieg der Temperatur von maximal 1,75 Grad Celsius mit einer Wahrscheinlichkeit von 67 Prozent erreichen wollen. Das wäre das im Paris vereinbarte „deutlich unter 2 Grad“.

Wie hoch ist also das deutsche CO2-Budget noch?

Das lässt sich Weiterlesen Klimapaket Bundesregierung gibt Pariser Klimaziele auf

Aufwachen! Spezial zum „Klimapaket“: Immunsystem der Zivilisation (mit Linn)

Revolutionen fänden immer dann statt, „wenn die oben nicht mehr können und die unten nicht mehr wollen“

Klimaforscher Mojib Latif in Karlsruhe: „Ich bin gescheitert“

 Mojib Latif redet nicht lange um den heißen Brei herum. „Ich bin gescheitert“, gibt Deutschlands wohl bekanntester Klimaforscher vom Kieler Zentrum für Ozeanforschung ungewöhnlich kleinlaut zu. (Archivbild)
 Mojib Latif redet nicht lange um den heißen Brei herum. „Ich bin gescheitert“, gibt Deutschlands wohl bekanntester Klimaforscher vom Kieler Zentrum für Ozeanforschung ungewöhnlich kleinlaut zu. (Archivbild) | Foto: Christina Sabrowsky/dpa

Mojib Latif redet nicht lange um den heißen Brei herum. „Ich bin gescheitert“, gibt Deutschlands wohl bekanntester Klimaforscher vom Kieler Zentrum für Ozeanforschung ungewöhnlich kleinlaut zu. Seit 30 Jahren versuche er, die Politik wie die Gesellschaft mit der Dramatik des Klimawandels und den Folgen der Erderwärmung vertraut zu machen, doch noch immer werde er von den Menschen beinahe ungläubig gefragt, ob es wirklich so schlimm sei.

Entsprechend bitter fällt sein persönliches Fazit aus: „Ich kann nicht überzeugen“, da könne er noch hundert Jahre reden. „Wir sind als Gesellschaft unfähig, aus dem Wissen, das wir seit Jahrzehnten haben, die richtigen Schlüsse zu ziehen“, sagt der 65-Jährige am Mittwoch auf dem Kongress zum Thema „Klimawandel, Kommunikation und Gesellschaft“ am Karlsruher KIT.

Klimapaket bringt für’s Klima „überhaupt nichts“

Zwei Tage lang beschäftigten sich Experten aus dem In- und Ausland auf dem Campus Süd mit der Frage, wie es der Wissenschaft gelingen kann, den gesellschaftlichen Wandel zu befördern und den Klimaschutz ernst zu nehmen. Latif, bekannt aus Funk und Fernsehen, ist dabei skeptisch. „Wir Menschen denken immer kurzfristig, nicht langfristig.“

Die Politik habe Weiterlesen Revolutionen fänden immer dann statt, „wenn die oben nicht mehr können und die unten nicht mehr wollen“

Klimapaket enttäuscht Aktivisten „Erwartungen massiv unterboten“

21.09.2019 09:55 Uhr

Einen Paukenschlag beim Klimaschutz hatte Volker Quaschning von „Scientists for Future“ nicht erwartet. Dennoch wurden seine Erwartungen „massiv unterboten“, sagt er im Interview.

Globaler Klimastreik in Berlin.

Globaler Klimastreik in Berlin.

Quelle: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

heute.de: Das Klimapaket der Bundesregierung ist beschlossene Sache. Ein großer Wurf?

Volker Quaschning: Wohl kaum. Ich hatte zwar ohnehin keine besonders hohen Erwartungen an die Beschlüsse des Klimakabinetts, aber sie wurden tatsächlich massiv unterboten. Als die Details nach und nach bekannt wurden, da dachte ich: Ich glaube es einfach nicht. Es ist bekannt, dass wir nach dem Pariser Klimaschutzabkommen bis 2035 CO2-neutral werden müssten. Das werden wir mit den selbst gesteckten Zielen der Bundesregierung und mit diesem Maßnahmenpaket niemals erreichen können.

Volker Quaschning

… ist Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Quaschning ist Mit-Initiator der „Scientists for Future“, die die Fridays-for-Future-Bewegung aktiv unterstützen.

heute.de: Die lauteste Kritik hörte man gestern ja direkt im Zusammenhang mit der geplanten Erhöhung der Pendlerpauschale.

Quaschning: Und das völlig zurecht. Drei bis zehn Cent als Erhöhung auf den Spritpreis und im Gegenzug eine Erhöhung der Pendlerpauschale von 30 auf 35 Cent sprechen eine klare Sprache: Man will die Vielfahrer nicht verprellen. Aber das war auch zu erwarten. Unterm Strich ist das eine kaum effektive Maßnahme, woanders ist man da mit anderen Modellen schon viel weiter.