Der Überwachungsstaat wandelt auf den Wegen der Überwachungskonzerne

Warum sollten Polizei und Geheimdienste noch aufwendig in Wohnungen einbrechen und dort Wanzen installieren, wenn dort schon „Alexa“ steht und jedes Wort mithört? Offenbar lauschen deutsche Geheimdienste bei den Lautsprechern und Sprachassistenten mit – in welchem Umfang will die Bundesregierung aber nicht verraten. Gefragt hatte Martina Renner, Abgeordnete der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag. Die Bundesregierung verweigerte die Antwort – diese würden die technischen Fähigkeiten der Geheimdienste aufdecken, gar das „Staatswohl der Bundesrepublik gefährden“.

Die Bürgerinnen und Bürger sollen nicht erfahren, ob sie mit „Alexa“ nicht nur Amazon erlauben, in ihre Wohnzimmer zu lauschen, sondern auch dem Staat. Dieser Zugriff könnte bald noch gefestigt werden: Mit einer Novellierung der Geheimdienstgesetze will die Bundesregierung den geheimdienstlichen Zugriff auf Amazon Echo, Google Home, Apple HomePod und ihre Geschwister legalisieren.

Welche Bundesbehörden (BKA, ZKA, BfV, BND usw.) sind nach Kenntnis der Bundesregierung in der Lage, smarte Lautsprecher wie Amazons „Echo“, „Echo Dot“ oder„Echo Show“ technisch zu infiltrieren und als Abhöreinrichtung, beispielsweise für die Wohnraumüberwachung zu nutzen?

Eine Offenlegung der angefragten Informationen birgt die Gefahr, dass Einzelheiten zur operativen Methodik und zu aus den vorgenannten Gründen im hohen Maße schutzwürdigen spezifischen technischen Fähigkeiten bekannt würden.

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Buchtrailer GRM-Brainfuck. Der neue Roman von Sibylle Berg

GRM – Brainfuck. Der neue Roman von Sibylle Berg

song: T.Roadz (UK)
RuffSqwad Foundation
directing, camera and editing: Chas Appeti
camera and editing: Alex Bunge

GRM – Brainfuck: Die perfekte Überwachungsdiktatur findet in wenigen Jahren statt. Vielleicht hat sie auch schon begonnen. Jeden Tag wird ein anderes westliches Land autokratisch. Algorithmen ersetzen Menschen, Menschen ersetzen einander, es gibt kaum noch Platz für Träume, außer in der Musik. Vier Jugendliche versuchen sich in einer Revolution. Begleitet von Grime, der besten britischen Erfindung seit Punk.

Zum Roman: https://www.kiwi-verlag.de/buch/grm/9…
Zur GMR-Tour:
https://fraubergtour.com/

Katalog à la Orwell

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Horst Seehofer (CSU) will volle Transparenz – von allen anderen, selbst von Minderjährigen

Das Bundesinnenministerium beabsichtigt für die bundesdeutschen Geheimdienste weitgehende Erweiterungen ihrer Befugnisse. Ein Referentenentwurf sorgt in der Koalition für erhebliche Spannungen. Das Ministerium begründet seinen Vorstoß mit der Notwendigkeit, einen »harmonisierenden Rechtsrahmen« zu schaffen, der die Befugnisse der Geheimdienste einander angleicht und Unterschiede zwischen den einzelnen Landesämtern für Verfassungsschutz und der Bundesebene beseitigt. Zudem verweist das Ministerium auf die im Koalitionsvertrag festgelegte »maßvolle« Kompetenzerweiterung der Geheimdienste.

Kinder ausspitzeln

»Maßvoll« ist an den vorgesehenen Erweiterungen allerdings nichts. Vielmehr zielt der Entwurf darauf, den Diensten weitere Schnüffelmethoden zu erlauben. Dazu gehören insbesondere der Einsatz sogenannter Trojaner in Privatcomputern, die Speicherung der Daten von Kindern und Befugnisse des Bundesnachrichtendienstes (BND) zum Spitzeln Weiterlesen

Beckedahl: „Ich habe was zu verbergen“

Lächerlich gemacht habe sich Deutschland in dem Skandal um gehackte Privatdaten bekannter Politiker nicht gerade, sagt Markus Beckedahl, vergleichbare Fälle gebe es schließlich auch in anderen Ländern. Neu an dem aktuellen Datenklau, sagt er im DW-Interview der Woche, sei allerdings eines: „Wir haben jetzt zum ersten Mal auf Prominentenebene viele Fälle zu sehen bekommen. Das hat jetzt eine gesellschaftliche Debatte darüber entfacht, ob wir in Sachen IT-Sicherheit gut gerüstet sind.“

Beckedahl ist Chefredakteur des Blogs „netzpolitik.org“ und gilt als einer der führenden Digitalexperten in Deutschland. Und, was die Qualität der Datensicherheit in Deutschland angeht, ist er skeptisch: Wenn es sich nicht mutmaßlich um einen zwanzigjährigen Einzeltäter, sondern um professionelle Hacker handeln würde, dann hätten sie – etwa mit Spionagesoftware – einen sehr viel größeren Schaden anrichten können. In dem Fall, nimmt Beckedahl an, hätten auch die Behörden noch viel schlechter ausgesehen als ohnehin.

Die Ermittlungsbehörden stehen in der Kritik, Weiterlesen Beckedahl: „Ich habe was zu verbergen“

Doxing: Der Kampf um Datensicherheit wird auf unseren Computern entschieden

Nach dem Doxing-Angriff auf Politiker und Prominente liegen nun zahlreiche Reaktionen und Vorschläge für Gegenmaßnahmen auf dem Tisch. Wir haben sie angeschaut und bewertet. Ein Kommentar.

In Sachen Datensicherheit brennt die Bude schon länger. Es braucht nun sinnvolle Maßnahmen. (Symbolbild) Gemeinfrei-ähnlich freigegeben durch unsplash.com Hush Naidoo

Die Aufregung war groß. Die Bild-Zeitung sprach von einem Hacker-Angriff auf Deutschland und rief in giftgrünem Layout einen „Cyber-Alarm“ aus. Doch am Ende war es nur ein 20-jähriger Mann, der mit viel Eifer und Geschick, aber wenig technisch elaboriert viele Daten von Politikern und Prominenten sammelte – und öffentlichkeitswirksam im Internet publizierte. Der anfangs von vielen Medien als großer Hack eingeordnete Datendiebstahl fiel mehr und mehr in sich zusammen.

Der Angreifer ist eher ein so genanntes Scriptkiddie als ein echter Hacker. Am Ende blieb das, was die Fachwelt Doxing nennt: das Zusammentragen und Veröffentlichen personenbezogener Daten. Doxing ist im besten Fall jugendliche Angeberei, im schlechtesten Fall eine strategische Einschüchterung von politischen Gegnern. Die jetzige Attacke liegt vermutlich irgendwo dazwischen, hatte der junge Mann aus Nordhessen dem Angriff doch einen erkennbar rechten Drall verpasst und sich zuvor in einschlägigen Foren rechtsextrem geäußert. Auffällig war auch, dass er die rechtsradikale AfD bei seinen Veröffentlichungen aussparte, während Prominente wie Jan Böhmermann, die sich gegen rechte Umtriebe engagieren, besonders in den Fokus gerieten. Das Bundeskriminalamt will dennoch keinen politisch motivierten Hintergrund der Tat sehen.

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BUNDESDATENSCHUTZBEAUFTRAGTER: Kelber fordert endgültiges Ende der Vorratsdatenspeicherung

Keine Ausweitung der Videoüberwachung, Datenschutz als Thema im Schulunterricht: Das sind erste Forderungen des neuen Bundesdatenschutzbeauftragten Ulrich Kelber. Außerdem fordert er das endgültige Aus der Vorratsdatenspeicherung – er hält sie für grundgesetzwidrig.

Ulrich Kelber, der neue Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, hat vor einer Ausweitung von Videoüberwachung und automatischer Gesichtserkennung gewarnt. Er halte solche Forderungen allein schon wegen der Fehlerquote für „hochproblematisch“, sagte der Diplom-Informatiker Kelber den Zeitungen der Funke Mediengruppe am 12. Januar 2019. „Menschen geraten zu Unrecht unter Verdacht. Wir drohen die Balance zwischen Sicherheit und Freiheit zu verlieren.“

Ein Pilotprojekt zur automatischen Gesichtserkennung in der Videoüberwachung am Berliner Bahnhof Südkreuz hatte im vergangenen Jahr gezeigt, dass Computersysteme beim aktuellen Stand der Technik eine Trefferquote von rund 80 Prozent erreichen können (der CCC weist allerdings darauf hin, dass das beste der getesteten Systeme nur rund 68,5 Prozent geschafft habe). Bundesinnenminister Horst Seehofer hatte dazu im Oktober erklärt, die Systeme hätten sich „in beeindruckender Weise bewährt, so dass eine breite Einführung möglich ist“.

Video: Gesichtserkennung beim Testprojekt Bahnhof Südkreuz [0:12]

Kelber forderte auch, Weiterlesen BUNDESDATENSCHUTZBEAUFTRAGTER: Kelber fordert endgültiges Ende der Vorratsdatenspeicherung