Corona-Pandemie : „Ich kann mir nicht mal allein die Haare waschen“

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14. August 2021, 16:17 Uhr

Corona-Pandemie: "Ich kann mir nicht mal allein die Haare waschen"
© Foto: Alireza Dolati/​unsplash.com, Collage: ze.tt

Die höchsten Inzidenzwerte entfallen aktuell auf die Gruppe der 15- bis 24-Jährigen. Drei junge Frauen erzählen von totaler Erschöpfung und psychischen Belastungen nach ihrer Corona-Infektion – und der Frage: Hört das je wieder auf?

Sarah, 19 Jahre

Wenn sich meine Freund*innen im Café treffen, bleibe ich oft zu Hause und liege im Bett. Ich habe Long Covid. Um Weihnachten habe ich mich mit Corona infiziert. Viele Symptome sind geblieben: Herzrasen, Muskel- und Gelenkschwäche, Müdigkeit. Damals hat meine Hausärztin mir gesagt, ich solle mich ein bisschen gedulden. Bis alles wieder so sei wie früher, könne es etwas dauern. Also habe ich entschieden, in meinem Physikstudium ein paar Module weniger zu belegen. Das ist auch okay, mehr geht einfach nicht. Aber es wurde nicht besser. Meine Hausärztin hat mir dann eine Reha empfohlen. Ein Kardiologe verschrieb mir ein Medikament gegen das Herzrasen. 

Sechs Monate nach der Infektion können Betroffene einen Termin in der Long-Covid-Sprechstunde der Berliner Charité ausmachen. Die Ärzt*innen dort haben mir Hoffnung gegeben, dass Long Covid für viele Menschen innerhalb des ersten Jahres besser wird. Sie haben mir geraten, mich so viel wie möglich zu schonen, Vitamin B einzunehmen und viel Salz zu essen – das helfe gegen das Herzrasen.

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Todesstrafe durch die Hintertür

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I will die“ – ich werde sterben, waren die letzen Worte von Achidi J. Dann sackte der 19jährige Kameruner in der rechtsmedizinischen Abteilung der Hamburger Universitätsklinik in sich zusammen, Puls und Atmung setzten aus. Als der Afrikaner nach drei Minuten immer noch leblos auf dem Boden lag, erwachten die umstehenden Mediziner aus ihrer Tatenlosigkeit. Die Wiederbelebungsversuche aber kamen zu spät. Drei Tage nachdem das Herz des 19jährigen Kameruners während eines Brechmitteleinsatzes aufgehört hatte zu schlagen und anschließend der Hirntod eingetreten war, schalteten die Ärzte der Uniklinik am Nachmittag des 12. Dezember die lebensverlängernden Apparaturen ab. Der 19jährige war an einem Hirnschaden infolge von Sauerstoffmangel gestorben – so das offizielle Obduktionsergebnis des Berliner Institutes für Rechtsmedizin.

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Achidi J. ist das erste Todesopfer der umstrittenen Praxis, mutmaßliche Dealer mittels eines per Sonde eingeführten Brechmittels zum Ausspucken möglicherweise verschluckter Drogenkügelchen zu zwingen. Dabei war dem sich heftig wehrenden Kameruner von einer Ärztin 30 Milliliter hochkonzentriertes Brechmittel mit einer durch die Nase geführten Magensonde in den Körper gepumpt worden. 41 Crack-Kügelchen förderten die Mediziner aus dem Verdauungstrakt des Halbtoten zutage. „Operation Drogenfund“ gelungen – Patient tot.

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»Biden hat viele Erwartungen in Kuba enttäuscht«

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Historiker Rainer Schultz über Proteste und Alltag auf der Karibikinsel sowie die Initiative zur Aufhebung der Blockade

11.08.2021, 16:33 Uhr

Fidel Castro war sich mit seinem Bruder Raúl immer einig: Die durch die Blockade beeinträchtigte Versorgungslage ist eine Frage der nationalen Sicherheit.

Fidel Castro war sich mit seinem Bruder Raúl immer einig: Die durch die Blockade beeinträchtigte Versorgungslage ist eine Frage der nationalen Sicherheit.

Foto: imago images/Agencia EFE

Die Folgen der zuletzt von US-Präsident Donald Trump 2020 noch verschärften Blockade und die Coronakrise führten in Kuba jetzt zu der schlimmsten Wirtschaftskrise seit den 90er Jahren. Am 11. Juli kam es zu landesweiten Protesten, bei denen auch staatliche Einrichtungen zerstört und Supermärkte geplündert wurden. Oberflächlich scheint sich die Lage beruhigt zu haben. Ist es nur die Ruhe vor dem nächsten Sturm?

Ich halte neue Proteste durchaus für denkbar, wenn sich die Versorgungslage nicht dauerhaft und spürbar verbessert. Sie ist weiterhin prekär. Die langen Schlangen vor den Geschäften sind für viele unerträglich. Es wird mit einigen Erlassen an einer Besserung gearbeitet, zum Beispiel können nun unbegrenzt Lebensmittel und Medikamente eingeführt werden, die staatlichen Höchstpreise auf den lokalen Bauernmärkten, die viele davon abhielten, überhaupt noch zu liefern, wurden abgeschafft. Dem Parlament liegt nun ein Gesetzesentwurf vor, den ich einsehen konnte, nachdem kleine und mittlere Unternehmen zugelassen und reguliert werden.

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Lässt die Wölfe tanzen

https://www.jungewelt.de/artikel/407433.l%C3%A4sst-die-w%C3%B6lfe-tanzen.html

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Qin Gang

Was im Mittelpunkt seiner Tätigkeit in Washington stehen wird, hat Qin Gang, Chinas neuer Botschafter in den Vereinigten Staaten, in seiner ersten Stellungnahme am Mittwoch offen erklärt. Es gehe darum, die Grundlagen der Beziehungen zwischen den USA und der Volksrepublik zu sichern, zudem die Beziehungen selbst wieder auf den richtigen Weg zu bringen – und dazu sei es notwendig, die Voraussetzungen für ein auskömmliches Verhältnis zu schaffen: »gegenseitigen Respekt, Gleichbehandlung, Win-win-Kooperation und friedliche Koexistenz«. Das sind wichtige Ziele, die die chinesische Diplomatie im Kern seit je, gegenüber den USA aber seit Jahresbeginn mit neuem Nachdruck verfolgt, weswegen die üblichen wüsten US-Vorwürfe von Beijing gelegentlich schroff beantwortet werden, etwa beim Außenministertreffen im März in Anchorage, zuletzt beim Treffen der stellvertretenden Außenminister in Tianjin. Die schroffen Antworten aus China sind dabei Mittel zum Zweck, Gleichbehandlung zu erreichen.

Qin wendet diese Taktik schon seit Jahren an. Vielen sind spitze Äußerungen aus seiner Zeit als Sprecher des chinesischen Außenministeriums noch gut in Erinnerung, mit denen er zuweilen auf heftige, allzuoft sachlich unbegründete Attacken aus dem Westen reagierte. In Teilen der chinesischen Öffentlichkeit hat ihm dies manchmal schenkelklopfenden Beifall eingebracht; im Ausland hingegen gilt er nicht wenigen als ein früher Vertreter der scharf, zuweilen aggressiv formulierenden »Wolfskrieger«-Diplomatie. Beides geht am Kern der Sache vorbei. Gegen Vorwürfe aus dem Westen, er habe zuweilen unnötig offensiv formuliert, hat sich Qin im Februar ausdrücklich verwahrt: »Es ist unvernünftig, China zu verleumden und gleichzeitig das Land zu hindern, sich zur Wehr zu setzen.« Wenn man etwas mit Wölfen vergleichen könne, dann die Staaten, die die Volksrepublik gewissen-, grund- und hemmungslos verleumdeten.

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Europa schafft sich ab

https://www.rowohlt.de/buch/erik-marquardt-europa-schafft-sich-ab-9783499007071

Neu

Wie die Werte der EU verraten werden und was wir dagegen tun können

An den europäischen Außengrenzen werden vielfach Menschenrechte gebrochen. Geflüchtete werden ohne Zugang zu Asylverfahren zurückgewiesen, eingesperrt, auf dem Meer ausgesetzt und misshandelt. Erik Marquardt sitzt für die Grünen im EU-Parlament und war in den letzten Jahren immer wieder auf der Balkanroute, auf Lesbos und bei der Seenotrettung auf dem Mittelmeer. In seinem Buch macht er die Diskrepanz zwischen dem europäischen Bekenntnis zu Menschenrechten und -würde und der Wirklichkeit vor Ort deutlich. Marquardt zeigt, wie Europa wissentlich eigenes Recht bricht, Werte verrät und welche Folgen das für uns alle hat. Zugleich macht er deutlich, welche Veränderungsmöglichkeiten es gibt und wie jede*r Einzelne aktiv werden kann.Weiterlesen

Stagnierende Angleichung

https://das-blaettchen.de/2021/07/stagnierende-angleichung-57818.html

von Ulrich Busch

Kurz vor der Sommerpause legte die Bundesregierung schnell noch ihren diesjährigen „Jahresbericht zum Stand der Deutschen Einheit“ vor. Der Bericht und die Debatte darüber wurden von der Öffentlichkeit aber kaum wahrgenommen und von den Medien weitestgehend ignoriert. Die Gründe dafür sind in der Dominanz anderer Themen, wie dem Bundestagswahlkampf, der Diskussion um die Lockerung der Corona-Maßnahmen und der Fußball-Europa-Meisterschaft, zu suchen. Aber auch im Bericht selbst, der insgesamt nicht viel Neues bietet. Inhaltsleere Erfolgsrhetorik und demonstrativer Optimismus wechseln mit der ermüdenden Aufzählung von Einzelmaßnahmen, leere Versprechungen mit Banalitäten und Rechtfertigungsversuchen für ausgebliebene Resultate. Auffällig ist, dass die Aussagen im Text nur selten mit den statistischen Daten im Anhang übereinstimmend korrespondieren. Vielmehr konterkarieren diese oftmals die vollmundigen Erklärungen im verbalen Teil. Dies zu erkennen, setzt voraus, dass man bestimmte Aussagen kritisch hinterfragt und sich die Daten dazu genau anschaut.

… Richtigstellung der steuerlichen Be- und Entlastungswirkungen der Steuerkonzepte

https://www.axel-troost.de/de/article/10367.richtigstellung.html

Richtigstellung der steuerlichen Be- und Entlastungswirkungen der Steuerkonzepte der LINKEN zur Einkommen- und Vermögensteuern sowie der Vermögensabgabe für ausgewählte Haushalte

12.07.2021 / Christoph Sauer und Axel Troost

In der Süddeutsche Zeitung vom 08.07.2021 ist der hinten komplett wiedergegebene Artikel einschienen. Die Daten basieren auf Berechnungen des ZEW. Die Berechnungen des ZEW sind bezüglich der Daten für DIE LINKE in allen Einkommensklassen z.T. erheblich fehlerhaft

(…)

Die ganze Richtigstellung finden Sie nachfolgend als PDF-Dokument

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Die Politik der Lüge

https://www.blaetter.de/ausgabe/2021/juli/die-politik-der-luege

Boris Johnson und die Aushöhlung des Rechtsstaats

Der britische Premierminister Boris Johnson begrüßt den ungarischen Premierminister Viktor Orban (nicht im Bild) vor der Downing Street 10 in London, 28.5.2021 (IMAGO / NurPhoto)

Es ist schwindelerregend, in diesen Tagen in Großbritannien zu leben, wenn man ein gutes Gedächtnis hat. Leben unter der Johnson-Regierung heißt, dass alles, was heute politisch erklärt wird, morgen bereits anders ist. Was man erinnert, hat so nie stattgefunden. Was Johnson getan hat, war gar nicht so, oder es war jemand anders. Boris Johnson ist mit Lügen, Halbwahrheiten und Täuschungsmanövern an die Macht gekommen. Als Premierminister werde er sich das dauerhaft nicht leisten können, hofften 2019 Parteifreunde und Kritiker, denen die Zukunft Großbritanniens am Herzen lag.

Anderthalb Jahre nach seinem triumphalen Wahlsieg ist das Gegenteil eingetreten. Johnson ist sich treu geblieben und damit so populär wie nie. Im Windschatten der Pandemie und des britischen Impferfolgs scheint alles an ihm abzuperlen: das katastrophale Missmanagement zu Beginn der Pandemie, sein weiterhin gestörtes Verhältnis zur Wahrheit und selbst die sich eklatant häufenden Korruptionsfälle innerhalb seines Kabinetts. Auch die wachsenden Schäden des Brexits für die britische Wirtschaft werden auf der Insel kaum diskutiert. Selbst die zunehmend autoritären Übergriffe seiner Regierung bleiben von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt. Johnson hat die konservativen Tories so weit nach rechts verschoben, dass Angriffe gegen Justiz und Medien mittlerweile zum Alltag gehören – mit potentiell fatalen Folgen für die parlamentarische Demokratie in Großbritannien.

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