Nach Glasgow und vor der Ampel: Wie weiter mit der Klimabewegung?

Kohlegegnerinnen und -gegner protestieren gegen gegen den Tagebau in Lützerath, 31.10.2021 (IMAGO / Future Image)

Uneiniger könnte die Klimabewegung kaum sein: Als Ende November die 26. UN-Klimakonferenz (COP26) in Glasgow stattfand, kursierten einerseits Bilder von Luisa Neubauer, Mitgründerin der deutschen Fridays-for-Future-Bewegung, im angeregten Gespräch mit Prinz William und Barack Obama im Netz.[1] Nur kurz darauf äußerte sich Greta Thunberg in einem Tweet: „Eine Kurz-Zusammenfassung [der Konferenz]: Bla, bla, bla.“[2] Während die eine in der Gipfeldiplomatie mitspielen will, lehnt die andere sie mit fast despektierlichen Worten ab: Sinnbildlicher könnte die strategische Entzweiung der Klimabewegung kaum zum Ausdruck kommen.

Die Ergebnisse der 26. Weltklimakonferenz in Glasgow sowie der Koalitionsvertrag der Ampel wurden bereits im Voraus als die Meilensteine der Klimapolitik für die kommenden Jahre angekündigt: In Glasgow sollten die internationalen Vereinbarungen zu den Klimaschutzmaßnahmen zur Einhaltung des Pariser 1,5-Grad-Ziels erstmalig nachgeschärft werden. Und der in Berlin ausgehandelte Koalitionsvertrag zwischen SPD, den Grünen und FDP würde den Rahmen für die deutsche Klimapolitik der nächsten Jahre in den zentralen Transformationsbereichen Energie, Landwirtschaft, Bau und Verkehr setzen.

Doch beide enttäuschten die Erwartungen von Klimaaktivist*innen. Denn jetzt ist klar: Die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius, die Fridays for Future in den vergangenen Jahren forderte, ist nicht mehr haltbar. Im allerbesten Fall erwärmt sich die Erde auf mindestens 1,8 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter – und zwar nur für den Fall, dass alle Staaten ihre Versprechen einhalten, wofür es vielfach noch keine Maßnahmen und Umsetzungspläne gibt.[3] Wahrscheinlicher aber ist stattdessen eine deutlich stärkere Erwärmung auf rund 2,7 Grad[4] oder mehr. Und auch wenn die Ampel das 1,5-Grad-Ziel in der Prosa des Koalitionsvertrages prominent hervorhebt – Deutschland wird die eigenen Klimaziele in den nächsten Jahren wieder verfehlen.[5]Dieser Artikel stammt aus der Ausgabe Januar 2022. Klicken Sie hier, um zur Inhaltsübersicht dieser Ausgabe zu gelangen.

Während also die Ampel die eigenen Klimaschutzziele reißt, sagen Klimawissenschaftler*innen bereits voraus, dass auch eine Begrenzung der Erderwärmung auf „deutlich unter zwei Grad“, wie es das Pariser Klimaabkommen vorschreibt, nicht ausreichen wird, um katastrophale Schäden abzuwenden.[6] 1,5 Grad sind die kritische Grenze, jenseits derer die Folgen nur noch schwer absehbar werden. Denn aufgrund der Kippelemente im Klimasystem hätte eine solche Erwärmung drastische Folgen: Weltweit würde das Überschwemmungsrisiko auf mehr als 20 Prozent der Landesflächen zunehmen und der Meeresspiegel würde jedes Jahr um vier bis acht Millimeter ansteigen.[7] Schon dieses Jahr fluteten Regenfälle Teile Chinas und Westeuropas. Allein im Ahrtal kamen mehr als 180 Menschen in reißenden Sturzfluten ums Leben, während fast zeitgleich im pazifischen Nordwesten der USA hunderte weitere den Folgen extremer Hitze erlagen, in Griechenland und Sibirien Waldbrände wüteten und es in Brasilien zu einer Rekorddürre kam.[8]

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Exklusiv: Was geschah auf der Sea-Watch 3?

Ganz Europa spricht und streitet heftig über die Fahrt der Sea-Watch 3. Die Kapitänin Carola Rackete bringt nach zähen und ergebnislosen Verhandlungen, trotz Verbots der italienischen Behörden, rund 40 aus Seenot gerettete Menschen in den Hafen von Lampedusa. Über Wochen hat kein europäischer Hafen ihr erlaubt, sie an Land zu bringen. Was hat sich hinter den Kulissen abgespielt? Warum traf die Kapitänin eine Entscheidung, die ihr sogar eine Gefängnisstrafe einbringen kann? Wir berichten euch exklusiv über die Geschehnisse auf der Sea-Watch 3 und zeigen euch die Vorgeschichte. Denn unsere Reporter Nadia Kailouli und Jonas Schreijäg waren die drei Wochen mit an Bord. Ein Film von Nadia Kailouli und Jonas Schreijäg Schnitt: Tim Rieckmann Mischung: André Brickwedde Grafik: Nico Peters Redaktion: Anna Orth, Sven Lohmann #seawatch #seenotrettung #funk ______________ Jeden Dienstag Ihr habt Themenvorschläge? Schreibt uns an: strg_f@ndr.de Ihr wollt nichts verpassen? Abo: https://tinyurl.com/strg-f Twitter: https://twitter.com/STRG_F Instagram: https://www.instagram.com/strg_f/ Facebook: https://www.facebook.com/strgfofficial/ Wir sind Teil von funk! Mehr Infos gibt’s unter: YouTube: https://youtube.com/funkofficial Web-App: https://go.funk.net Facebook: https://facebook.com/funk Impressum: https://go.funk.net/impressum

Carola Rackete liest aus „Handeln statt Hoffen“ mit Marco Seiffert

https://www.radioeins.de/programm/index.htm/psdoc=%21content%21rbb%21rad%21programm%21sendungen%21sendungen%21369%211911%21191102_20_00_sondersendung_7011.html

Die Kapitänin Carola Rackete traf im Juni dieses Jahres eine mutige Entscheidung: trotz des Verbots des italienischen Innenministeriums lief sie mit der Sea Watch 3 und 40 aus dem Mittelmeer geretteten geflüchteten Menschen an Bord in den Hafen von Lampedusa ein. Damit wurde sie über Nacht weltweit bekannt: zum Vorbild für die einen, angefeindet von den anderen.

In Ihrem Buch „Handeln statt Hoffen – Aufruf an die letzte Generation“, erzählt sie, warum sie sich so bedingungslos für Menschlichkeit, globale Gerechtigkeit und Naturschutz einsetzt. Denn dass Menschen aus ihrer Heimat fliehen, hängt unmittelbar mit der Klimakrise und der zunehmenden globalen Ungerechtigkeit zusammen. Das Buch ist ein Aufruf, endlich zu handeln, denn es geht um nichts weniger als die gemeinsame Zukunft auf unserem Planeten.
 
„Handeln statt Hoffen“ erscheint erst am 4. November. doch wir werfen gemeinsam mit Carola Rackete bereits vorab einen Blick in das Buch. radioeins lädt am Samstag, den 2. November, zur Buchvorstellung und zum Talk in den Großen Sendesaal des rbb, moderiert von Marco Seiffert.


„Handeln statt Hoffen – Aufruf an die letzte Generation“ von Carola Rackete erscheint bei Droemer/Knaur, hat 176 Seiten und kostet 16,00 Euro.

Alle Autorenhonorare aus dem Buch werden gespendet an die NGO „borderline-europe – Menschenrechte ohne Grenzen e. V.“, die sich für die Rechte Geflüchteter einsetzt.

Carola Rackete im Großen Sendesaal des rbb

https://www.radioeins.de/programm/sendungen/der_schoene_morgen/_/buchvorstellung-und-talk-mit-carola-rackete-im-grossen-sendesaal.html

Die Kapitänin Carola Rackete lief im Juni dieses Jahres – trotz des Verbots des italienischen Innenministeriums – mit der „Sea Watch 3“ und aus dem Mittelmeer geretteten geflüchteten Menschen an Bord in den Hafen von Lampedusa ein.

Carola Rackete und Marco Seiffert im Großen Sendesaal des rbb © radioeins / Saupe
Carola Rackete und Marco Seiffert im Großen Sendesaal des rbb | © radioeins / Saupe

Damit wurde sie über Nacht weltweit bekannt – wurde zum Vorbild, aber auch angefeindet.

Gestern hat sie ihr Buch „Handeln statt Hoffen – Aufruf an die letzte Generation“ im großen Sendesaal des rbb in Berlin-Charlottenburg vorgestellt.

Unsere Kollegin Julia Vismann war dabei und fasst den Abend zusammen.

Durch die Nacht mit Carola Rackete und Maja Lunde | ARTE

Am 20.10.2019 veröffentlicht

Klimaaktivistin Carola Rackete: „Wir befinden uns an einem sehr, sehr kritischen Zeitpunkt“

Klimaaktivistin Carola Rackete: „Wir befinden uns an einem sehr, sehr kritischen Zeitpunkt“ | rbb24

rbb24

  1. Politik

Audio: Inforadio | 01.11.2019 | Quelle: Michael Ramm

Interview | Klimaaktivistin Carola Rackete

„Wir befinden uns an einem sehr, sehr kritischen Zeitpunkt“

Bekannt wurde Carola Rackete als Seenotretterin im Mittelmeer – inzwischen tritt sie mehr als Klimaaktivistin in Erscheinung. Warum beides miteinander zu tun hat, erklärt sie im rbb-Interview anlässlich der Veröffentlichung ihres Buchs „Handeln statt Hoffen“.

Im vergangenen Sommer wurde Carola Rackete als Kapitänin der „Sea-Watch 3“ bekannt: Sie lief trotz Verbots durch die italienischen Behörden in den Hafen von Lampedusa ein – an Bord Dutzende Flüchtlinge, die sie und ihre Crew aus dem Mittelmeer gerettet hatten. Rackete wurde festgenommen und mehrere Tage unter Hausarrest gestellt.

Rackete, die Nautik und Naturschutzmanagement studiert hat, ist auch Klimaaktivistin. Sie warnt, dass aufgrund von Klimaveränderungen weitere Flüchtlingsströme entstehen könnten. Darüber schreibt sie auch in ihrem Buch „Handeln statt Hoffen. Aufruf an die letzte Generation“, das am 4. November erscheint.

rbb: Frau Rackete, Sie haben das Buch „Handeln statt hoffen. Aufruf an die letzte Generation“ geschrieben. Haben Sie sich dafür jeden Tag hingesetzt und eisern geschrieben – oder wie das Buch in doch relativ kurzer Zeit zustande gekommen?

Das Buch wurde mit einer Ghostwriterin geschrieben, mit der ich sehr eng zusammengearbeitet habe. Wir haben sehr viele Interviews und Gespräche geführt – und Weiterlesen Klimaaktivistin Carola Rackete: „Wir befinden uns an einem sehr, sehr kritischen Zeitpunkt“

unerwünschte Aufmerksamkeit, Einladungen & Auszeichnungen erhalten von EU Staaten & Institutionen

Sea-Watch (@seawatchcrew)
”Ich habe viel unerwünschte Aufmerksamkeit, Einladungen & Auszeichnungen erhalten von EU Staaten & Institutionen, nachdem ich in Lampedusa eingelaufen bin.
Wo waren Sie, als wir da draußen über alle operativen, rechtlichen, medialen & andere diplomatische Kanäle um Hilfe baten?“ pic.twitter.com/6CZwuXAb5K

Carola Rackete: Klimawandel und Seenotrettung

«Das naturwissenschaftliche Verständnis über den Klimawandel ist da, was fehlt, ist der politische Wille.»

Wir haben mit Carola Rackete, Kapitänin der Sea-Watch und Aktivistin bei Extinction Rebellion, darüber gesprochen, wie der Klimawandel die Lebensgrundlage vieler Menschen zerstört und was ziviler Ungehorsam erreichen kann.

#FridaysForFuture #Klimastreik #AlleFuersKlima

Eine Geschichte zum Vorlesen und Lesen, über das Füreinanderdasein

HoGeSatzbau (@hogesatzbau)
+++ Heute ist Veröffentlichung +++

#911 und es sterben Menschen im Mittelmeer!
Ein Bildungs-#Anschlag auf unschuldige Kinder? #Indoktrination #Propaganda im Kinderzimmer.

hogesatzbau.de/rakete

Happy Birthday Käpt*in Rakete.
⁦‪@seawatchcrew‬⁩ ⁦‪@CaroRackete‬⁩

Auszeichnung für Seenotrettung

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Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Die Kapitänin der »Sea-Watch 3«, Carola Rackete

Die Ehrenmedaille des katalanischen Parlaments geht in diesem Jahr an die Kapitänin der »Sea-Watch 3«, Carola Rackete, und den Gründer der spanischen Hilfsorganisation »Proactiva Open Arms«, Òscar Camps. Mit der Auszeichnung, die am heutigen Dienstag abend in Barcelona überreicht werden soll, werde man ihren Einsatz bei der Verteidigung der Menschenrechte würdigen, erklärte Parlamentsvizepräsident Josep Costa auf einer Pressekonferenz in der vergangenen Woche. »Sie erinnern uns daran, dass die Rettung oder der Schutz von Menschenleben in Gefahr eine unabweisbare Verpflichtung ist, der wir uns nicht entziehen können.«

Die Medaille wird seit Weiterlesen Auszeichnung für Seenotrettung