Volker Weiß über Akteure, Ideologie und Entwicklung der Neuen Rechten

Tacheles: Volker Weiß über Akteure, Ideologie und Entwicklung der Neuen Rechten

https://youtu.be/5xtMdgVayOw

Am 09.11.2017 veröffentlicht
Mit dem Historiker und Publizisten Volker Weiß („Die autoritäre Revolte“, Klett-Cotta 2017) sprachen wir auf der Frankfurter Buchmesse über aktuelle Entwicklungen der Neuen Rechten.

Wer sind ihre Akteure und nach welchen Konzepten gehen sie vor? Was sind die Merkmale, Methoden und Motive ihrer Ideologie? Wie können Politik, Medien und Zivilgesellschaft auf ihr Erstarken reagieren?

In einem zweiten Teil des Interviews sprechen wir über „Finis Germania“ und den Antisemitismus der Neuen Rechten.

Tacheles: Das JFDA lädt zum Gespräch – und blickt so über den Tellerrand der eigenen Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit hinaus.
Ob Künstler, Wissenschaftlerin, oder Aktivistin – wir wollen ihre Perspektiven kennen lernen. Was sind die spezifischen Problemlagen in den einzelnen zivilgesellschaftlichen Sphären? Wie werden sie verarbeitet?

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Komm morgen in den Hambacher Wald – mach Druck auf RWE

Komm morgen in den Hambacher Wald – mach Druck auf RWE
Datum Heute, 05.10.2018 17:13
Foto des Kontakts

Hallo

die Rodungen im Hambacher Forst sind vorerst gestoppt. Das entschied heute das Oberverwaltungsgericht Münsterland, ein Urteil, das es ohne unseren Druck wahrscheinlich nicht gegeben hätte.

Damit ist klar: Morgen findet der größte Waldspaziergang statt, den der Hambacher Forst je gesehen hat. Zehntausende reisen an, um den Wald zu retten. 

Und gerade erfuhren wir, dass nun auch die Demonstration genehmigt wurde. Wir stehen auf gegen RWE – den Großkonzern, dem es nicht um das Klima, die Natur und die Menschen geht, sondern allein um seine Profite. Wir stehen auf gegen die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen, die dies ermöglicht. Demokratie bedeutet, dass Menschen selbstbewusst ihre Meinung und ihren Willen zeigen können.

Komm dazu und mach mit. Wir werden als Sammlungsbewegung durchgehend vor Ort sein: Es gibt ein Aufstehen-Zelt auf dem Kundgebungsplatz. Hier können wir uns kennenlernen, vernetzen und organisieren.

Wer früh kommen kann, findet Aufstehen schon morgens im Camp ManheimUnser allgemeines Aufstehen-Treffen machen wir am Samstag um 13:30 Uhr auf dem Kundgebungsplatz am Aufstehen-Zelt. Zum Facebook-Event anmelden.

Brauchst Du noch eine Mitfahrgelegenheit? Wenn Du schnell bist, findest Du hier noch eine.

Was Du vorher schon tun kannst:

Falls Du morgen nicht kommen kannst: Auch Du kannst den Protest wirkungsvoll unterstützen. Mach das Thema auf Facebook, Twitter, Instagram und Co mit #AufstehenFuerHambi bekannt. Wir haben noch etwas anderes für Dich. Hier findest Du eine Aufstellung der kommunalen Beteiligungen an RWE:

Ist Deine Stadt dabei? Hält sie Aktien von RWE? Dann solltest Du Dir mit den Aufständischen in Deiner Gegend eventuell Gedanken machen, wie wir das öffentlich machen und Druck aufbauen können, dass diese Anteilseigner sich unmissverständlich gegen eine Rodung des Hambacher Waldes und für einen sozialökologischen Umbau des Konzerns positionieren.

Es geht hier um die Verschmelzung von Staat und Konzernmacht. Deshalb ist die Massenbewegung für den Erhalt des Hambacher Waldes auch eine Auseinandersetzung um die Demokratie.

Jetzt ist die Zeit, sich in Bewegung zu setzen.

Dein Aufstehen Team

 

 

 

Die Krise der liberalen Demokratie und der Aufstieg der Neuen Rechten (Vortrag auf dem Krisis-Seminar 2018 – Audio)

http://www.krisis.org/2018/die-krise-der-liberalen-demokratie-und-der-aufstieg-der-neuen-rechten-vortrag-auf-dem-krisis-seminar-2018-audio/

Die Krise der liberalen Demokratie und der Aufstieg der Neuen Rechten (Vortrag auf dem Krisis-Seminar 2018 – Audio) 

Vortrag von Norbert Trenkle im Rahmen des Krisis-Seminars am 21. September 2018

Teil 1: Die liberale Demokratie: Selbstverwaltung der Warenbesitzer

Teil 2: Die Epoche der liberalen Demokratie und ihre Krise

Teil 3: Demokratische Regression und die Hilflosigkeit des Liberalismus

Clickworker aller Länder …

https://e-paper.oxiblog.de/de/profiles/9b3e2b784504/editions/10b18ca06deaa5f8a9ae/preview_pages/page/2

Sabine Nuss

Wer einmal eine Weile damit zugebracht hat, bei Amazons Mechanical Turk »menschliche Intelligenzaufgaben« zu lösen, reibt sich die Augen: Warum wird so ein Hype um künstliche Intelligenz (KI) und Roboter gemacht? Letztere sollen ja angeblich unsere Jobs übernehmen, uns überflüssig machen. Man hört bereits den metallischen Klang der Schritte neuer Maschinenstürmer; Industriearbeiterinnen, die den Roboter sabotieren, Fachangestellte, die dem Computer den Stecker ziehen. Aber so weit ist es noch nicht.

Der Mechanical Turk gehört zum Reich des Internetgiganten Amazon und ist ein Paradebeispiel für das, was »Gig Economy« genannt wird – vom englischen Wort für den »kurzen Auftritt«. Auf dem virtuellen Marktplatz werden nicht Verkäufer und Käufer von Kleidern, Fahrrädern oder Konzertkarten zusammengebracht, sondern bei MTurk finden sich die Verkäufer und Käufer von Arbeitskraft. Vermittelt werden »Human Intelligence Tasks«, kleine Aufgaben. Ein HIT kann alles Mögliche beinhalten: Kassenzettel abtippen (man weiß nicht, wofür), Umfragen beantworten (über »Upcycling-Lebensmittel«, was immer das ist), die Qualität von Audioaufnahmen beurteilen, Gesten in Webkameras machen und so weiter. Vielen dieser Aufgaben merkt man sofort an: Hier sollen tonnenweise Daten gesammelt werden, damit Algorithmen trainiert werden können. Der Mensch als Lernhilfe für künstliche Intelligenz.

Weltweit existieren über 2.000 Weiterlesen Clickworker aller Länder …

Die Widersprüche der Digitalisierung und die Frage: Wie wollen wir leben?

Eine Debatte anzetteln

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Tom Strohschneider

Vor ein paar Tagen forderte die Weltbank, »die Arbeitsmarktpolitik, die Besteuerung und die soziale Absicherung« in Europa zu reformieren, »um gefährdete Beschäftigte besser zu schützen und der steigenden Ungleichheit entgegenzuwirken«. Die EU-Staaten seien »unzureichend auf den digitalen Wandel« vorbereitet, hieß es in Berichten über eine entsprechende Studie, die nicht allzu viele Schlagzeilen machte – weil es von ihrer Art inzwischen Aberdutzende gibt.

Wie ist die Lage? Die immer tiefere Durchdringung von Produktion, Alltag und Kommunikation durch digitale Anwendungen reißt neue gesellschaftliche Gräben auf, betrifft bisher einigermaßen »sichere« soziale Milieus, entwertet Lebens- und Berufserfahrungen, sägt an den politischen Hebeln nationalstaatlicher Markteinbettung, schaffte neue Verteilungsprobleme und Ungleichheiten. Wo in Weltregionen, die sich bisher an der Spitze der ökonomischen Entwicklung sahen, das Aufstiegsversprechen für einen wachsenden Teil der Bevölkerung nicht mehr gilt, erodiert auch die Legitimation der real existierenden ökonomischen und politischen Verhältnisse. Helfen die Vorschläge der Weltbank dagegen? Man kann das positiv sehen: Auf dem mühsamen Weg der Erkenntnis muss schon ein Stück geschafft worden sein, wenn eine solche Institution eine universelle Grundsicherung für alle Beschäftigungsverhältnisse, mehr Chancengleichheit durch verbesserten Zugang zur (Aus-)Bildung in digitalen Fertigkeiten sowie Weiterlesen Die Widersprüche der Digitalisierung und die Frage: Wie wollen wir leben?

»In Sachsen ist Schwarz-Blau möglich«

Der Politologe Christoph Butterwegge über Ursachen für den AfD-Aufstieg und Strategien gegen Rechtspopulismus

Sie haben mit zwei Kollegen ein neues Buch zur AfD veröffentlicht. Zeitgleich werden Umfragen publik, laut denen die AfD die stärkste Partei im Osten ist. Wird sie dort zur Volkspartei?

Sie ist eher eine völkisch-nationalistische Partei. Volkspartei würde ich nur eine Partei nennen, die alle Bevölkerungsschichten repräsentiert und die Interessen des Volkes, also auch und besonders seiner benachteiligten Schichten, vertritt. Das tut die AfD gerade nicht. Sie ist keineswegs die »Partei der kleinen Leute«, wie ihr Partei- und Fraktionsvorsitzender Alexander Gauland sie nennt. Eher ist sie eine Partei des großen Geldes, was ihre Sponsoren betrifft, oder eine Partei der Privilegierten, wenn man ihre Programmatik und ihre Parlamentstätigkeit betrachtet. Da ist dann von einem überbordenden Sozialstaat die Rede, der im Sinne des neoliberalen Mantras »verschlankt« werden soll. Armut wird nicht als strukturelles Problem, sondern bloß als ein Importprodukt gesehen, das Flüchtlinge sowie Migranten aus weniger reichen EU-Ländern einschleppen. Die auch bei Einheimischen wachsende Not wird weder wahr- noch ernstgenommen. Reichtumsförderung ist aber keine Armutsbekämpfung. Da will die AfD den Solidaritätszuschlag möglichst sofort abschaffen. Davon würden in erster Linie Spitzenverdiener, große Unternehmen und Menschen mit hohen Kapitaleinkünften profitieren. Denn die Geringverdiener zahlen den »Soli« gar nicht und Normalverdiener nur in geringer Höhe.

Christoph Butterwegge

Prof. Dr. Christoph Butterwegge hat bis 2016 Politikwissenschaft an der Universität zu Köln gelehrt. Soeben ist sein Buch »Rechtspopulisten im Parlament. Polemik, Agitation und Propaganda der AfD« erschienen, das er zusammen mit Gudrun Hentges und Gerd Wiegel geschrieben hat. Mit ihm sprach Aert van Riel.

Trotzdem wird die AfD auch von kleinen Leuten – Erwerbslosen und Arbeitern – gewählt. Wie ist das zu erklären?

Ob die Partei bei Menschen aus diesen Schichten große Resonanz findet, ist umstritten. Hauptsächlich dürften Menschen aus der Mittelschicht die AfD wählen. Wie alle rechtspopulistischen Parteien propagiert sie nämlich, dass die korrupten Eliten und die faule Unterschicht der fleißigen Mittelschicht auf der Tasche liegen. Angehörige der Mittelschicht, die Angst Weiterlesen »In Sachsen ist Schwarz-Blau möglich«

Wir müssen jetzt handeln!Für die Aquarius und zivile Seenotrettung!

Text der Petition

Wir, die Zivilgesellschaft, schließen uns der Besatzung der Aquarius an und fordern alle europäischen Staaten mit Nachdruck dazu auf, der Pflicht Menschen aus Seenot zu retten, nachzukommen. Die Aquarius ist das einzig verbliebene Rettungsschiff im Mittelmeer. 

Wir fordern die Einhaltung internationalen Rechts und die Entkriminalisierung ziviler Seenotrettung. 

Wir rufen die Staaten Europas dazu auf:

  • Alle Maßnahmen zu ergreifen, die es der Aquarius sowie allen anderen zivilen Seenotrettungsschiffen erlauben, ihren lebensrettenden Einsatz so schnell wie möglich fortzusetzen,
  • der Pflicht nachzukommen, Menschen in Seenot zu retten, 
  • sowie durch den Aufbau eines europäischen Rettungssystems im Mittelmeer Verantwortung zu übernehmen.

Die Aquarius ist seit 31 Monaten im zentralen Mittelmeer im Einsatz und hat in mehr als 230 Rettungseinsätzen 29.523 Menschen gerettet. 

In den letzten Monaten wurde mit allen politischen Mitteln gezielt versucht, die Rettungseinsätze der Aquarius zu stoppen. Dem Schiff wurde innerhalb eines Monats zweimal die Flagge aberkannt; zuerst von Gibraltar, dann von Panama. 

Wenn die zivilen Rettungsschiffe ihre Einsätze nicht fortsetzen dürfen, sterben mehr Menschen vor den Toren Europas. Sie sterben ungehört und ungesehen, weil Europa beschlossen hat, die Augen vor der humanitären Katastrophe im Mittelmeer zu verschließen. 

Wir rufen alle europäischen Staaten dazu auf, alle zur Verfügung stehenden Maßnahmen zu ergreifen, damit die Aquarius weiter Menschen vor dem Ertrinken retten kann. 

Wir fordern die unverzügliche Bereitstellung einer neuen Flagge für die Aquarius. 

In den letzten Monaten wurden Seefahrer*innen und die Rettungsteams der zivilen Rettungsschiffe Zeug*innen todbringender politischer Entwicklungen im zentralen Mittelmeer. Diese Entwicklungen sind sowohl mit internationalem Recht, als auch mit dem Seerecht unvereinbar. Zivile Rettungsschiffe werden daran gehindert, Leben zu retten. Die Pflicht, Menschen aus Seenot zu retten, wird ignoriert; Solidarität und Menschlichkeit wird kriminalisiert. 

Wir verurteilen zugleich den politischen Willen, Retter*innen und humanitäre Helfer*innen zu kriminalisieren.

Gemeinsam mit anderen zivilen Rettungsschiffen hat die Aquarius ihren Einsatz als Antwort auf das Versagen der europäischen Staaten begonnen. Diese haben bis heute keine angemessene Reaktion auf die humanitäre Tragödie im zentralen Mittelmeer gefunden. Das Mittelmeer ist damit zur tödlichsten Migrationsroute der Welt geworden. 

Menschen, die vor den Menschenrechtsverletzungen in Libyen fliehen, müssen gerettet werden. Darüber hinaus ist es seit Juni 2018 keine Selbstverständlichkeit mehr, dass für gerettete Menschen ein sicherer Hafen bereitgestellt wird. 

Voraussehbare und verlässliche Mechanismen auf See gerettete Menschen in einen sicheren Hafen zu bringen, müssen vorhanden sein. 

Menschen sterben weiterhin. Wenn wir jetzt nicht handeln, sterben sie ungesehen. Unterschreibe unsere Petition und unterstütze zivile Seenotrettungsorganisationen, gemeinsam humanitäre Werte und Menschlichkeit auf See aufrechtzuerhalten.