wechange Wir machen Wandel möglich. Gemeinsam. Mit dir. 

Genossenschaft

Wir sind kein Einhorn und wollen auch keines werden. Das Internet ist zu wichtig, um daraus kurzfristigen Profit auf Kosten der Nuter*innen zu schlagen oder es einer Handvoll großer Datenkraken und Softwarekonzerne zu überlassen. Darum haben wir einen anderen Weg gewählt und 2015 eine Genossenschaft gegründet. Und damit gleich mehrere Bugs mit einer Klappe gefixt:

Nicht profitgetrieben:

wir bieten unsere Leistungen zu kostendeckenden Preisen.

Die Daten gehören euch: 

wir setzen nicht auf datengetriebene Geschäftsmodelle.

Kein Ausverkauf:

anders als bei digitalen Startups üblich, planen wir keinen Exit um Kasse zu machen.

Miteigentum: 

WECHANGE gehört den Mitgliedern – und damit sich selbst!

Mitbestimmung: 

die Community gestaltet den Kurs der Genossenschaft mit.

Organigram

How is the WECHANGE cooperative organised?

Das Organigramm der WECHANGE eG

Satzung

Welchen Regeln folgt die Genossenschaft?

„Die Genossenschaft soll sich an den Grundwerten und Leitlinien der Gemeinwohl-Ökonomie orientieren.“

(Auszug aus der Satzung der WECHANGE eG)

Unsere Satzung im Detail (Stand 28. November 2018):

§ 1 Name und Sitz
(1) Die Genossenschaft heißt wechange eG.
(2) Sitz der Genossenschaft ist Berlin.
§ 2 Gegenstand
§ 3 Grundprinzipien
§ 4 Mitgliedschaft
§ 5 Geschäftsanteil, Zahlungen, Nachschüsse und Eintrittsgeld
§ 6 Gewinnverteilung, Rücklagen und Verjährung
§ 7 Generalversammlung
§ 8 Online-Generalversammlung
§ 9 Mitarbeiterversammlung
§ 10 Vorstand
§ 11 Aufsichtsrat
§ 12 Kündigung, Ausschluss, Auseinandersetzung
§ 13 Bekanntmachungen

Unsere Partner und Förderer

Kooperationspartner

Förderer

Corona und soziale Folgen: Technik allein kann es nicht sein

Zunächst muss die Erzählung einer digitalen Überwachung als wirksame Maßnahme hinterfragt werden. Software wie »Alipay Health Code« wurde zwar in China massiv benutzt, aber nur als Teil weiterer harter soziopolitischer Maßnahmen. In Südkorea werden Tracking-Apps in Kombination mit einem umfassenden Einsatz von Tests verwendet. Doch was soll digitale Überwachung bringen, wenn die Sammlung von aktuellen Infektionszahlen wie in Deutschland so schleppend verläuft? Nichts, denn ohne relevante Daten funktioniert Big Data nicht.

nd-Kompakt

Unser täglicher Newsletter nd-Kompakt bringt Ordnung in den Nachrichtenwahnsinn. Sie erhalten jeden Tag einen Überblick zu den spannendsten Geschichten aus der Redaktion – und das jeden Abend schon um 19.30 Uhr. Hier das kostenlose Abo holen.

Die Nutzung von digitalen Werkzeugen in der Krise erscheint vielmehr eine Kommunikationsstrategie zu sein. Um Tätigkeit statt Überforderung zu vermitteln, werden digitale Überwachungsmittel entweder wie in China autoritär eingeführt oder, wie in Europa, von Menschen freiwillig angewendet – das lenkt auch vom kaputtgesparten Gesundheitssystem ab. Genau so wie in der Klimafrage ist die Erzählung der Techindustrie und der Regierungen, dass eine umfassende Datenerfassung und Künstliche Intelligenz uns vor der Krise retten werden. Dadurch wird eine politische Frage zu einer technischen Frage gemacht und wichtige Entscheidungen selbst ernannten Experten überlassen. Folgerichtig spiegelt eine Technik, die von einer privilegierten Klasse entwickelt wird, die Ungerechtigkeit dieser Gesellschaft wider. Technokratisch regieren kann nie demokratisch sein, denn Weiterlesen Corona und soziale Folgen: Technik allein kann es nicht sein

Fragiles System

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Die »Coronakrise« ist ein Lehrstück über die beeindruckende Fähigkeit des Kapitalismus, sich anzupassen und aus jeder Situation das Beste für sich rauszuholen

Wer die öffentliche Debatte um Corona verfolgt, stellt fest, dass sich die Sorgen mehr um die Gesundheit der Wirtschaft als um die der Menschen drehen. Einerseits zynisch, andererseits nicht unberechtigt, zeigt sich doch das kapitalistische Wirtschaftssystem bislang gegenüber COVID-19 weitaus anfälliger als der menschliche Organismus. Zumindest nach heutigem Wissensstand scheint den Menschen nicht viel mehr zu blühen als eine üppige Grippewelle. Der Wirtschaft hingegen droht ein tiefer Absturz.

Der globalisierte Kapitalismus offenbart einmal mehr seine Krisenanfälligkeit. Kaum eine Wertschöpfungskette geht an China vorbei. Doch dort tobt das Virus besonders heftig und hat den Außenhandel einbrechen lassen. Schockwellen gehen durch die gesamte, eng vernetzte Weltwirtschaft. Kaum ein Industriekonzern, der auf Vorprodukte aus der Volksrepublik Weiterlesen Fragiles System

Wir decken auf: TikTok und die Meinungsfreiheit

Quelle: newsletter@netzpolitik.org

Rein statistisch gesehen hat fast jeder achte Mensch auf der Welt einen Account bei TikTok. Aber bisher war wenig darüber bekannt, wie das chinesische Unternehmen im Maschinenraum arbeitet. Wir konnten in dieser Woche mehr Einsichten an die Öffentlichkeit bringen. In ihrer Recherche haben Chris Köver und Markus Reuter jetzt gezeigt, dass es TikTok mit der Meinungsfreiheit nicht ganz so genau nimmt. Sie konnten interne Moderationsregeln einsehen und haben festgestellt, dass bestimmte Inhalte systematisch unterdrückt werden. Proteste, LGTBQI-Inhalte und andere tendenziell „problematische“ Posts sind deshalb bislang kaum sichtbar. Die Plattform möchte gute Laune, keine Politik oder kontroverse Diskussionen. Der Artikel ist auch in englischer Fassung verfügbar.

Im zweiten Teil ihrer Recherche, die auch auf Englischverfügbar ist, zeigen Markus und Chris, dass TikTok ebenfalls sehr empfindlich reagierte, wenn Kritik an der Plattform geäußert oder Konkurrenten genannt werden. Solche Inhalte führten dazu, dass die Reichweite eines Videos stark eingeschränkt wird. Der nächste Teil erscheint am kommenden Montag.

Aufgrund dieser Art Inhalte nach intransparenten Kriterien hervorzuheben oder runter zu spielen wirft Markus Beckedahl TikTok vor, so „intransparent wie bisher kein anderer marktdominanter Konkurrent“ vorzugehen und dabei eine neue Dimension der Inhaltskontrolle zu zeigen.

Facebook – die Manipulationsmaschine?

Facebook Challenge - Digitale Grundrechte durchsetzen

Menschen zusammenzubringen auf einer globalen Community-Plattform – das könnte der Zweck von Facebook sein. Ist es aber nicht. Vielmehr will Facebook offensichtlich das Verhalten von Menschen manipulieren, um ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen und diese an Werbekunden zu verkaufen. Daraufhin ist alles optimiert. Mit Methoden, die nicht nur gegen geltendes Recht verstoßen, sondern auch völlig widersprüchlich zu unserem Wertesystem stehen. Es ist Zeit, darüber zu sprechen.

Die Ursprungsidee von Zuckerberg mag gut und sinnvoll gewesen sein. Das daraus entstandene Geschäftsmodell von Facebook führte jedoch schnell zum Aufbau einer Manipulationsmaschine: Durch psychologisch gestütztes Design sollen User abhängig gemacht werden. Überall lauern Trigger, die uns zu Facebook locken und uns zum Verweilen einladen. Wir vergeuden dort mehr Zeit, als wir eigentlich wollen, verdrängen, dass unser Verhalten analysiert und für weitere Manipulationen genutzt wird. Das macht Facebook zum Paradies für Werber. Diese können ganz gezielt persönliche Situationen auszunutzen, um ihre Produkte zu platzieren oder auch, um Wählerstimmen zu sammeln. Insofern bezeichnen wir Facebook als Manipulationsmaschine.

Derzeit wird Facebook wegen illegalen und halb legalen Praktiken kritisiert. Aus den Verlautbarungen von Facebook kann geschlossen werden, dass der Konzern daraus lernt und sein Verhalten anpasst, etwa, indem er mehr auf Datenschutz achtet. Aber selbst wenn der Konzern kein Gesetz mehr übertreten und die üblichen Steuern zahlen sollte: Sein Geschäftsmodell stellt er offensichtlich nicht in Frage. In dem kürzlich veröffentlichten Manifest von Mark Zuckerberg finden sich Versprechungen voll epischer Wucht („Ich denke, wir sollten auf eine Welt hinarbeiten, in der die Menschen privat sprechen und frei leben können, im Wissen, dass ihre Informationen nur von denen gesehen werden, von denen sie gesehen werden sollen, und dass sie nicht für immer verfügbar bleiben.“) Auf die drängendste Frage, wie er die Plattform dann künftig finanzieren möchte, Weiterlesen Facebook – die Manipulationsmaschine?

Richard David Precht: Jäger, Hirten, Kritiker

2018 (6. Auflage)

http://www.goldmann-verlag.de

Die in diesem Beitrag aus dem Zusammenhang herausgerissenen Zitate wurden unter selbst gewähte Überschriften gestellt. Die Zitate können (und sollen) das Buch nicht erklären, sondern Lust auf die Lektüre machen.

Dieser Beitrag als pdf-Datei

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Peinliche und hilflose Vorschläge zum Hackerangriff

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger: ab September 2018 stellv. Vorstandsvorsitzende der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger | Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Zum Umgang der Bundesregierung mit dem „Hackerangriff“ erklärt Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, stellv. Vorstandsvorsitzende der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und Bundesjustizministerin a. D.:

Die Vorschläge aus dem Bundesinnen- und Bundesjustizministerium als Reaktion auf den Hackerangriff eines Zwanzigjährigen sind nicht souverän und schaffen keine Klarheit. Der spät inszenierte Tatendrang des Bundesinnenministers und der Präsidenten der zuständigen Behörden wirkt hilflos und peinlich. Wieder einmal versagen die deutschen Sicherheitsbehörden. Darüber kann auch die zügige Feststellung des Tatverdächtigen nicht hinwegtäuschen. Warum wurden denn frühere Hinweise nicht so ernst hingenommen, dass eine Serie von Hacks verfolgt werden konnte? 

Wieder einmal regiert das bekannte Politikritual, und Union und SPD rufen als Antwort nach neuen Gesetzen und neuen Abwehrzentren.

Bezogen auf den Hackerangriff gilt: Ein neues „Cyber-Abwehrzentrum plus“ neben bestehenden Zentren, die angeblich gut in diesem Fall gearbeitet hätten, und ein „zweites IT-Sicherheitsgesetz“ schaffen nicht mehr Sicherheit. 

Das Internet ist kein nationales Dorf, das allein durch die Bundesregierung sicherer gemacht werden kann. Deswegen hat die EU einen starken europäischen Datenschutz eingeführt, der zahlreiche Anknüpfungspunkte bietet. So sieht z.B. die Europäische Datenschutzgrundverordnung vor, dass die digitalen Angebote besser die Daten der Bürger schützen. Digitale Anbieter müssen ganz anders von vorneherein den Schutz der Daten von Nutzer technisch gewährleisten. Die Europäische Datenschutzgrundverordnung sieht eine stärkere Einführung von Privacy by Design Prinzipien vor, also einer datenschützenden Ausgestaltung der digitalen Angebote. Zertifizierungen gehören nach den europäischen Regeln dazu.

Die Innenpolitiker von Union und SPD fördern dagegen mit den eingesetzten Staatstrojanern noch Datenlecks, statt wirklich Datensicherheit und Datenschutz ernst zu nehmen. Mehr Datensicherheit und Datenschutz bedeuten, dass die Nutzer umfassende Angebote zum eigenen Schutz ihrer Privatsphäre bekommen. Das BSI ist nicht nur für die staatliche Infrastruktur zuständig, sondern auch für die Beratung und Warnung der Wirtschaft und die Zivilgesellschaft.

Soll der Verbraucherschutz wirklich gestärkt werden, dann doch nicht unter einem Dach der Behörde, die den Staat in Datensicherheit berät, was nicht immer mit den Interessen und den Grundrechten der Bürger übereinstimmt.