Das Patriarchat kocht

Das Patriarchat kocht

Foto: Mark Wilson/Getty Images

„Greta Thunberg ist 16 Jahre alt. Und das sind erwachsene Männer“

Manchmal merkt man nicht, wie konditioniert man eigentlich ist, bis man jemanden trifft, der es eben nicht ist. Sicher, ich bin vielleicht recht unverblümt in meinen Texten, aber ich sage immer noch Entschuldigung, wenn mich jemand auf der Straße anrempelt. Ich lächle, wenn andere sich – nun ja – schwierig verhalten. Schließlich bin ich in einem bestimmten Alter und wurde bewusst oder unbewusst dazu erzogen, ein freundlicher Mensch zu sein.

In den 1980er Jahren stand ich zögerlich vor einem Selbstverteidigungsklasse – Feministinnen machten früher viele solche Sachen – unsicher, ob ich anklopfen sollte oder nicht – nur weil ich fünf Minuten zu spät dran war. Jetzt, da ich älter geworden bin, gefalle ich mir selbst wesentlich mehr – und alle anderen wesentlich weniger. Und ich lasse mir oft von jüngeren Frauen Tipps geben.

Die merkwürdigen Reaktionen einiger Männer auf Greta Thunberg, die rein gar nichts mit ihrer dringlichen und absolut notwendigen Botschaft bezüglich der Klimakrise zu tun haben, zeigen Weiterlesen Das Patriarchat kocht

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„Wir müssen die Eigentumsfrage neu stellen“

„Wir müssen die Eigentumsfrage neu stellen“

Foto: Hahn + Hartung für der Freitag

„Arbeitslos? Das ist in der Hartz-IV- Republik eben keine Lappalie“

Naturschützer gehen mit Gewerkschaftern für eine ökologisch-soziale Transformation auf die Straße: Beim Klimastreik war das nicht zum ersten Mal der Fall. Überwindet da etwa die gesellschaftliche Linke gerade ihre tiefen Gräben?

Das wäre ganz im Sinne Hans-Jürgen Urbans, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall seit 2007, beim Gewerkschaftstag im Oktober stellt er sich wieder zur Wahl. Seit Jahren arbeitet er emsig daran, die Linke zu verbinden, statt sie zu trennen – so etwa im Band Neosozialismus, in dem er eine „Mosaiklinke“ skizziert, die trotz all ihrer Konflikte gemeinsam für eine Alternative zum gegenwärtigen Kapitalismus kämpft. Im VSA-Verlag ist nun sein neues Buch Gute Arbeit in der Transformation erschienen.

der Freitag: Herr Urban, sollten SUVs verboten werden?

Hans-Jürgen Urban: Das ist wohl weder realistisch noch die Lösung aller Probleme.

Ich war neulich in Eisenach, bei Opel: Die Belegschaft feierte den Start der Produktion eines neuen SUV-Modells und forderte noch mehr Modelle in noch mehr Schichten.

Produktion bedeutet Beschäftigung! Zugleich ist offensichtlich, dass der gegenwärtige Trend, immer größere und verbrauchsstärkere Fahrzeuge zu bauen, in die Sackgasse führt. Wir brauchen Weiterlesen „Wir müssen die Eigentumsfrage neu stellen“

Was ist bürgerlich, und wenn ja, wie viele?

Darf man, darf sich die AfD ›bürgerlich‹ nennen? Manchmal gibt ein scheinbar oberflächlicher Streit unfreiwillig Aufschluss über Veränderungen unterm Radar des unmittelbar Beobachtbaren. Tagebuch des politischen Umbruchs (1)

1. Warum Tiefenbohrung in einem medialen Kurzzeitaufreger? 

Darf man, darf sich die AfD ›bürgerlich‹ nennen? Manchmal gibt ein scheinbar oberflächlicher Streit, der nach ein bis zwei Wochen aus den Medien verschwunden ist, unfreiwillig Aufschluss über Veränderungen unterm Radar des unmittelbar Beobachtbaren. Der Disput um die ›Bürgerlichkeit‹ der AfD fällt in diese Kategorie. Er eignet sich deswegen als Beitrag zur Erkundung, Vermessung und Befragung des neuen parteipolitisch-parlamentarischen Zyklus (Horst Kahrs) und seines ökonomisch-gesellschaftlichen Unterbaus. 

Wenn die AfD für sich beansprucht, eine ›bürgerliche‹ Partei zu sein, will sie damit einerseits auf das Terrain akzeptierter politischer MitspielerInnen gelangen, mithin das Stigma abstreifen, das ihr in den meisten gesellschaftlichen Kreisen außerhalb ihrer AnhängerInnen anhaftet. Zum anderen möchte sie damit auch – ohne zugleich auf ihre Rolle als Protestpartei verzichten zu wollen – den Unionsparteien und der FDP signalisieren, dass sie einen Platz am Tisch eines gemeinsamen politischen ›Lagers‹ beansprucht. Wer zum selben Lager gehört, dem unterstellt man für gewöhnlich, zusammenarbeiten zu wollen. Derlei Ansprüche der AfD werden bislang nahezu unisono von allen anderen etablierten Parteien zurückgewiesen.

Eine ideologiekritische Tiefenbohrung dazu, was als ›bürgerlich‹ in Anspruch genommen, behauptet, verteidigt, in Schutz genommen, angegriffen oder diffamiert wird, erweist sich als überraschend aufschlussreich. Abseits ihres tagesaktuellen Nachrichtenwerts fungiert die Debatte um die ›Bürgerlichkeit‹ der AfD wie Weiterlesen Was ist bürgerlich, und wenn ja, wie viele?

Kasse gemacht – die 25 reichsten Familien besitzen 250 Milliarden Dollar mehr als im Vorjahr

Die Waltons machten in einem Jahr ein Plus von 39 Milliarden.

Foto: Rick T. Wilking / Getty Images

Die 25 reichsten Familien der Welt besitzen 1400 Milliarden US-Dollar. Und dieses Vermögen wächst rasant. So werden die Walmart-Besitzer in jeder Minute um 70.000 Dollar reicher.

Das Finanzportal Bloomberg hat die jährliche Liste der 25 reichsten Familien der Welt veröffentlicht. Sie alle haben ihre Vermögen ererbt. Heute vermehrt es sich mit rasender Geschwindigkeit. Als reichste Familie der Welt gelten die Waltons, ihnen gehören unter anderem die Walmart-Märkte. Zwischen dem Juni 2018 und heute wuchs ihr Vermögen von 191 Milliarden US-Dollar auf 230 Milliarden. Ihre Kassierer verdienen dabei meist nur 11 Dollar die Stunde.

Rasantes Wachstum

Gemeinsam besitzen die 25 Familien-Clans 1400 Milliarden Dollar. Erschreckend ist aber Weiterlesen Kasse gemacht – die 25 reichsten Familien besitzen 250 Milliarden Dollar mehr als im Vorjahr

Kapitalismus und Verantwortung: Wie wollen wir wirtschaften?

Kapitalismus und Verantwortung: Wie wollen wir wirtschaften?

Wie wollen wir als Gesellschaft leben? Jeder für sich gegen alle? Oder mit einem gemeinsamen Ganzen im Blick? Wie sieht das aus? Soll es immer mehr sein – oder immer besser? Welchen Werten folgen wir? 

Von: Nina Landhofer und Jörg Paas 

Stand: 05.08.2019

Heute | 19:05 Uhr

Dossier Politik, 2019, 21.05 Uhr, Bayern 2 
Dossier Politik, 2019, 19:05 Uhr, B5 aktuell

Studiogäste: 

  • Andrea Behm (Gemeinwohl-Ökonomie Bayern e.V.)
  • Prof. Marcel Fratzscher (Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung DIW)
  • ALEXA (Sprach-Assistentin)

Moderation: Nina Landhofer
Redaktion: Nina Landhofer/Jörg Paas

Themen der Beiträge:

  • Persönlicher Konsum und gerechte Wirtschaftsordnung – wie passt das zusammen? (Jean-Marie Magro)
  • Arbeiten im Kollektiv statt Malochen im Kapitalismus: Im Münchner Café Ruffini gibt es weder Chefs noch Untergebene (Franziska Spiecker)