Warum ist der Faschist Höcke die „Mitte der AfD“?

Tilo wollte heute von AfD-Chef Gauland wissen, ob es sein Ernst ist, dass der Faschist Björn Höcke „die Mitte der Partei“ sei. Gauland tut die Bezeichnung als „Unsinn“ ab. Ihm gehe die Meinungsfreiheit zu weit. Tilo fragte Höcke, ob er gg das „Faschist“-Urteil vorgehen werde. Tja. Hintergrund: Das Verwaltungsgericht Meiningen entschied, dass Höcke als „Faschist“ bezeichnet werden darf https://www.spiegel.de/politik/deutsc… Ausschnitt aus der BPK vom 28. Oktober 2019 – Komplett hier: wird nachgereicht

Andreas Kemper»… DIE NEUROTISCHEPHASE ÜBERWINDEN,IN DER WIR UNS SEIT SIEBZIG JAHREN BEFINDEN«

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ZUR DIFFERENZ VON KONSERVATIVISMUS UND FASCHISMUS AM BEISPIEL DER »HISTORISCHEN MISSION« BJÖRN HÖCKES (AFD)

AfD : Und nun wieder gaaanz viel zuhören

AfD: Wahlkampfabschluss der AfD im Comma Kulturhaus in Gera
Wahlkampfabschluss der AfD im Comma Kulturhaus in Gera© Christian Jungeblodt für ZEIT Online

Es ist natürlich sehr menschenfreundlich, nach einer Wahl wie jener in Thüringen zunächst die guten Dinge zu sehen: Immerhin, so konnte man lesen, hätten 75 Prozent der Wähler für demokratische Parteien gestimmt. Und immerhin, auch das konnte man mitbekommen, wurde der AfD-Kandidat Björn Höcke so oft wie noch nie an einem Tag „Faschist“ genannt. Seitdem auch gerichtlich bestätigt wurde, dass man ihn als das bezeichnen darf, was er offensichtlich ja schon lange ist, wird es also getan. Schön, dies wäre nun geklärt.

Für die knapp 24 Prozent der Thüringer hingegen, die die AfD und damit Höcke gewählt haben, fehlen noch immer einigen die Worte. Und anstatt den naheliegenden Gedanken in Betracht zu ziehen, dass, wer einen Rechtsextremen wählt, möglicherweise selbst einer sein könnte, werden laufend außerpolitische Erklärungen herangezogen, die den Blick aufs Eigentliche verunklaren. Mal seien AfD-Wähler frustriert, weil ihre Kinder weggezogen seien; mal käme der Bus nach Unter- oder Oberdorla nur noch einmal am Tag; mal wollen sie keine Windräder; mal kämen sie bei dem nicht mehr mit, was in Berliner Trendbezirken besprochen würde; mal sei die Treuhand schuld. Und all dies türme sich eben zu diesen Frustrationshalden auf, unter denen erdrückt der Wähler oder die Wählerin aus Verzweiflung gar nicht mehr anders könne, als AfD zu wählen.

Nun ist es vielleicht im Einzelnen müßig zu klären, woher die mentalen Verwahrlosungen stammen, die einen dazu bringen, für eine offen rassistische und offen antidemokratische Partei zu stimmen, nur weil Weiterlesen AfD : Und nun wieder gaaanz viel zuhören

AfD-Spitzenkandidat in Thüringen Höcke bricht ZDF-Interview ab und droht

von D. Gebhard und D. Rzepka

15.09.2019 19:10 Uhr

Es geht um Sprache und NS-Begriffe. Erst beantwortet Björn Höcke die kritischen Fragen. Dann brechen er und sein Sprecher das Interview ab. Höcke droht mit „massiven Konsequenzen“.

Mittwochnachmittag in Erfurt. ZDF-Interview mit dem thüringischen AfD-Vorsitzenden Björn Höcke. Den Termin hat Höckes Büro vorgeschlagen. Es geht um seine bundespolitische Bedeutung in der AfD. Und um seine Sprache. Um Äußerungen wie diese: „Wenn einmal die Wendezeit gekommen ist, dann machen wir Deutschen keine halben Sachen, dann werden die Schutthalden der Moderne beseitigt.“ Dieses Zitat von Björn Höcke hat „Berlin direkt“ AfD-Abgeordneten vorgelegt. Und sie gefragt: „Ist das aus ‚Mein Kampf‘ oder von Herrn Höcke?“

„Wenn, eher aus ‚Mein Kampf‘ würde ich sagen, aber Weiterlesen AfD-Spitzenkandidat in Thüringen Höcke bricht ZDF-Interview ab und droht

In diesem Bunde der Dritte

https://www.jungewelt.de/2017/01-20/038.php

Walser, Augstein, Höcke

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Foto: Fabrizio Bensch/Reuters
Heute vor 75 Jahren beschloss die Wannseekonferenz des Reichssicherheitshauptamts die Vernichtung aller Juden in Europa. Rechtzeitig vor diesem deutschen Jubiläum hatte die »Junge Alternative« – auch zur Feier des Freispruchs von Karlsruhe – ins Dresdner Ballhaus Watzke geladen. Über die »dämliche Bewältigungspolitik« sprach in der »Hauptstadt des Widerstandes« der beste Festredner, den es auf diesem Gebiet gibt, Björn Höcke. Und er verkündete: »Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.«
Höcke hat inzwischen richtiggestellt. Er will gar nicht gesagt haben, was er unter dem Jubel der AfD-Leute gesagt hat. Und es auch gar nicht so gesagt haben, wie er es gesagt hat. Richtig ist allerdings, und das sagt er nicht: Er hat sich am geistigen Eigentum des größten deutschen Dichters der Gegenwart und des deutschen Jahrhundertjournalisten vergriffen. »Die AfD zeigt mit diesen antisemitischen und in höchstem Maße menschenfeindlichen Worten ihr wahres Gesicht«, meint der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster. Er irrt: Es ist das Antlitz von Martin Walser und Rudolf Augstein. Und diese Gesichter hat schon Schusters größter Vorgänger Ignatz Bubis wahrnehmen müssen. Er blieb einsam mit seiner jüdischen Ehefrau sitzen, als sich die Meute der deutschen Elite erhob, an der Spitze ein feixender Bundespräsident Roman Herzog, um dem Dichter Beifall zu klatschen, der im Oktober 1998 in der Frankfurter Paulskirche bekannt hatte, dass sich »in mir etwas gegen die Dauerpräsentation unserer Schande wehrt«. Gegen die »Instrumentalisierung unserer Schande zu gegenwärtigen Zwecken«. Und gegen die »Meinungssoldaten« der Intellektuellen und der Medien, die einem »nega­tiven Nationalismus« huldigten und die ihn mit »vorgehaltener Moralpistole […] in den Meinungsdienst nötigen«.
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Im Spiegel sprang Rudolf Augstein dem Freunde damals bei: »Man würde untauglichen Boden mit Antisemitismus düngen, wenn den Deutschen ein steinernes Brandmal aufgezwungen wird« – richtig, der Jude zwang uns das Denkmal auf. Und so wurden die Deutschen etwas, was sie nie waren: Antisemiten. Der Spiegel-Chef ahnte schon damals, »dass dieses Schandmal gegen die Hauptstadt und gegen das in Berlin sich formierende Deutschland gerichtet ist«. Und er wusste genau, dass man es, bedroht von den Juden, nicht wagen dürfe, »die Mitte Berlins freizuhalten von solch einer Monstrosität«.
Höcke sprach am Dienstag. Am Mittwoch verkündete Herzogs gegenwärtiger und zuverlässiger Nachfolger Joachim Gauck in seiner Abtrittsrede als Bundespräsident, dieses Land sei in gutem Zustand – »das beste, das demokratischste Deutschland, das wir jemals hatten«.

Thüringer AfD-Chef Kritik an Höcke-Äußerungen zu Afrikanern

http://www.deutschlandfunk.de/thueringer-afd-chef-kritik-an-hoecke-aeusserungen-zu.447.de.html?drn:news_id=557303
Björn Höcke im Landtag von Thüringen. (imago/Jacob Schröter)Björn Höcke ist Chef der Thüringer AfD. (imago/Jacob Schröter)

Experten für Rechtsextremismus werfen dem Thüringer Landeschef der AfD, Höcke, rassistische Äußerungen vor.
In einer Rede zur Asylpolitik habe dieser Thesen vertreten, die an die Rassentheorie der Nationalsozialisten erinnerten, erklärte die Amadeu-Antonio-Stiftung gegenüber dem NDR. In der jetzt erst bekannt gewordenen Ansprache vom November hatte Höcke von einem „afrikanischen Ausbreitungstyp“ gesprochen. „Solange wir bereit sind, diesen Bevölkerungsüberschuss aufzunehmen, wird sich am Reproduktionsverhalten der Afrikaner nichts ändern.“ Der Berliner Extremismus-Forscher Funke sagte dazu, Höckes Ansichten seien ein Beispiel für biologischen Rassismus. Eine AfD-Sprecherin wies die Vorwürfe zurück. Höcke lehne die Rassentheorie der Nazis entschieden ab, betonte sie.