Fallpauschalen müssen weg

UZWirtschaft & Soziales | UZ vom 23. Dezember 2022 | UZ-PLUS

In einer gemeinsamen Erklärung haben das „Bündnis Klinikrettung“, „Krankenhaus statt Fabrik“, das „Berliner Bündnis Gesundheit statt Profite“ und andere sich zu den Plänen des Bundesgesundheitsministers Karl Lauterbach (SPD) geäußert, die Krankenhausfinanzierung zu reformieren. Lauterbach stimme zwar in die Kritik der Finanzierung nach Fallpauschalen (DRG) mit ein, halte aber weiterhin daran fest, heißt es dazu in der Erklärung. „Durch die Fallpauschalenfinanzierung erhalten Krankenhäuser nicht ihre tatsächlichen Behandlungskosten erstattet, sondern nur einen fixen Preis pro Behandlung. Ökonomisierung und Kommerzialisierung zwingen die Krankenhäuser in einen Konkurrenzkampf mit beständigen Anreizen, die Kosten durch Personalabbau und Lohndumping zu senken und die Erlöse durch mehr und lukrativere Behandlungen zu steigern.“ Damit seien Krankenhäuser politisch zu einem für Kapitalinvestoren attraktiven Geschäftsmodell umgestaltet worden.

Diese Fehlanreize führten teilweise zur Unterversorgung und teilweise zur Überversorgung mit medizinisch unnötigen Behandlungen. Die Beschäftigten seien dauerüberlastet und könnten ihre Fachberufe nicht mehr mit der gebotenen und gewünschten Professionalität ausüben. Viele reduzierten auf Teilzeit oder würden das Krankenhaus ganz verlassen. Der „Fachkräftemangel“ sei also hausgemacht.

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