Der Jahrhundert-Crash

Wie sicher ist unser Geld? Ein Wirtschafts-Check mit Markus Gürne

Film von Stephan Beuting und Jean-Christoph Caron; redaktionelle Mitarbeit: Bettina Seidl (hr)

Abgrund, Katastrophe, Kernschmelze, das waren gängige Begriffe um zu erfassen, was in den Tagen nach dem 15. September 2008 – der Pleite der US-Bank Lehman Brothers – weltweit um sich griff. Gierige Zocker in den Banken, risikofreudige Amerikaner, schnell waren die vermeintlich Schuldigen gefunden. Heute, zehn Jahre später, analysieren manche Experten, dass die wirklichen, tieferen Ursachen des folgenreichen Finanzdesasters nie ernsthaft aufgearbeitet wurden. Auch das Ausmaß an Schuldigen und Verstrickten ist der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt. Für die 60-minütige Dokumentation „Der Jahrhundert-Crash“ hat ein Journalisten-Team des Ereignis- und Dokumentationskanals phoenix und des Hessischen Rundfunks (hr) die komplexen Hintergründe der Krise von 2008 aufgearbeitet. Ist unsere Finanzwirtschaft heute vor Systemkrisen geschützt? Woher drohen die größten Gefahren? 

In den Jahren nach der Krise wurden neue Regelwerke für eine stärkere Finanzaufsicht in Kraft gesetzt und G7-Gipfel zur verbesserten Abstimmung internationaler Finanzpolitik abgehalten. Das politische Signal war: Wir haben die Ursachen erkannt und die Finanzwelt sicherer gemacht. Die Fernsehjournalisten von phoenix und des hr um Markus Gürne haben bei Entscheidern und Experten aus Bankenwelt, Wirtschaftswissenschaften, Finanzaufsicht und Politik kritisch nachgefragt: Wie steht es heute um den Schutz vor systemischen Risiken, vor fatalen Kettenreaktionen an den global vernetzten Finanzmärkten?

In Form eines „Finanzwirtschafts-Checks“ thematisiert der Film mehrere wichtige Handlungsfelder der damaligen Krise und der heutigen Finanzwelt. Am Ende jedes Kapitels folgt eine Zwischenbewertung per Grafikanimation, bei der die Ampelfarben grün-gelb-rot die Größe der Stabilität bzw. der Systemgefahr visualisieren, die aktuell im jeweiligen Finanzbereich vorherrscht.

Eine ungewöhnliche, erkenntnisreiche Form bietet der Film zudem mit der Darstellung von verhaltensökonomischen Experimenten. Gemeinsam mit dem Wirtschaftsforscher Prof. Florian Hett am Frankfurter SAFE-Institut durchgeführte Experimente zeigen, wie schon das Verhalten „ganz normaler“ Kleinanleger zu Risiken und Krisen an Finanzmärkten beitragen kann, ohne dass es einer besonderen „Zockermentalität“ bedürfte. „Auch wenn sich alle rational verhalten und keine Fehler passieren“, resümiert Prof. Hett die Finanzwirtschafts-Experimente im Film, „kann es sein, dass der Markt als Ganzes dennoch aus dem Ruder gerät.“ Prägnant sind auch die animierten Erklärgrafiken, die komplexe Finanzsachverhalte anschaulich und informativ auf den Punkt bringen.  

Die von Markus Gürne präsentierte Gemeinschaftsproduktion zeigt auf differenzierte Weise, wie zum einen in manche Bereiche unseres Finanzsystems als Reaktion auf die Krise durch Finanzpolitiker und Aufseher mehr Licht und Sicherheit gebracht wurden. Zum anderen belegt der Film auch: Kritische Aspekte der milliardenschweren Bankenrettungen mit Steuergeldern in Deutschland wurden durch die Bundesregierung aus politischem Kalkül weitgehend undurchsichtig gehalten; manche groß dimensionierten Finanzakteure agieren nach wie vor in Schattenbereichen; und jüngere Entwicklungen wie Cyberrisiken und die Deregulierungspolitik unter Donald Trump betrachten einigen der Experten im Film mit großer Sorge. Zu den Interviewpartnern zählen u.a. IWF-Chefin Christine Lagarde, der Deutschland-Chef der Bank of China, Bernd Meist, der finanzpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Gerhard Schick, Benoît Lallemand von der NGO Financewatch, und der Präsident der deutschen Finanzaufsichtsbehörde BaFin, Felix Hufeld.

Die Dokumentation zeigt, dass das Feld der Mitschuldigen am Jahrhundert-Crash von 2008 viel weiter über US-Banken hinausreichte, als es der breiten Öffentlichkeit bekannt ist. Und der Film macht deutlich, dass größere Instabilitäten heute weniger von Finanzinstituten selbst, als vielmehr von Akteuren aus der Politik drohen, sobald diese von nationalem Protektionismus getrieben sind oder sich von der einflussreichen Banken-Lobby vereinnahmen lassen. Schließlich drohen Gefahren durch Zentralbanken, die durch Staatsanleihen in Milliardenhöhe nun selbst sehr risikoanfällig geworden sind. „Die politischen Risiken sind gestiegen, die der Finanzindustrie gefallen“, so der britische Wirtschaftshistoriker Prof. Harold James im Film, „die nächste große Gefahr geht von der Politik aus und nicht von den Banken.“

Registrierte Nutzer können die Dokumentation vorab in unserem Vorführraum anschauen.

Rentensteuer „weit entfernt von jeder Vorstellung von Gerechtigkeit“

heise.de

Peter Mühlbauer

Grafik: TP

Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands kritisiert die Praxis als „existenzgefährdend“

Mitte der Nullerjahre hinterließ die rot-grüne Bundesregierung von Gerhard Schröder ein Gesetz, dessen Auswirkungen erst nach und nach spürbar werden: Eine Steuerpflicht auf Renten, die 15 Jahre später etwa fünf Millionen alte Menschen betrifft. 2020 müssen nämlich bereits 80 Prozent der Rente versteuert werden – und der Anteil steigt weiter.

Im November offenbarte Egmont Kulosa, der für „Alterseinkünfte und -vorsorge“ zuständige Richter am Bundesfinanzhof (BFH), dass er diese Besteuerung für „evident verfassungswidrig“ hält (vgl. Hält die deutsche Rentenbesteuerung?). Seiner Ansicht nach werden dadurch nämlich viele Rentner doppelt besteuert, weil sie die für die Rente aufgewendeten Vorsorgeleistungen nur sehr begrenzt von der Steuer absetzen durften und dürfen.

Erste Klage anhängig

Etwa gleichzeitig fand Weiterlesen Rentensteuer „weit entfernt von jeder Vorstellung von Gerechtigkeit“

Drei perfekte Veranstaltungen um jetzt aktiv zu werden!

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Antwort an: News: Deutsche Wohnen & Co enteignen! <newsletter@dwenteignen.de>



 

Plakataktion

 

Wir plakatieren ganz Berlin!

 

Am 18. Januar starten wir mit Schwung ins neue Jahr: Mit einer großen Plakatkampagne wollen wir wieder in ganz Berlin sichtbar werden!

Du willst mitmachen? Komm zwischen 16 und 20 Uhr ins Gecekondu am Kottbusser Tor.

 

Ja, ich will mitmachen

Vorstellung unseres Vergesellschaftungspapieres und Diskussionsrunde

 

Wie sieht Vergesellschaftung aus?

 

Was bedeutet die Vergesellschaftung von Wohnraum? Wie wollen wir Wohnungen in Gemeinwirtschaft überführen? Wer bestimmt dann über die Wohnungen? Wie verändert sich unsere Stadt, wenn mehr als 200.000 Wohnungen nicht mehr nach den Gesetzen der Maximalrendite bewirtschaftet werden? Unsere Broschüre gibt Antworten auf diese und andere Fragen. Es soll nicht das Ende, sondern der Auftakt einer Debatte sein – denn was Vergesellschaftung bedeutet, kann nur die Stadtgesellschaft selbst entscheiden. Um unsere Broschüre vorzustellen, die Möglichkeiten von Vergesellschaftung zu erörtern und uns im Anschluss auszutauschen, laden wir Euch und Vertreterinnen vom Neuen Kreuzberger Zentrum, vom Berliner Mieterverein und vom Mieter*innenprotest Deutsche Wohnen ein.

31. Januar, 19 Uhr, aquarium, Skalitzer Str. 6, Kreuzberg

Auf Facebook zusagen

 

 

Kiezteam-Treffen

 

Hilfe beim Aufbau der Sammelstruktur!

 

Wir warten zwar noch immer auf die Freigabe unseres Volksbegehrens durch Innensenator Geisel, aber machen uns schon mal bereit: Im Frühjahr wollen wir 200.000 Unterschriften sammeln!

Dazu brauchen wir jede Menge Hilfe. Unsere Sammel-AG hat ein Konzept ausgearbeitet, das sie am 20. Januar vorstellen möchte. Eingeladen sind alle, die in ihrem Kiez, in oder mit ihren Initiativen, Vereinen und Organisationen Unterschriften sammeln möchten.Wir werden dort den Grundstein für die Arbeit in den kommenden Monaten legen und uns untereinander kennenlernen. Komm vorbei!

Kiez-Team-Treffen am Montag, den 20. Januar, 19 Uhr, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Franz-Mehring-Platz 1, Friedrichshain

Über Anmeldungen zum Kiez-Team-Treffen, zum Mitsammeln und zum Mitmachen freut sich die Sammel-AG: mitmachen@dwenteignen.de.

Du willst mehr Informationen zu unserem Anliegen oder Unterstützungsmöglichkeiten?

 

Dann schau auf unsere neu gestaltete Website

 

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Deutsche Wohnen & Co. Enteignen

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Grünes Wachstum ist eine Illusion

Grünes Wachstum ist eine Illusion

Foto: David McNew/Getty Images

This is not fine

Den größten Teil meines Erwachsenendaseins habe ich gegen den „Kapitalismus der Konzerne“, den „Konsumkapitalismus“ und die „kapitalistische Vetternwirtschaft“ gewettert. Ich habe lange gebraucht, bis mir klar wurde, dass nicht das Adjektiv das Problem darstellt, sondern das Nomen. Während andere den Kapitalismus gern und schnell abgelehnt haben, ging dies bei mir äußerst langsam und widerwillig vonstatten. Zum Teil lag das daran, dass ich keine klare Alternative erkennen konnte. Anders als manche Antikapitalisten konnte ich mich nie für den Staatskommunismus begeistern, mich hemmte sein quasi-religiöser Charakter. Im 21. Jahrhundert zu sagen „Der Kapitalismus versagt“ ist wie im 19. Jahrhundert zu sagen „Gott ist tot“. Das ist säkulare Blasphemie und erfordert ein Maß an Selbstvertrauen, das ich nicht hatte.

Doch mit zunehmendem Alter habe ich zwei Dinge erkannt. Erstens, dass es das System selbst ist und eben nicht nur eine bestimmte Ausprägung des Systems, das uns unaufhaltsam in eine Katastrophe taumeln lässt. Zweitens, dass man keine definitive Alternative parat haben muss, um sagen zu können, dass der Kapitalismus scheitert. Die Aussage steht für sich.

Das Scheitern des Kapitalismus erwächst aus zwei seiner bestimmenden Elemente. Das erste besteht in permanentem Wachstum. Wirtschaftswachstum ergibt sich zwangsweise aus dem Streben nach Kapitalakkumulation und Extraprofit. Ohne Wachstum bricht der Kapitalismus zusammen, auf einem endlichen Planeten führt permanentes Wachstum aber zwangsläufig in die ökologische Katastrophe.

Wir können nicht unendlich weiter wachsen

Diejenigen, die den Kapitalismus verteidigen, Weiterlesen Grünes Wachstum ist eine Illusion

Die Freiheitsfrage schlechthin

Die FDP will kurz vor dem traditionellen 1. Mai bundesweit »vor die Werkstore« ziehen und mit den Arbeitern ins Gespräch kommen. Wir haben da schon einmal eine Rede für Christian Lindner vorbereitet.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir haben uns hier vor dem Werkstor versammelt, weil es – ich habe das schon auf dem Dreikönigstreffen in Stuttgart gesagt, ein Irrtum ist, zu denken, dass alle Arbeiter eine linke Politik wollen. Ich meine natürlich auch die Arbeiterinnen, jedenfalls geht es uns als Freidemokraten um eine breite Mitte von Menschen, die gegenwärtig auf der Suche sind. Auf der Suche nach einem Liberalismus der Arbeiterinnen und Arbeiter, nicht nur der Apotheker und Privatisierungslobbyisten. Auf der Suche nach einer politischen Haltung, die noch etwas vom Kapitalismus versteht. Deshalb sind wir hier heute vor das Werktor gekommen, und wir wissen, dass wir als FDP in der Schuld stehen, ihnen erst einmal zu erklären, warum sich Liberale nach Jahren als Interessenvertretung der Couponschneider, Renditejäger und privaten Aneignung, des »schlanken Staates« und der marktwirtschaftlichen Entfesslung nun den Arbeiterinnen und Arbeitern zuwenden. Also dann:

Die aus der Kritik des kapitalistischen Systems entsprungene Arbeiterbewegung und Weiterlesen Die Freiheitsfrage schlechthin

schöner, neoliberaler ablenkungsversuch

sibylle berg (@SibylleBerg)
schöner, neoliberaler ablenkungsversuch. „fang bei dir an, wenn du die welt retten willst.“ Das ist zu klein gedacht. Das System Kapitalismus muss revolutioniert werden. Ich mach das gerne, muss nur schnell noch tee kochen
ZDF heute (@ZDFheute)
Wir müssen für den #Klimaschutz unser „Leben verändern“: Bundestagspräsident Schäuble #CDU fordert Abstriche etwa bei Urlaubsreisen. „Klimaschutz gibt es nicht zum Nulltarif“ #FridayForFuture #Weihnachten #weihnachtenundklimakrise#Klimapaket #CO2 zdf.de/nachrichten/he…

Das ABC de Kapitalismus

Von Vivek Chibber

10 € (statt 15 €) + Versand

Politische Organisierung ist schwer – politische Bildung muss es nicht sein: Alle drei Bände des ABC des Kapitalismus als Set zum Preis von zwei: Jetzt Bestellen

Über den Autor

Vivek Chibber ist Professor für Soziologie an der New York University und Herausgeber der marxistischen Theoriezeitschrift Catalyst. Auf Deutsch erschien neben dem ABC des Kapitalismus von ihm Postkoloniale Theorie und das Gespenst des Kapitals (Dietz Berlin, 2019).

Band I: Kapitalismus verstehen

ISBN: 978-3-948608-01-9
Einzelpreis: 5,00 €

Im ersten Band beschreibt Vivek Chibber, wieso Menschen im Kapitalismus gruppiert in Klassen leben. Kapitalistinnen sind nicht von bloßer Gier angetrieben, sondern durch Marktmechanismen, die einen enormen Reichtum hervorbringen – aber nicht zum Vorteil der Mehrheit der Menschen. Arbeiterinnen können in diesem System ihr Leben nur verbessern, wenn sie gemeinsam handeln. Mit einem Vorwort von Oliver Nachtwey, Professor für Soziologie an der Universität Basel und Autor von Die Abstiegsgesellschaft.

Band II: Kapitalismus und Staat

ISBN: 978-3-948608-02-6
Einzelpreis: 5,00 €

Der zweite Band des ABC des Kapitalismus handelt davon, wie Reichtum und politische Macht zusammenwuchsen und wie sich im Staat das große Geld durchsetzen kann. Vivek Chibber erzählt, wie sich in Demokratien die Interessen des Kapitals gegen die der Bevölkerungsmehrheit durchsetzen können – obwohl sie zahlenmäßig eigentlich im Nachteil sein müssten. Mit einem Vorwort von Nils Kumkar, Soziologe an der Universität Bremen und Übersetzer der drei Bände. 

Band III: Kapitalismus und Klassenkampf

ISBN: 978-3-948608-03-3
Einzelpreis: 5,00 €

Im dritten Band des ABC des Kapitalismus geht es um die Bedeutung von Arbeiterinnenkämpfen für alle anderen Bewegungen. Vivek Chibber beschreibt, wie heute eine klassenbasierte politische Strategie aussehen kann – und wieso es oftmals so schwierig ist, sie zu organisieren und aufrechtzuerhalten. Mit einem Vorwort von Ines Schwerdtner, Chefredakteurin von Jacobin.de.

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Book Launch in Berlin

Am Freitag, den 25. Oktober 2019, stellt Vivek Chibber zusammen mitLoren Balhorn (Jacobin Redakteur) das ABC des Kapitalismus an der Humboldt Universität zu Berlin vor.

Anmelden: Facebook-Event
Ort: HU Berlin Dorotheenstr. 26, Hörsaal 208
Beginn: 18:00 Uhr

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