UnkrautGalgenfrist für den Ökokiller: Die unendliche Glyphosat-Story

http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/unkraut/galgenfrist-fuer-den-oekokiller-die-unendliche-glyphosat-story-102.html

Advertisements

Glyphosat

Von: „SumOfUs.org“ <us@sumofus.org>

Datum: 13. Mai 2016 um 15:45:10 MESZ

Betreff: Glyphosat
nach massenhaften Verbraucherprotesten gegen Glyphosat spricht die Umweltministerin Barbara Hendricks endlich ein Machtwort: Ihr Ministerium lehnt die Neuzulassung des gefährlichen Herbizides ab.
Diese Ansage hat Gewicht.
Zwar steht Agrarminister Christian Schmidt unerschütterlich zu Monsanto und dessen Ackergift, doch allein kann er sich nicht durchsetzen. Deutschland muss sich in der entscheidenden Abstimmung in Brüssel enthalten, wenn sich die Regierung nicht einig wird — die EU-weite Wiederzulassung von Glyphosat stünde damit auf der Kippe.
Jetzt gilt es zu verhindern, dass sich die Glyphosat-Verfechter in letzter Minute durchsetzen!
Unterschreiben Sie unsere Petition und helfen Sie den Druck auf die Bundesregierung aufrecht zu erhalten!
Die Mehrheit der Deutschen ist für ein Verbot von Glyphosat. Doch die Bundesregierung steht weiter auf der Seite von Monsanto und will die Zulassung des Herbizids in Europa mit allen Mitteln durchdrücken.
Wir müssen jetzt handeln, denn die Entscheidung auf europäischer Ebene steht kurz bevor.
Fordern Sie die Deutsche Bundesregierung auf, Ihre Monsanto-freundliche Politik zu stoppen und für ein Verbot von Glyphosat zu stimmen!
PETITION UNTERZEICHNEN

Unsere Petition:
Am 18. Mai treffen sich die EU-Mitgliedsstaaten, um über die Zulassung von Glyphosat zu beraten — dem umstrittenen Unkrautvernichter von Monsanto. Wenn wir jetzt nicht handeln, kann es passieren, dass Monsanto sein Gift für weitere 9 Jahre in Europa verkaufen darf. Denn die deutsche Bundesregierung ist dabei, sich auf die Seite von Monsanto zu schlagen und für die weitere Zulassung des Herbizids zu stimmen.
Die Gefahren von Glyphosat sind bekannt. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die chemische Substanz “wahrscheinlich krebserregend”. Und noch schlimmer: Rückstände des Giftes finden sich überall. Eine neue Studie hat gezeigt, dass die Mehrheit aller Deutschen mit Glyphosat belastet ist.
Es ist deshalb kein Wunder, dass sich laut einer repräsentativen Umfrage zwei Drittel aller Menschen in Deutschland für ein weitgehendes Verbot aussprechen. Die Bundesregierung vermittelt jedoch den Eindruck, dass die Meinung der Bürgerinnen und Bürger nicht zählen. Sie will Glyphosat zulassen. Wir müssen etwas dagegen tun.
Rufen Sie jetzt die Bundesregierung auf, für ein Verbot von Glyphosat zu stimmen.
Erst im März hat das Europaparlament deutliche Einschränkungen zur Zulassung von Glyphosat gefordert: Die Abgeordneten sprachen sich für ein Glyphosat-Verbot für private Haushalte und öffentliche Grünflächen aus.
Das ist ein wichtiger Teilerfolg. Er zeigt, dass unsere Kampagne wirkt und Entscheidungsträger die Gefahren von Glyphosat endlich ernst nehmen. Aber Experten sagen ganz klar: wir brauchen ein Komplettverbot von Glyphosat, damit das Gift nicht mehr in unser Trinkwasser und in unser Essen gelangen kann.
Fordern Sie die Deutsche Bundesregierung auf, sich für ein Verbot von Monsantos Glyphosat einzusetzen.
Der Widerstand gegen Monsanto wächst: Eine Krebswarnung durch die Weltgesundheitsorganisation WHO, eine Verbotsempfehlung durch den Umwelt- und Gesundheitsausschuss des Europäischen Parlaments, Widerstand durch Nationalregierungen, nun der Beschluss des Europäischen Parlaments.
Die Bürgerinnen und Bürger Europas, Wissenschaftlerinnen und immer mehr Politiker sprechen eine deutliche Sprache.
Wir haben es in der Hand zu verhindern, dass die Lobby der Monsanto-Freunde hinter verschlossenen Türen unsere Erfolge aushebelt. In Frankreich ist das gelungen. SumOfUs-Mitglieder haben gemeinsam mit tausenden anderen Bürgerinnen und Bürgern die französische Umweltministerin in den sozialen Medien an ihre Verantwortung erinnert. Am Ende sprach sich die französische Regierung gegen die geplante Verlängerung der Glyphosatzulassung aus. 
Fordern wir jetzt von der deutschen Bundesregierung sich dem Beispiel Frankreichs anzuschließen!
Rufen Sie die Deutsche Bundesregierung auf, ihre Monsanto-freundliche Politik zu stoppen!
Vielen Dank für Ihre Unterstützung! 

Wiebke, Anne, Nabil und das Team von SumOfUs
 
**********

Mehr Informationen:
Weitere Zulassung von Glyphosat wackelt, Süddeutsche Zeitung, 12. Mai 2016

Umstrittenes Pflanzengift: EU-Parlament will Glyphosat für sieben Jahre zulassen, Spiegel Online, 14. April 2016

Bundesregierung will Glyphosat weiter erlauben, Süddeutsche Zeitung, 11. April 2016
 
SumOfUs.org ist eine weltweite Bewegung engagierter Menschen wie Ihnen, die sich zusammen dafür einsetzen, dass Konzerne für ihr Handeln zur Verantwortung gezogen werden. Gemeinsam ebnen wir so den Weg für eine neue, nachhaltige Weltwirtschaft.

Wiederzulassung von Herbizid Glyphosat steht auf der Kippe

http://de.reuters.com/article/eu-deutschland-glyphosat-idDEKCN0Y3114
German Environment Minister Barbara Hendricks gestures during the weekly cabinet meeting at the chancellery in Berlin, Germany August 12, 2015. REUTERS/Stefanie Loos
Die Wiederzulassung des weltweit meistgenutzten Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat in der Europäischen Union steht auf der Kippe.
Die SPD-geführten Ministerien lehnten die Verlängerung der im Juni auslaufenden Genehmigung des umstrittenen Herbizids ab, sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks am Donnerstag Reuters und verwies auf ungeklärte gesundheitliche Risiken. Damit wird sich Deutschland aller Voraussicht nach bei der für kommende Woche erwarteten Abstimmung im Ständigen Ausschuss der EU der Stimme enthalten. Frankreich hat bereits angekündigt, die Zulassungsverlängerung abzulehnen. In Kreisen des EU-Parlaments wie auch in deutschen Regierungskreisen hieß es, es sei unklar, ob die erforderliche Mehrheit in dem Gremium zustande kommen werde.
„Dass Glyphosat negative Auswirkungen auf die Umwelt hat, ist nachgewiesen. Das muss bei der Zulassung umfassend berücksichtigt werden“, sagte Hendricks. Es sei derzeit aber auch umstritten, ob gegen das Unkrautvernichtungsmittel zudem gesundheitliche Bedenken zu Recht oder nicht bestünden, sagte sie mit Blick auf den Verdacht, Glyphosat könne Krebs auslösen. „Vor dem Hintergrund nach wie vor bestehender Unsicherheiten über die gesundheitlichen Risiken von Glyphosat werden die SPD-geführten Ressorts einer Verlängerung für die Zulassung von Glyphosat nicht zustimmen“, sagte die SPD-Politikerin weiter.
Bislang hatte Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) signalisiert, er werde einer Wiederzulassung zustimmen. Sollten die Ministerien kein Einvernehmen in der Glyphosat-Frage erreichen, wird sich Deutschland bei der Abstimmung im Ständigen Ausschuss enthalten. Nach den Regularien müssen in dem Gremium mindestens 55 Prozent der Mitgliedstaaten, die mindestens 65 Prozent der Bevölkerung der EU repräsentieren, für die Zulassungsverlängerung stimmen.
EU-KOMMISSION WILL ZULASSUNGSVERLÄNGERUNG FÜR NEUN JAHRE
Nach dem Reuters vorliegenden EU-Entwurf soll Glyphosat für weitere neun Jahre zugelassen werden. Damit war die EU-Kommission bereits Bedenken entgegengekommen, denn ursprünglich sollte die Nutzung von Glyphosat für weitere 15 Jahre genehmigt werden. Das EU-Parlament hatte sich dagegen für eine auf sieben Jahre befristete Wiederzulassung ausgesprochen. In ihrem neuen Entwurf geht die EU-Kommission auch auf Kritiker ein, indem sie die Wiederzulassung an die Bedingung knüpft, die Auswirkungen von Glyphosat auf die Vielfältigkeit von Tieren und Pflanzen zu berücksichtigen.
Hendricks hatte bereits früher vor Gefahren für die Biodiversivität durch den Giftstoff gewarnt. Nun hebt sie auch auf die Gefahren für Menschen ab: „Solange wir nicht zweifelsfrei wissen, ob Glyphosat für die Gesundheit unbedenklich ist, sollten wir diese Chemikalie nicht weiter zulassen“, betonte sie. Schmidt hat sich dagegen der Bewertung der EU-Lebensmittelbehörde EFSA angeschlossen, nach deren Ansicht Glyphosat sei nicht krebserregend. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kommt zum selben Schluss.
Im Frühjahr 2015 hatte jedoch die internationale Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation WHO festgestellt, Glyphosat sei wahrscheinlich karzinogen. In diesem Frühjahr hat daraufhin die deutsche Bundesstelle für Chemikalien bei der Europäischen Chemikalienagentur eine offizielle Einstufung beantragt. Juristen gehen davon aus, dass erst nach Abschluss dieses Verfahrens nach europäischen Recht feststeht, ob Glyphosat Krebs erzeugend ist oder nicht. Nach Einschätzung von Experten wird die Europäische Chemikalienagentur frühestens in einem Jahr zu einem Ergebnis kommen.
Der grüne Bundestagsabgeordnete und Bioökonomie-Experte Harald Ebner forderte, über eine Enthaltung hinauszugehen: „Deutschland sollte dem Beispiel Frankreichs folgen und die Neuzulassung ablehnen.“ Bauernverbände dringen dagegen auf eine weitere Freigabe der Chemikalie. Glyphosat wird seit den 70er Jahren in der Landwirtschaft eingesetzt. Der US-Agrarkonzern Monsanto vertreibt Glyphosat unter dem Markennamen Roundup und erzielte damit im vergangenen Jahr einen Umsatz von 4,8 Milliarden Dollar. Auch andere Konzerne produzieren das sogenannte Totalherbizid.

Hersteller und Bundesinstitut sollen Krebsrisiken von Glyphosat verheimlicht haben

http://m.tagesspiegel.de/wirtschaft/umstrittenes-monsanto-pestizid-hersteller-und-bundesinstitut-sollen-krebsrisiken-von-glyphosat-verheimlicht-haben/13482526.html?utm_referrer=
Umweltschützer haben Strafanzeige gegen den Pestizidhersteller Monsanto und das Bundesinstitut für Risikobewertung gestellt. Sie sollen Krebsrisiken von Glyphosat verschleiert haben.
Umweltschutzorganisationen aus ganz Europa, darunter das Umweltinstitut München, haben Strafanzeige wegen Betruges gegen den US-Chemiekonzern Monsanto, das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) gestellt. Sie sollen bei der Bewertung des umstrittenen Pestizids Glyphosat Studien bewusst falsch ausgelegt haben, um die Wiederzulassung des europaweit meist genutzten Pflanzenvernichtungsmittels zu ermöglichen.
„Die Pestizidhersteller haben diesen Studien bereits im Zulassungsantrag fälschlich methodische Fehler unterstellt. Das BfR hat diese Falschdarstellungen kritiklos übernommen“, sagte der Bremer Epidemiologe und Gutachter Eberhard Greiser am Donnerstag. „Mein Eindruck ist, dass auf diese Weise praktisch alle epidemiologischen Studien, die der Wiederzulassung von Glyphosat im Wege stehen, systematisch aussortiert wurden.“
Die WHO stuft Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ ein
Die Mitgliedstaaten der Europäischen Kommission verhandeln seit mehreren Monaten Weiterlesen Hersteller und Bundesinstitut sollen Krebsrisiken von Glyphosat verheimlicht haben

Glyphosat Bundesregierung will Glyphosat weiter erlauben

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/glyphosat-gift-und-gegengift-1.2944156
Die Bundesregierung gibt für eine Neuzulassung des umstrittenen Pflanzengifts grünes Licht. Allerdings sind damit einige wichtige Einschränkungen verbunden.

Die WHO stuft das Mittel als „wahrscheinlich krebserregend“ ein, andere Behörden widersprechen.

64 Prozent der Menschen in den fünf größten EU-Mitgliedsländern fordern ein Verbot von Glyphosat.

Von Markus Balser, Michael Bauchmüller und Silvia Liebrich, Berlin/München

Es geht um einen Kampf, bei dem viel auf dem Spiel steht. Das weltweit meistverkaufte Pflanzengift Glyphosat steht kurz vor der Neuzulassung in der Europäischen Union. Für Hersteller und die Agrarindustrie bedeutet das ein Milliardengeschäft. Für Umweltschützer und Verbraucher bedeutet es Angst.
Denn Rückstände des Gifts lassen sich in Tierfutter, Brot, Bier und sogar im Urin von Menschen nachweisen. Für Experten der Weltgesundheitsorganisation WHO ist die Verbreitung des Pestizids ein ernstes Problem, sie stuften das Mittel als „wahrscheinlich krebserregend für den Menschen“ ein. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit Efsa Weiterlesen Glyphosat Bundesregierung will Glyphosat weiter erlauben

Ein Glyphosat-Verbot ist zum Greifen nah

Ein Glyphosat-Verbot ist zum Greifen nah. In wenigen Tagen stimmt das Europäische Parlament über einen Antrag gegen die bevorstehende Wiederzulassung dieses Herbizids von Monsanto ab. Es steht unter dem Verdacht, krebserregend zu sein.

Fordern Sie die Mitglieder des Europäischen Parlamentes auf, unsere Gesundheit zu schützen und für ein Verbot von Glyphosat zu stimmen!
PETITION UNTERZEICHNEN
Glyphosat steckt in Monsantos Unkrautvernichter Roundup, der weltweit auf Äckern und in Gärten versprüht wird. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist diese chemische Substanz wahrscheinlich krebserregend – entgegen aller anderslautenden Behauptungen von Monsanto.
Kommende Woche stimmt das Europäische Parlament über einen Antrag ab, der am Ende zu einem Verbot von Glyphosat führen kann.
Wenn jetzt zehntausende von uns den Appell an unsere Vertreter im Europaparlament unterschreiben, können wir diese wichtige Abstimmung gewinnen — und einem europaweiten Verbot von Glyphosat einen entscheidenden Schritt näher kommen.
Rufen Sie die Mitglieder des Europäischen Parlamentes dazu auf, der Wiederzulassung von Glyphosat nicht zuzustimmen! 
Noch vor einem Monat waren sich die Verantwortlichen bei Monsanto sicher, ihr Kassenschlager werde erneut durchgewinkt: Die Europäische Kommission war fest entschlossen, Glyphosat für weitere 15 Jahre zulassen.
Doch der lautstarke Protest von NGOs, Wissenschaftlerinnen und zehntausenden SumOfUs-Mitgliedern hat dafür gesorgt, dass Vertreter mehrerer Mitgliedsländer ihre Zustimmung verweigerten. Die geplante Abstimmung über Glyphosat wurde verschoben — aus Angst der EU-Kommission vor einem Verbot.
Jetzt mischt sich auch das EU-Parlament ein und könnte dafür sorgen, dass die Wiederzulassung von Glyphosat auch im Mai scheitert. In wenigen Tagen stimmen die Parlamentarier über einen Antrag der Abgeordneten im Umweltausschusses ab — ihre Forderung: Keine Zulassung von Glyphosat solange unabhängige Wissenschaftler die Bedenken über die Krebsgefahr des Giftes nicht ausgeräumt haben.
Wenn wir diese Abstimmung gewinnen, rückt das Ende von Monsantos Gift in greifbare Nähe: Die EU-Kommission wird es im Mai schwer haben, die Glyphosat-Wiederzulassung durchzudrücken.
Erinnern Sie die Europaparlamentarier daran, dass unsere Gesundheit wichtiger ist als Monsantos Profite! Vielen Dank für Ihre Unterstützung! 

Wiebke, Nabil, Christian und das Team von SumOfUs
 
**********

Mehr Informationen:
Glyphosat-Herbizid: Umweltausschuss gegen Verlängerung der EU-Zulassung, Europäisches Parlament, 22. März 2016 

EU-Parlamentarier fordern neue Glyphosat-Studie, Süddeutsche Zeitung, 23. März 2016 
 
SumOfUs.org ist eine weltweite Bewegung engagierter Menschen wie Ihnen, die sich zusammen dafür einsetzen, dass Konzerne für ihr Handeln zur Verantwortung gezogen werden. Gemeinsam ebnen wir so den Weg für eine neue, nachhaltige Weltwirtschaft.

Glyphosat und TTIP

http://www.ackergifte-nein-danke.de/news/229-glyphosat-ttip.html

Glyphosat ist auch politisches Gift für EU 
Das Ackergift steht nicht nur im Verdacht, Krebs zu erregen, sondern ist auch politisches Gift für die EU. Eine Pro-Entscheidung würde das bereits erodierte Bürgervertrauen in der schlimmsten Krise der EU seit Gründung noch weiter zerstören. „Hinterzimmerpolitik“ – von der Bankenrettung über TTIP bis zu Glyphosat – stärkt das Gefühl: „Die da oben machen doch, was sie wollen.“  
In Deutschland und der EU herrscht im Unterschied zu USA das Vorsorgeprinzip – noch. Behörden sind verpflichtet, die Bevölkerung vor möglichen Gefahren schützen. 
Das Umweltbundesamt definiert: „Risikovorsorge bedeutet, bei unvollständigem oder unsicherem Wissen über Art, Ausmaß, Wahrscheinlichkeit sowie Kausalität von Umweltschäden und -gefahren vorbeugend zu handeln, um diese von vornherein zu vermeiden.“
Die WHO hält Glyphosat für „wahrscheinlich krebserregend“, das Bundesamt für Risikobewertung und die europäische Lebensmittelbehörde EFSA streiten das ab. Das ist ein klassischer Fall, wo das Prinzip der Risikovorsorge in Kraft treten müsste: Im Zweifelsfall und „bei unsicherem Wissen“ muss eine Substanz verboten werden. Warum gerade jetzt eine womöglich eklatante Verletzung dieses Rechtsprinzips?
Zu befürchten ist: Das Vorsorgeprinzip soll mit den angestrebten „Harmonisierungen“ zwischen USA und EU im Zuge der TTIP-Verhandlungen außer Kraft gesetzt werden. Faktisch ist es schon beseitigt: Die zuständigen Behörden haben die Glyphosatbelastung der Bevölkerung nie gemessen, was nach diesem Prinzip ihre Pflicht wäre.
Die USA wollen die TTIP-Verhandlungen unbedingt noch 2016 abschließen. Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass sie keinen Vertrag wollen ohne die Weiterzulassung des meistverkauften Ackergiftes der Welt. Ohne Glyphosat ist TTIP offenbar nicht sexy genug, es ist für manche offenbar der G-Punkt des Abkommens. 
Zu vermuten ist: vor allem für Monsanto. „Wikileaks“ hat mehrere Depeschen veröffentlicht, wonach der Konzern die US-Regierung mehrfach wie einen verlängerten Arm benutzt hat. Laut dieser Depeschen wies das US-Außenministerium Diplomaten in rund 130 Ländern an, eine „aktive Biotech-Agenda“ zu verfolgen, und der frühere US-Botschafter in Frankreich rief 2007 zu „Vergeltungsmaßnahmen“ gegen die EU-Landwirtschaft auf, wenn die EU sich weiter gegen Gentechnik stelle.
Aktuell ist Monsanto, der einseitig auf Gentech und Gifte setzt, unter selbstverschuldeten ökonomischen Druck geraten: Der globale Umsatz von Glyphosat etwa sank von 1,25 Mrd auf 820 Mio Dollar. Der Konzern sieht sich aufgrund von Verlusten gezwungen, in zwei Jahren 3.600 Stellen abzubauen und 1 Mrd Dollar einzusparen. Auch das könnte einer der Hintergründe für das unbedingte Festhalten an der Glyphosat-Zulassung sein. 
Ungemach droht Monsanto auch von der Zivilgesellschaft: Vom 12. bis 16.Oktober 2016 soll ihm in Den Haag in einem symbolischen Tribunal wegen Verdachts auf Ökozid der Prozess gemacht werden. Nähere Informationen unter: http://www.monsanto-tribunal.or
Statement von Dr. Ute Scheub 
(unabhängige Publizistin, Autorin von „Ackergifte? Nein danke!“)