Gregor Gysi „Erst wenn ich an der Seite aller Armen stehe, bin ich links“

http://www.deutschlandfunk.de/gregor-gysi-erst-wenn-ich-an-der-seite-aller-armen-stehe.1939.de.html?drn:news_id=888151

31. Mai 2018

Der Vorsitzende der Europäischen Linken, Gysi, fordert seine Parteifreunde zu einer klar internationalistischen Haltung auf.

Im Deutschlandfunk sagte Gysi, wer als Linker nur an der Seite der armen Deutschen stehe, sei noch nicht links. Dort könne auch ein Rechter stehen. „Erst wenn ich an der Seite aller Armen stehe, dann bin ich links“.

Die Linken müssten Wähler zurückzugewinnen, jedoch nicht, indem man einem falschen Denken entgegenkomme, sondern indem man die Menschen vom Gegenteil überzeuge, betonte Gysi. Dies sei der Streit, den es gegenwärtig auch in der deutschen Linken gebe – „und der ist schon gravierend“.

Im Interview mit dem Deutschlandfunk kritisierte Gysi auch die Entscheidung des italienischen Präsidenten Mattarella, die Regierungsbildung aus Lega und Fünf-Sterne scheitern zu lassen. Gysi sagte im Deutschlandfunk, zwar verstehe und respektiere er das Handeln des Präsidenten, aber er glaube, dass es zu einer weiteren Zuspitzung und Radikalisierung führe. Am Aufstieg des Populismus in Italien seien auch die EU und die Bundesregierung Schuld, unterstrich Gysi, da sie – wie in allen Ländern des Südens – permanent den Abbau gefordert hätten, statt sich einen Marschallplan für einen Aufbau zu überlegen.

Die Fünf-Sterne-Partei machte inzwischen einen neuen Vorschlag, doch noch eine Koalition mit der Lega zu bilden. Der Vorsitzende Di Maio erklärte, um eine Technokratenregierung abzuwenden, könne man vom umstrittenen Kandidaten Savona für das Finanzministerium abrücken. Der Ökonom hatte den Beitritt Italiens zum Euro als historischen Irrtum bezeichnet. – In zwei aktuellen Umfragen haben sich 60 bis 72 Prozent der Italiener dafür ausgesprochen, den Euro beizubehalten. Jeweils rund ein Viertel der Befragten plädierte für einen Austritt.

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Richard David Precht im Gespräch mit Gregor Gysi, Die Linke 06.05.2018 – Wie aktuell ist Karl Marx?

Am 06.05.2018 veröffentlichtRichard David Precht im Gespräch mit Gregor Gysi, Die Linke 06.05.2018 – Wie aktuell ist Karl Marx?

90-minütiger Gysi-Dokumentarfilm

MDR-Fernsehen vom 14.01.2018 um 20.15 Uhr

https://www.mdr.de/tv/programm/video-167498_zc-12fce4ab_zs-6102e94c.html

Gregor Gysi ist bekannt als Parteipatron der Linken und „Volkstribun“ der Ostdeutschen. Die politische Karriere des Juristen nahm 1989 ihren Lauf. Da war Gysi bereits 41 Jahre alt. Wie kam es zum kometenhaften Aufstieg?

Gregor Gysi über einen US-Präsidenten Trump „Er wird die Ungerechtigkeit deutlich verschärfen“

http://www.deutschlandfunk.de/gregor-gysi-ueber-einen-us-praesidenten-trump-er-wird-die.694.de.html?dram%3Aarticle_id=370844
Ein schlichtes Gemüt und grobschlächtig: So einen Präsidenten hätten die USA noch nie gehabt, sagte der Linke-Politiker Gregor Gysi im Deutschlandfunk. Donald Trump stehe für den Aufschwung der Rechtspopulisten weltweit. Mit seinen Versprechungen habe er die „bequemen“ Wähler für sich gewonnen.

Gregor Gysi im Gespräch mit Jasper Barenberg
Der Linken-Politiker Gregor Gysi spricht am 1.10.2015 im Bundestag. (dpa / picture-alliance / Michael Kappeler)

„Mir macht am meisten Sorgen, wenn die UN zahlungsunfähig werden“, sagte der Linken-Politiker Gregor Gysi im Deutschlandfunk. (dpa / picture-alliance / Michael Kappeler)

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Zumindest in den kommenden zwei Jahren würden die Republikaner Trump einigermaßen diszipliniert folgen, so die Einschätzung von Gysi. Er mache sich sehr, sehr große Sorgen über die Art der Politik, die Trump ausstrahle.
Mit seinen Versprechungen habe er die „bequemen“ Wähler für sich gewonnen. Diese wünschten sich einen Präsidenten, der für sie alles zum Guten wende. Dennoch werde er die Ungerechtigkeit deutlich verschärfen, meinte Gysi.
Viele Ankündigungen von Trump in außenpolitischer Sicht seien schädlich. Da zu erwarten sei, dass Russlands Präsident Wladimir Putin und Donald Trump gut miteinander auskommen würden, sei zu hoffen, „dass wenigstens der Krieg in Syrien aufhört“.
Das komplette Interview zum Nachlesen:
Jasper Barenberg: Am Telefon begrüße ich Gregor Gysi von der Fraktion Die Linke im Bundestag. Schönen guten Morgen, Herr Gysi.
Gregor Gysi: Schönen guten Morgen, Herr Barenberg.
Barenberg: Oh, das brummt aber gewaltig bei Ihnen.
Gysi: Ja. Kann ich nicht ändern. Ich bin in München, da brummt es eben.
Barenberg: Stört da die Trump-Kampagne?
Gysi: Wahrscheinlich ja. Ich weiß auch nicht, was das für eine Störung ist.
„Ich glaube, es gibt einen Aufschwung von Rechtspopulisten weltweit“
Barenberg: Welchen Reim machen Sie sich auf die ja doch für viele sehr dramatische Wendung in diesem Wahlkrimi, dass es doch auf einen relativ klaren Sieg von Donald Trump hinausläuft im Weißen Haus, aber auch im Kongress?
Gysi: Natürlich mache ich mir große Sorgen, ehrlich gesagt. Er ist ja Weiterlesen Gregor Gysi über einen US-Präsidenten Trump „Er wird die Ungerechtigkeit deutlich verschärfen“