Kapitalismus im Größenwahn

von Bernhard Romeike

In dem seit 2001 in mehreren Auflagen erschienenen globalisierungskritischen Buch „Schwarzbuch Markenfirmen“ erscheint auch die Bayer AG. 1863 gegründet ist sie einer der größten deutschen Konzerne, mit 117.000 Beschäftigten weltweit und einem Konzernumsatz von etwa 40 Milliarden Euro ein deutscher „Global Player“.
Auf der diesjährigen Hauptversammlung am 26. April 2019 in Bonn verweigerten die Anteilseigner dem Vorstand jedoch die Entlastung: 55,5 Prozent des anwesenden Grundkapitals stimmten gegen und nur 44,5 Prozent für die Entlastung. Für Vorstandschef Werner Baumann war das „eine schallende Ohrfeige“, „eine Blamage“, „eine Schande“ hieß es im Wirtschaftsteil großer Zeitungen und bei der „Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz“. Das Votum hat zwar keine direkten Folgen für den Vorstand, der Komment in diesen Sphären deutschen Gesellschaftslebens besagt jedoch, dass „man“ dann das Feld räumt.
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Das geplante Zusammengehen von Bayer und Monsanto bedroht nicht nur Kleinbauern, sondern auch Konsumenten.

https://www.jungewelt.de/m/artikel/306424.es-geht-nicht-darum-afrika-zu-ern%C3%A4hren.html
 Gespräch mit Stephen Greenberg

Foto: Siphiwe Sibeko/Reuters

Stephen Greenberg koordiniert das Forschungsprojekt zu Nahrungsmittelsicherheit, Saatgut und Bodenfruchtbarkeit im südlichen und östlichen Afrika am African Centre for Biodiversity in Johannesburg
Das African Centre for Biodiversity hat kürzlich in einer Studie festgestellt, »dass ein potentielles Zusammengehen von Bayer und Monsanto signifikant negative Auswirkungen auf den Saatgut- und Pestizidsektor sowie für Bauern und Konsumenten in Südafrika haben würde«. Der Bayer-Vorstandsvorsitzende Werner Baumann spricht dagegen von einer »phantastischen Kombination für die moderne Landwirtschaft«, die »die Werkzeuge bereitstellt, um eine schnell wachsende Bevölkerung zu ernähren«. Was ist daran negativ?
Ich bin mir nicht sicher, ob die Agenda dieser Konzerne wirklich darin besteht, die Bevölkerung Afrikas zu ernähren oder ob es nicht doch darum geht, Profite aus der afrikanischen Landwirtschaft zu ziehen. Wir haben große Probleme damit, wie diese Fusionen – es ist ja nicht nur Bayer-Monsanto, sondern es sind auch ChemChina und Syngenta sowie Dow und DuPont – vonstatten gehen. Diese Konzerne kontrollieren zusammen etwa 75 Prozent der privaten Agrarforschung und -entwicklung. Damit sind Landwirte im Prinzip gezwungen, gewisse technologische Pakete anzunehmen, um weiter auf kommerzieller Basis Landwirtschaft treiben zu können.
In der Studie liegt ein Hauptaugenmerk auf Weiterlesen Das geplante Zusammengehen von Bayer und Monsanto bedroht nicht nur Kleinbauern, sondern auch Konsumenten.

Bayer Die Monsanto-Übernahme ist ein riesengroßes Risiko

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/bayer-die-monsanto-uebernahme-ist-ein-riesengrosses-risiko-1.3003445

Bayer wird sich letztendlich hoch verschulden müssen. Das schränkt den Konzern enorm ein. Von den Unsicherheiten rund um Glyphosat ganz zu schweigen.
Kommentar von Elisabeth Dostert
Geld sticht Argumente. Die Logik hinter dem fetten Angebot, das Bayer den Aktionären von Monsanto unterbreitet, ist einfach. 122 Dollar in bar bieten die Deutschen je Aktie. Insgesamt 62 Milliarden Dollar ist es ihnen wert, der weltweit größte Anbieter von Saatgut und Chemikalien für die Landwirtschaft zu werden.
Für die Monsanto-Aktionäre ist das mit Blick auf die Kursentwicklung in den vergangenen Monaten ein unwiderstehliches Angebot. 122 Dollar je Aktie, es ist mehr als ein Jahr her, dass die Papiere von Monsanto so viel wert waren. In den vergangenen Monaten ging es mit Schwankungen abwärts. Am 9. Mai kostete die Aktie rund 89 Dollar. Kurz danach wurden die Spekulationen um eine Übernahme immer lauter, und der Aktienkurs von Monsanto stieg.
Bayer wird sich hoch verschulden müssen
Für die Investoren und auch die Mitarbeiter von Bayer ist es ein Angebot mit erheblichen Risiken und Nebenwirkungen. Die Übernahme soll zu einem Viertel über Eigenkapital finanziert werden, der überwiegende Teil davon soll aus einer Kapitalerhöhung kommen.
Um den kompletten Preis zu zahlen, muss Weiterlesen Bayer Die Monsanto-Übernahme ist ein riesengroßes Risiko