Fast wie damals? Sohn eines NS-Verbrechers über die AfD | Panorama | NDR

„Ich bin der Sohn eines NS-Massenmörders“, sagt Niklas Frank. Die Entwicklung in Deutschland erschreckt ihn – mit der AfD kehre das Gedankengut seines nationalsozialistischen Vaters zurück

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Jugend in Ostdeutschland Wir waren wie Brüder

Als die Mauer fiel, war der Autor zu alt um nichts von der Vergangenheit mitbekommen zu haben, aber zu jung um mitzureden, wie die Zukunft aussehen sollte. Daniel Schulz spricht über das Aufwachsen in den 90er-Jahren, dem Jahrzehnt, in dem auch die Menschen aufgewachsen sind, die heute Hitlergrüße zeigen und brüllen.

Zwei Männer mit kahlrasierten Schädeln und freien Oberkörpern; der eine sitzt mit ausgestreckten Beinen auf dem Fahrersitz eines Autor, der andere lehnt daran und hält eine Deutschlandfahne; im Hintergrund sieht man noch eine dritte Person. Die Gesichter der drei Männer sind anonymisiert (Deutschlandradio / privat)
…Ende der 90er Jahre mit Deutschlandfahne in Dänemark… (Deutschlandradio / privat)

Er ist vor Neonazis weggelaufen und er war mit Rechten befreundet. In Ostdeutschland ging das damals zusammen. Und er spricht mit Menschen, denen es ähnlich ging: „Mit den 90er-Jahren verbinde ich persönliche Erlebnisse, die derzeit wieder hochkommen“, sagt Manja Präkels, Autorin des Buches ,Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß’, „und wenn ich im Land unterwegs bin, sehe ich jetzt oft genau die Leute bei der AfD wieder, die sich als Sieger der Kämpfe der 90er-Jahre begreifen.“

Das Feature basiert auf einem Text, der im Oktober 2018 in der taz erschien und 2018 mit dem deutschen Reportagepreis ausgezeichnet wurde.

Wir waren wie Brüder
Jugend in Ostdeutschland
Von Daniel Schulz

Regie: Barbara Plensat
Redaktion: Mareike Maage, Wolfgang Schiller
Produktion: rbb/Dlf 2019

Daniel Schulz wurde 1979 im damaligen Bezirk Potsdam der DDR geboren. Zusammen mit Sabine Seifert leitet er das Ressort für Reportage und Recherche bei der taz. Er schreibt unter anderem über Ostdeutschland und Osteuropa.

Versprechen nicht erfüllt

Zur wirtschaftlichen Entwicklung Ostdeutschlands seit dem Herbst 1989

Die Herstellung der deutschen Einheit durch die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion am 1. Juli 1990 und der Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober 1990 setzten in den neuen Ländern einen Adaptionsund Transformationsprozess in Gang, der alle gesellschaftlichen Bereiche, die Arbeit und das Leben der Menschen erfasste und sich über mehrere Generationen erstreckte. In den alten Ländern dagegen stellt sich die deutsche Vereinigung vor allem als Inkorporations- und Integrationsprozess dar, der zudem durch die Entwicklung der EU überlagert wird, insbesondere durch die Krisen, welche die europäische Integration und die Globalisierung in den letzten zehn Jahren begleitet haben, sowie die Herausforderungen, die sich aus der größeren Rolle Deutschlands in Europa ergeben. 

Insofern ist die Wahrnehmung der Vereinigungsproblematik in Ost und West grundverschieden, ebenso der Rückblick der Menschen auf die DDR und die frühere BRD. Dies zeigt sich in Differenzen bei der historischen Bewertung der deutschen Zweistaatlichkeit, aber auch in den von Missverständnissen, Verfälschungen und Fehlwahrnehmungen geprägten Debatten um den Solidaritätszuschlag, den Solidarpakt, die Transferzahlungen, den Aufbau Ost, die Staatsverschuldung und anderes mehr. Die kontrovers verlaufende Diskussion ist bis heute nicht abgeschlossen.

Die vorliegende Analyse der Prozesse, Zusammenhänge, Widersprüche und bisherigen Ergebnisse Weiterlesen Versprechen nicht erfüllt

„Kapitalismus aufheben“ Interview

https://m.youtube.com/watch?v=4SREAehDuSA&t=1s

Stefan Meretz und Simon Sutterlütti haben 2018 das Utopie und Transformations-Buch „Kapitalismus aufheben“ veröffentlicht. In diesem ersten Teil des Interviews sprechen sie über Motivation für das Buch und den Schreibprozess selbst.

Das Buch gibt es frei online zugänglich unter https://commonism.us/

Beim Verlag findet ihr das Buch hier: https://www.vsa-verlag.de/nc/buecher/…