„Auf der Straße sind wir in einer Grauzone“

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Paris/COP 21

Freitag, 11. Dezember 2015, 12:04 Uhr

BildIhren Protest will die Klimabewegung am morgigen Samstag endlich wieder auf die Straße tragen, auch wenn die Polizei dies im geltenden Ausnahmezustand nur „tolerieren“ will, sagt Christophe Aguiton von Attac Frankreich, Aktivist in der Bewegung für mehr Klimagerechtigkeit. Öffentliche Aktionen sind für Aguiton auch nötig, um die Zivilgesellschaft auf dem Weg der Energiewende mitzunehmen.
Bildklimaretter.info: Herr Aguiton, die Klimabewegung ist fest entschlossen, am Samstag zu demonstrieren. Sie will das „letzte Wort“ zu den Verhandlungen haben. Warum ist das so wichtig?
Christophe Aguiton: Das ist aus zwei Gründen so entscheidend: Erstens wollen wir die Interpretation des Gipfel-Ergebnisses nicht den Staatenvertretern überlassen. Der Vertrag wird absolut miserabel sein angesicht dessen, was wir tun müssten, um die Klimakrise effektiv zu bekämpfen.
Die Konferenz behandelt das zentrale Problem – den tatsächlich notwendigen Umfang der Treibhausgasreduktion – gar nicht. Denn das wurde ja alles dem sogenannten INDC-Prozess überlassen, bei dem die Staaten selbst ihre Ziele benennen, die aber vollkommen unzureichend und darüber hinaus absolut unverbindlich sind. Dennoch werden die Verhandler das Ergebnis als Erfolg verkaufen.
Unser Protest soll zeigen, dass wir es nicht hinnehmen, dass die Staatenvertreter über die zentralen Fragen gar nicht sprechen: nicht über die Verantwortung der Konzerne, nicht über die fatale Rolle des extraktivistischen Wirtschaftssystems, nicht über die Rolle der Regierung als oftmals nur verlängerter Arm der Wirtschaftslobbyisten. Das wollen wir so nicht stehen lassen. Wir werden das letzte Wort haben. Weiterlesen „Auf der Straße sind wir in einer Grauzone“