Das sind 2.666 EUR pro Seite …

Halina Wawzyniak (@Halina_Waw)
Das sind 2.666 EUR pro Seite. Sorry, das ist irre! pic.twitter.com/6WxTt0ptoL

Mjam!

E-Paper

Guten Tag! Gestatten, »Fat Cat« mein Name. Mein mit polierten Brillanten besetzter Napf ist immer voll, und mein Lieblingsseidenkissen auf der antiken Kommode neben dem Gucci-Paravent ist immer frisch gewaschen. Schnurr. Ich kann also nicht wirklich klagen.

Meine einzige Sorge ist derzeit, dass in der von Herrchen neulich ausgebauten Speisekammer im Keller (200 Quadratmeter) schon wieder der Platz knapp wird für meinen Jahresvorrat an frischem Blauflossen-Thunfisch. Schnurr. Übrigens: Wussten Sie, dass es einen Tag gibt, der nach mir benannt ist? Der sogenannte Fat Cat Day. Dieses Jahr war er am vergangenen Dienstag, dem 7. Januar. Der Fat Cat Day ist der Tag im Jahr, an dem Deutschlands »Top-Manager«, also die Bosse der größten börsennotierten Unternehmen, bereits so viel verdient haben, wie der durchschnittliche Arbeitnehmer hierzulande im gesamten Jahr 2020 bekommen wird. Dieses Jahr war das wie gesagt am 7. Januar der Fall, und zwar um 10.39 Uhr vormittags, um genau zu sein. Schnurr! Der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz zufolge ist das ein Stundenlohn von 910 Euro. Mjam! Der Begriff »Fat Cat« (»Fette Katze«) für Manager und andere Hochverdiener kommt ursprünglich übrigens aus Großbritannien. Dort ist der Fat Cat Day noch früher als in Deutschland, die britischen Manager hatten das Jahresgehalt eines britischen Arbeitnehmers bereits am vergangenen Montagnachmittag im Sack bzw. auf ihrem Konto auf den Kaimaninseln. So gefällt mir das. Und so ist auch bis auf Weiteres der Nachschub an Blauflossen-Thunfisch sichergestellt. Naja, wenigstens solange die Leckerei noch nicht ausgestorben ist. Haha! tbl

Foto: imago images/ZUMA Press

nach der Schlacht vor der Schlacht….

Claus-Peter Reisch (@ClausReisch)
Leider ist nach der Schlacht vor der Schlacht….
Mir wurde auf Sizilien ein Bußgeld von sagenhaften 
€ 300.000.- aufgebrummt. Ich gehe dagegen vor aber das ist alles sehr teuer.
Wollt Ihr mich und Martin den 1. Offizier unterstützen ?
leetchi.com/c/claus-peter-…pic.twitter.com/uT57MwYYGz

Strafe auch für die Polizei

Christian Klemm fordert nach Connewitz Prozesse für gewalttätige Beamte

dpa/Sebastian Willnow

Obwohl noch immer nicht klar ist, was in der Silvesternacht im Leipziger Szeneviertel Connewitz passiert ist, gibt es bereits ein Urteil in einem sogenannten beschleunigten Verfahren: Der Beschuldigte bekommt sechs Monate auf Bewährung aufgebrummt. Sein Vergehen: Er hat einem Polizisten ein Bein gestellt. Ein Vorgang, der jeden Tag tausendfach auf deutschen Schulhöfen stattfindet und dort im schlimmsten Fall mit einem Termin beim Schuldirektor endet. Das Gericht jedoch wertete den Vorfall nicht als banalen Schülerstreich, sondern als einen Angriff auf das Gewaltmonopol des Staates. Und da hört bekanntlich der Spaß auf.

Das Gewaltmonopol wird durch Beamte vertreten. Die haben die Situation in der Nacht auf den 1. Januar eskaliert: unter anderem durch verdachtsunabhängige Personenkontrollen und Gewalt gegen Unbeteiligte und Demonstranten. Anschließend stellte sich die Leipziger Polizei als Opfer »linksextremer Terroristen« (»Bild«) in der Öffentlichkeit dar. Das erwies sich anschließend als handfeste Lüge.

Nota bene: Verletzt wurden an Silvester auch Menschen, die sich der Polizei in den Weg gestellt haben. Gegen die Beamten, die das zu verantworten haben, ist noch kein Prozess angelaufen – ganz zu schweigen von einem Urteil, das im Schnellverfahren gefällt wurde.

Vergesst Höcke!

Weite Teile der AfD haben sich mit dem „Flügel“ versöhnt, der rechtsradikalen Strömung um Björn Höcke. Das muss den Blick auf die Partei verändern.

Alternative für Deutschland

Die AfD-Politiker Höcke und Kalbitz

Björn Höcke (r.) gratuliert beim Parteitag der AfD Andreas Kalbitz zur Wahl in den Bundesvorstand Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Björn Höcke hat im vergangenen Jahr ziemliches Tamtam gemacht. „Ich werde mich mit großer Leidenschaft der Neuwahl des Bundesvorstands hingeben“, kündigte der Thüringer AfD-Landeschef und Anführer des „Flügels“ im vergangenen Juli vor AnhängerInnen an. Die Parteispitze werde in der aktuellen Zusammensetzung nicht wiedergewählt. Plant die extrem rechte Parteiströmung bei den Vorstandswahlen einen Durchmarsch? Greift Höcke gar selbst zur Macht in der AfD?

Es waren Fragen wie diese, die daraufhin debattiert wurden – und verstärkt nach den drei Landtagswahlen in Ostdeutschland, bei denen die AfD mit „Flügel“-Männern an der Spitze erfolgreich war. Auch das würde wohl den Einfluss des „Flügels“ in der Partei weiter stärken.

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Nach dem Parteitag, auf dem die AfD Anfang Dezember ihre Bundesspitze neu gewählt hat, muss man sagen: Diese Fragen waren falsch gestellt. Vergesst den Flügel! Viel wichtiger ist, dass der Rest der Partei offenbar seinen Frieden mit der extrem rechten Strömung gemacht hat. Die Mehrheit derer, die sich innerhalb der Alternative für Deutschland für gemäßigt halten, hat den Widerstand gegen Höcke, Kalbitz & Co aufgegeben. Sie Weiterlesen Vergesst Höcke!

„Sei brav, Sklave“

„Sei brav, Sklave“

Foto: Andreu Dalmau/Imago

Blick nach rechts im Zorn
| Ausgabe 06/2019 11

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der Freitag: Frau Despentes, Sie haben Emmanuel Macrongewählt. Sind Sie enttäuscht?

Virginie Despentes: Nein. Er wurde gewählt, weil viele unter uns nicht Marine Le Pen als Präsidentin wollten. Aber wir wussten, dass er der Kandidat der großen Patrons war, von der Hochfinanz unterstützt, und dass sein Programm dem seiner Vorgänger entspricht, nämlich die phänomenale systematische Bereicherung der Superreichen abzusichern – ein Programm, das eine Katastrophe für das gesamte Land bedeutet.

Wie können die demokratischen und humanistischen Werte und die soziale Marktwirtschaft gerettet werden?

Was die Werte angeht: Das ist schon verkackt. Die Flüchtlingskrise in Europa verbietet uns, von Humanismus zu sprechen. Und die Missachtung der Stimmen des griechischen Volkes verbietet uns, noch von Demokratie zu sprechen. Da darf man sich nichts vormachen: Diese Werte wurden bereits geopfert. Die Austeritätspolitik in allen Ländern Europas wiederum ist ein Vernichtungskrieg, der alle sozialen Errungenschaften, die durch die Kämpfe der Bevölkerung im 20. Jahrhundert erreicht wurden, zerstören soll. Man will die europäischen Bevölkerungen auf das Armuts- und Elendslevel des 18. Jahrhunderts zurückfahren.

Meinen Sie das im Ernst?

Ja. Weiterlesen „Sei brav, Sklave“