Juden kritisieren Gemeinnützigkeits-Aberkennung für Verfolgte

Falsches Signal

Die Vereinigung setzt sich für Verfolgte des Naziregimes und Entschädigung von NS-Opfern ein. Das Finanzamt Berlin hat jetzt den Status der Gemeinnützigkeit aberkannt. Kritik kommt vom Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat kritisiert, dass das Berliner Finanzamt für Körperschaften der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten, kurz: VVN-BdA) die Gemeinnützigkeit aberkannt hat. Die Vereinigung habe sich über Jahrzehnte für die Anerkennung und Entschädigung von NS-Opfern eingesetzt, sagte sein Zentralrat-Präsident Josef Schuster dem „Tagesspiegel“ (Donnerstag, online). „Bis heute ist die VVN-BdA aktiv im Kampf gegen Rechtsextremismus. Die Aberkennung der Gemeinnützigkeit ist nicht nachzuvollziehen und gerade in diesen Zeiten ein falsches Signal.“

Schuster reagierte damit auf einen „Tagesspiegel“-Bericht, wonach die Bundesregierung das Ende 2019 bekanntgewordene Vorgehen der Berliner Finanzbehörde und auch des Verfassungsschutzes verteidigt. „Eine der Aufgaben des Verfassungsschutzbehörden ist, Weiterlesen Juden kritisieren Gemeinnützigkeits-Aberkennung für Verfolgte

»Mindestens 80.000 Menschen haben sie das Leben gerettet«

https://www.jungewelt.de/artikel/378508.kubas-medizinbrigade-henry-reeve-mindestens-80-000-menschen-haben-sie-das-leben-gerettet.html

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Mediziner der Ärztebrigade »Henry Reeve« während einer Abschiedsfeier in Kuba (Havanna, 10.2.2010)

Sie setzen sich dafür ein, die kubanische Henry-Reeve-Medizinbrigade für den Friedensnobelpreis vorzuschlagen. Weshalb hat sie ihn verdient?

52 Ärzte und Krankenpflegerinnen flogen kürzlich in die vom Coronavirus bedrohte Lombardei in Norditalien, um dort im Auftrag des kubanischen Gesundheitsministeriums zu helfen. In Turin im norditalienischen Piemont landeten weitere 38 Mediziner der Brigade. Italienische Regierungsvertreter und die Bevölkerung begrüßten sie dort am Flughafen begeistert, weil sie ein tatsächliches Zeichen der Solidarität setzten. Eine weitere Brigade mit elf Intensivmedizinern, Epidemiologen und Krankenschwestern landete in Togo, um die Ausweitung der Pandemie in Afrika verstärkt zu bekämpfen.

Die Sonderbrigade »Henry Reeve« mit Ärztinnen, Ärzten und Pflegepersonal wurde 2005 vom kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro für internationale Hilfseinsätze gegründet. In vielen Ländern der Welt hat sie in Fällen von Katastrophen und schweren Epidemien einmalige Leistungen erbracht. Mindestens 80.000 Menschen haben Kubaner mit ihren medizinischen Einsätzen, die schon seit den 1960er Jahren laufen, das Leben gerettet.

Wer war Henry Reeve?

Er kämpfte Weiterlesen »Mindestens 80.000 Menschen haben sie das Leben gerettet«

Reproduktionszahl R : Die Zahl, auf die alle schauen

https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2020-04/coronavirus-deutschland-reproduktionszahl-infektionen

Reproduktionszahl R: In der politischen Diskussion wird die Reproduktionszahl als Maßzahl der Corona-Epidemie gehandelt. Doch bei ihrer Berechnung gibt es erhebliche Unsicherheiten.
In der politischen Diskussion wird die Reproduktionszahl als Maßzahl der Corona-Epidemie gehandelt. Doch bei ihrer Berechnung gibt es erhebliche Unsicherheiten. © Michele Tantussi/Reuters

Der Wert, über den gerade ganz Deutschland wacht, liegt knapp unter eins: die sogenannte Reproduktionszahl, kurz R. Sie besagt, wie viele Menschen eine mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 infizierte Person im Durchschnitt ansteckt. Und eins heißt: Ein Mensch steckt einen anderen an. 

Die Diskussion und die Verwirrung um die Zahl waren zuletzt groß. Mitte April verkündete das Robert Koch-Institut(RKI), dass sie deutlich gesunken sei. Vielleicht fühlten sich die Menschen gerade durch diese Nachricht wieder sicherer, als ob das Schlimmste jetzt vorbei sei – vergangene Woche jedenfalls meldete das RKI: Die Reproduktionszahl stieg wieder an (Lagebericht hier als PDF). Nur um den Wert einen Tag später wieder nach unten zu korrigieren. Und auch eine Forschungsgruppe des Helmholtz-Instituts berechnet täglich einen Wert – der in der vergangenen Woche etwas tiefer lag als die Schätzung des RKI. In der politischen Diskussion wird die Reproduktionszahl als Maßzahl der Epidemie gehandelt. Doch gleichzeitig gibt es bei ihrer Berechnung erhebliche Unsicherheiten. Aber warum ist die Reproduktionszahl eigentlich so wichtig?

Von ihr hängt ab, wie schnell sich das Virus ausbreitet und wie viele Menschen sich anstecken. Kennt man sie, so lässt sich, zumindest grob, abschätzen, wie sich der Ausbruch weiter entwickeln wird. Das Modell zeigt, wie sich die Zahl der infektiösen Personen, abhängig von der Reproduktionszahl R, über die nächsten Monate entwickeln könnte. Die Darstellung orientiert sich an der zweiten Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi) vom 27. April 2020. Als Ausgangspunkt nehmen die DGEpi-Forscher 10.000 infizierte Menschen – diese Zahl entspricht etwa der Zahl der Menschen, die sich in Deutschland in den letzten sieben Tagen bekanntermaßen angesteckt haben und die damit als infektiös gelten (siehe Infokasten).   

Wie R den Verlauf der Epidemie beeinflusst

Entwicklung der Zahl der infektiösen Personen in Deutschland, ausgehend von10.000 infektiösen Personen am 4. Mai 2020.

↑ Infektiöse Personen

020.00040.00060.00080.000100.000 Mai ’20 Jul. Sep. Nov. Jan. ’21 Apr. ’21

Was die Reproduktionszahl aussagt

Liegt die Reproduktionszahl bei eins, steckt also jeder Infizierte genau eine andere Person an, dann bleibt Weiterlesen Reproduktionszahl R : Die Zahl, auf die alle schauen