Commonsverbünde als Transformationsmodell

Download als PDF: Commonsverbünde als Transformationsmodell

Die Abbildung ist als logische und nicht geografisch-räumliche Darstellung zu verstehen.

Produktionsstätten

Kapitalistische Unternehmen funktionieren nach wohl bekannten Regeln und Strukturen. Letztendlich dient die hier stattfindende Produktion von Waren der Profitmaximierung nach der Formel G – W – G‘. Dabei koordinieren sich die Unternehmen vermittelt durch Angebot und Nachfrage am Markt und kalkulieren die Produktion im Voraus, um dann hoffentlich auch den entsprechenden Absatz und Gewinn realisieren zu können.

Commons-Projekte realisieren sich ausschließlich in der commonistischen Sphäre durch Commoning-Prozesse. Ziel ist hier nicht die Profitgenerierung, sondern die Bedürfnisbefriedigung nach der Formel B- – C – B+, weshalb hier auch kein Geld zirkuliert. Produziert wird hier nur zum tatsächlichen Bedarf, der aus der Summe von Einzelbedürfnissen entsteht und vom Meta-Commons mit allen zur Verfügung stehenden Ermöglichungen zur Bedürfnisbefriedigung vermittelt wird.

CP/Us sind zwittrige Produktionsstätten mit kapitalistischen und commonistischen Komponenten. Sie dienen als Schleusen zwischen den beiden Sphären von Kapitalismus und Commonismus. Hier findet der eigentliche Transformationsprozess statt und wird durch die hier beteiligten Menschen herbeigeführt bzw. realisiert. Die Weiterlesen Commonsverbünde als Transformationsmodell

Care-Revolution und Industrie 4.0

http://keimform.de/2017/text-care-revolution-und-industrie-4-0/

Text „Care-Revolution und Industrie 4.0“

Von Stefan Meretz
[Text zu meinem Vortrag auf der Leipziger Tagung „Digitalisierung und soziale Verhältnisse im 21. Jahrhundert“ der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen im Juni 2016, erschienen in: Dieter Janke, Jürgen Leibiger (Hrsg.), Digitale Revolution und soziale Verhältnisse im 21. Jahrhundert, Hamburg: VSA, S. 27-38]

Care-Revolution und Industrie 4.0
Die Dialektik von Produktivkraftentwicklung und Produktionsverhältnissen vom Kopf auf die Füße stellen
Was haben das Wickeln von Babys und das Konfigurieren von Robotern miteinander zu tun? Nein, es geht hier nicht um techno-utopistische Fantasien, nach denen letztere, die Roboter, bald ersteres übernehmen sollen. Und auch nicht darum zu behaupten, beide Tätigkeiten seien algorithmisch doch prinzipiell das Gleiche. Sondern es geht mir darum zu zeigen, dass Entwicklungen in zwei getrennten gesellschaftlichen Sphären, dem sogenannten Care-Bereich und dem sogenannten Produktionsbereich, überraschend ähnliche Tendenzen zeigen. Diese Bereiche mit einem „sogenannt“ anzuzeigen ist notwendig, weil Weiterlesen Care-Revolution und Industrie 4.0

Commons Sommerschule 2017

http://keimform.de/2017/commons-sommerschule-2017/
BechstedtDie fünfte Commons-Sommerschule widmet sich einem großen Thema, der Demokratie. Als ein Ziel formulieren die Veranstalter*innen „unsere Idee(n) von Demokratie in Frage zu stellen und so zu bewegen, dass dies uns selbst bewegt“. Denn es ist allerlei Problematisches an der Demokratie wie wir sie täglich verklickert bekommen. Ist nicht etwa Repräsentation gar commonsfeindlich?
Dies und mehr kann vom 17. – 24. Juni 2017 wie immer im thüringischen Bechstedt besprochen, befragt, gelernt, entworfen, verworfen und gestaltet werden. Mehr dazu im CommonsBlog. Die Teilnehmer*innen-Zahl ist dieses Jahr auf 24 limitiert. Bewerbungsschluss ist am 15. März 2017.

Eine Welt, in der alle gut leben können

Eine Welt, in der alle gut leben können

Titelbild „Die Welt reparieren“Das Potenzial der commonsbasierten Peer-Produktion
[Mein Beitrag zum neuen Sammelband Die Welt reparieren. Open Source und Selbermachen als postkapitalistische Praxis, herausgegeben von Andrea Baier, Tom Hansing, Christa Müller und Karin Werner (Transcript, Bielefeld 2016). Es ist auch möglich, das komplette Buch herunterzuladen (Lizenz: CC BY-NC-ND).]
Die Grundideen des Internets sind Offenheit und Dezentralität – jede soll mitmachen können, ohne erst andere um Erlaubnis fragen zu müssen. Wer heute das WWW benutzt, spürt davon womöglich nicht mehr viel. Wird nicht alles von einigen großen Plattformen wie Google, Facebook, Youtube und Amazon dominiert? Es mag so scheinen, doch ist das WWW nur ein kleiner Teil des Internets und die großen Plattformen sind nur ein kleiner Teil des WWW.
Und was auffällig ist: Auch bei Plattformen wie Facebook, Youtube und Twitter sind es die Benutzer (ich verwende weibliche und männliche Formen zufällig im Wechsel), die alle Inhalte beitragen – anders als beim Fernsehen und bei gedruckten Medien, deren Inhalte von bezahlten Profis erstellt werden. Google ist als Suchmaschine für die Vielfalt des WWW groß geworden, produziert also ebenfalls keine eigenen Inhalte, sondern ermöglicht es, diese zu finden. Beim Onlineshop Amazon spielt der „Marketplace“, auf dem Drittanbieter eigene Produkte verkaufen, eine zunehmend größere Rolle, und eBay lebt komplett von der Vermittlung der Angebote anderer Menschen und Firmen.

Selbstorganisierte Räume des Mitmachens und Teilens
Sogar bei diesen Plattformen scheint die Idee des allgemeinen Mitmachens noch durch, allerdings mit dem wichtigen Unterschied, dass es sich im Gegensatz zum Internet selbst um privat betriebene Orte handelt, die die Erlaubnis zur Beteiligung nach eigenem Gutdünken erteilen und widerrufen dürfen – was Facebook oder eBay nicht passt, wird von ihnen gelöscht. In den Weiten des Internets können dagegen alle beitragen, was sie für richtig halten, und nur im Falle von Gesetzesbrüchen können sie dafür von staatlichen Stellen zur Verantwortung gezogen werden.
Als digitaler Raum basiert das Internet auf Software und Wissen, und seinen Grundprinzipien der Freiheit und Vielfalt entsprechend sind Freie Software (auch Open Source genannt) und Freies Wissen seine Grundlagen. Auch hier steht die Erlaubnisfreiheit im Vordergrund: Freie Software ist nicht nur frei in dem Sinne, dass alle sie kostenlos herunterladen können. Sie räumt vielmehr allen Nutzerinnen umfassende Rechte ein, die als vier Freiheiten bekannt geworden sind:
Alle haben das Recht, Weiterlesen Eine Welt, in der alle gut leben können

Commons: Selbstorganisiertes (Re)Produzieren

Commons: Selbstorganisiertes (Re)Produzieren

degrowth-movementsLeslie Gauditz und Johannes Euler vom Commons-Institut haben in der Serie »Degrowth in Bewegung(en)« einen längeren Text aus Commons-Perspektive geschrieben, den wir hier in fünf Teilen veröffentlichen. Der Gesamttext kann als PDF bei Degrowth heruntergeladen werden.

Die folgenden Links werden aktiv, sobald die Artikel online gehen:
Commons: Die Kernidee

Commons: Die Bewegung

Commons: Das Verhältnis zu Degrowth

Commons: Anregungen

Commons: Ausblick

Links
> Weblog keimform – Auf der Suche nach dem Neuen im Alten

> Weblog CommonsBlog – Fundsachen auf der Allmendewiese

> What is Open Hardware? – Blogbeitrag zu freier Hardware
Verwendete und weiterführende Literatur
Acksel, Britta u. a. 2015. Commoning: Zur Kon-struktion einer konvivialen Gesellschaft. In: Konvivialismus. Eine Debatte. Adloff, Frank; Volker Heins (Hrsg.). Bielefeld: transcript. 133-145.
Acosta, Alberto 2016. Buen Vivir: Die Welt aus der Perspektive des Buen Vivir überdenken. Degrowth in Bewegung(en). Degrowth Webportal. (online im Herbst 2016)
Benkler, Yochai 2006. The Wealth of Networks: How Social Production Transforms Markets and Freedom. New Haven: Yale University Press.
Burkhart, Corinna; Eversberg, Dennis; Schmelzer, Matthias; Treu, Nina 2016. Degrowth: In Bewegung, um Alternativen zu stärken und Wachstum, Wettbewerb und Profit zu überwinden. Degrowth in Bewegung(en). Degrowth Webportal.
Della Porta, Donatella; Diani, Mario 1999: Social Movements. An Introduction. Malden/Oxford/Melbourne: Blackwell Publishing.
Euler, Johannes 2016. Commons-Creating Society: On the Radical German Commons Discourse. Review of Radical Political Economics 48(1): 93-110.
Habermann, Friederike 2015. Commonsbasierte Zukunft. Wie ein altes Konzept eine bessere Welt ermöglicht. Aus Politik und Zeitgeschichte 35-37/2015: 46-52.
Helfrich, Silke 2012. Gemeingüter sind nicht, sie werden gemacht. In: Commons: Für eine Politik jenseits von Markt und Staat. Helfrich, Silke; Heinrich-Böll-Stiftung (Hrsg.). Bielefeld: transcript. 85-91.
Helfrich, Silke; Bollier, David; Heinrich-Böll-Stiftung 2016: Die Welt der Commons. Muster gemeinsamen Handelns. Bielefeld: transcript.
Illich, Ivan 1998. Selbstbegrenzung: Eine politische Kritik der Technik. München: C.H. Beck.
Ostrom, Elinor 1999. Die Verfassung der Allmende: Jenseits von Staat und Markt. Tübingen: Mohr Siebeck.
Meretz, Stefan 2014a. Grundrisse einer freien Gesellschaft. In: Aufbruch ins Ungewisse: Auf der Suche nach Alternativen zur kapitalistischen Dauerkrise. Konicz, Tomasz; Rötzer, Florian (Hrsg.). Hannover: Heise. 152-182.
Meretz, Stefan 2014b. Keimform und gesellschaftliche Transformation. Streifzüge 60: 7-9.
Muraca, Barbara 2014. Gut leben: Eine Gesellschaft jenseits des Wachstums. Berlin: Wagenbach.
Siefkes, Christian 2013. Freie Quellen oder wie die Produktion zur Nebensache wurde. In: „Etwas fehlt“ – Utopie, Kritik und Glücksversprechen. Jour Fixe Initiative Berlin (Hrsg.). Münster: Edition Assemblage. 255-272. Zugriff: 22.06.2016.

Vortrag in Münster: Commons – Gemeinsam produzieren ohne Profitlogik

Vortrag in Münster: Commons – Gemeinsam produzieren ohne Profitlogik

Das FreiraumKollektiv in Aktion, siehe http://www.freiraumkollektiv.org/ueber-uns.html

Letzten Jahr bin ich auf Einladung des Verdi-Erwerbslosenausschusses nach Münster kommen. Dieses Jahr werde ich dort erneut einen Vortrag halten, diesmal auf Einladung des Vereins FreiraumKollektiv.

Mein Vortrag mit anschließender Diskussion zum Thema Commons findet am Donnerstag, 12. Mai 2016 von 19 bis 21 Uhr in der Gaststätte SpecOps statt (Von-Vincke-Straße 5, 48143 Münster).
Der Abend gehört zu einer Vortragsreihe zum Thema Was wäre wenn?  Ökonomie – Kritik – Alternativen.
Aus der Ankündigung:
Im Kapitalismus wird nur gemacht, was Profit verspricht, auch wenn das zwangsläufig auf Kosten von Menschen und Natur geht. Doch diese Logik ist nicht alternativlos – Ansätze wie Freie Software, Open Hardware, solidarische Landwirtschaft, Mietshäuser-Syndikat zeigen, dass es anders geht. Sie basieren auf Commons, die kollektiv hergestellt und gepflegt werden und von vielen oder allen genutzt werden können. Und die Menschen kooperieren auf Augenhöhe, statt sich anderen unterzuordnen oder gegen andere konkurrieren zu müssen. Wie kann diese alternative gesellschaftliche Logik verallgemeinert werden?

Die späteren Termine in der Reihe werden von Elisabeth Voß und vom trouble every day collective bestritten — die Veranstaltungsseite des FreiraumKollektivs verrät mehr. Durchgeführt wird die Reihe vom FreiraumKollektiv in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW und dem AStA der Fachhochschule Münster-Steinfurt. Der Eintritt ist jeweils frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Zweites Commons-Buch online – als PDF und HTML

http://keimform.de/2015/zweites-commons-buch-online-als-pdf-und-html/
welt-der-commonsDer Verlag Transcript hat – was erst nicht so aussah – das neue Commons-Buch als Open-Access-PDF online frei zur Verfügung gestellt. Das ist super!
Noch großartiger ist die (vom Verlag unabhängige) Website band2.dieweltdercommons.de, auf der alle Texte samt Grafiken und Bildern als HTML umgesetzt wurden. Damit können Texte leichter am Bildschirm gelesen und bei Bedarf zusammenhängend (für Zitate o. dgl.) kopiert werden. Das geht bei PDFs nicht (so gut). Auch cool: Der Verlag hat wiederum diese Website – ebenso wie die zum ersten Band – auf der Seite zum Buch verlinkt.
Für Transcript scheint es aufzugehen: Auch mit freien Downloads werden Bücher verkauft. Downloads sind Werbung, denn wirklich lesen will ich das Buch doch lieber als physisches Exemplar. Damit arbeiten hingegen will ich elektronisch, dafür brauche ich die Texte in digitaler Form.