Exklusive Dokumente: USA ermitteln gegen Assange

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Leider gehen auch die staatlichen Angriffe auf die Pressefreiheit weiter: Nach der Verhaftung von WikiLeaks-Gründer Julien Assange in England, ermitteln nun die USA wegen Verbreitung geheimer Informationen. Offiziell wird ihm Hacking vorgeworfen, aber die Behörden ermitteln auch wegen „Erhalt und Verbreitung geheimer Informationen“, worauf die Todesstrafe stehen könnte. Das geht aus einem Brief des US-Justizministeriums hervor, den wir veröffentlichen(english version).

In London hat die Polizei festgenommene Aktivist:innen im Internet öffentlich an den Pranger gestellt, die vergangene Woche an Klimaprotesten mit Blockadeaktionen teilgenommen hatten. Nachdem dort mehr als 1.000 Menschen in Gewahrsam genommen wurden, veröffentlichte die Polizei eine Liste von Demonstrant:innen mit Geburtsdatum und Wohnort, die gegen Gesetze verstoßen haben könnten.

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Neulich in Moskau

03.05.2015 •Die Regisseurin Angela Richter hat für ihr neues Stück Edward Snowden in Moskau getroffen. Hier erzählt sie, was sie von ihm gelernt hat und wie sich Snowden von anderen Whistleblowern unterscheidet.

Als Theaterregisseurin beschäftigen Sie sich seit einiger Zeit verstärkt mit den Themen Massenüberwachung und Whistleblower. Wie kam es zu Ihrem Interesse dafür?

Angefangen hat es mit den Wikileaks-Enthüllungen. Ich fand das irre und wollte ein Stück darüber machen, und weil meine Stücke meistens auf Interviews basieren, wollte ich unbedingt mit Julian Assange sprechen.

Sie haben dann auf Ebay ein Essen mit ihm ersteigert. Die Geschichte ist eigentlich bekannt, Sie haben im „Spiegel“ darüber geschrieben, ganz kurz noch mal.

Paypal, Mastercard und Visa hatten zu der Zeit die Wikileaks-Konten blockiert, und Assange brauchte Geld, um die Organisation am Laufen zu halten, weshalb er sozusagen sich selbst versteigert hat. Es gab acht Plätze, und ich habe einen davon ergattert. Ich glaube, es hat 1600 Euro gekostet. Es war alles völlig absurd. Slavoj Žižek war auch da, und Laura Poitras, die damals einen Film über Wikileaks machen wollte – da kam ihr dann Edward Snowden dazwischen . . . Weiterlesen Neulich in Moskau