Wie ein Comic die AfD entlarvt

https://m.tagesspiegel.de/kultur/comics/polit-comic-vogelschiss-wie-ein-comic-die-afd-entlarvt/27632972.html?bezuggrd=NWL&utm_campaign=ML&utm_source=morgenlage&werbetraeg=ML

21.09.2021, 17:05 Uhr

Guano-Guerrilla: Eine Doppelseite aus „Vogelschiss“. Foto: Guano Project
© Guano Project

Christian Muschweck

Der durch ein Crowdfunding finanzierte Comic „Vogelschiss“ setzt sich kritisch mit der AfD auseinander – handwerklich gelungen und inhaltlich überzeugend. 

Die Handlung des Comics, der seinen Titel einer Aussage des AfD-Politikers Alexander Gaulands verdankt, ist schnell umrissen: Ein pensionierter Lehrer und Alt-68er namens Rudi und seine Nachbarin Eleni beschließen nach einem rechtsextremen Terroranschlag in ihrem näheren Umfeld, dass es nun genug sei mit rechtsextremen Umtrieben. 

Hassprediger: Auch Talkshow-Auszüge gehören zu „Vogelschiss“. Foto: Guano-Projekt
Hassprediger: Auch Talkshow-Auszüge gehören zu „Vogelschiss“. © Guano-Projekt

Da die AfD in ihren Augen als geistige Brandstifter eine Mitverantwortung tragen, beschädigen sie deren Plakate, indem sie die Slogans übermalen. 

Später steigern sie ihre Kampagne zu einer Art Happening: Vögel werden mit einer Vogelfutterkanone auf die AfD-Zentrale in Berlin gelockt, damit sie dort alles vollscheißen. Danach jedoch geraten Rudi und Eleni selbst ins Visier gewaltbereiter Extremisten.

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China führt Mietpreisbremse ein

https://www.jungewelt.de/artikel/409585.html

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Besonders für junge Menschen sind die steigenden Mieten in Beijing unbezahlbar

Die chinesische Regierung will mit einer Mietpreisbremse mehr erschwinglichen Wohnraum schaffen. Die Kosten für die Anmietung einer Wohnung in den Städten dürfen künftig um maximal fünf Prozent pro Jahr steigen. »Neue Stadtbewohner und junge Menschen haben erst seit relativ kurzer Zeit gearbeitet und verfügen nur über ein geringes Einkommen, so dass sie kaum in der Lage sind, ein Haus zu kaufen oder Miete zu zahlen«, erklärte der stellvertretende Wohnungsbauminister Ni Hong am Mittwoch. In den Großstädten würden 70 Prozent der Neubürger und jungen Leute eine Wohnung mieten.

Die Initiative ist Teil des Versprechens von Präsident Xi Jinping, das soziale Gefälle in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt zu verringern und den »gemeinsamen Wohlstand« zu erreichen. Die Nachfrage nach Mietwohnungen konzentriert sich vor allem auf die größten Städte Chinas, die besser bezahlte Arbeitsplätze und die meisten Beschäftigungschancen bieten – insbesondere für Hochschulabsolventen. Mietwohnungen sind bei den sogenannten Millennials beliebt. Sie können sich Wohneigentum selten leisten, da die Immobilienpreise in den vergangenen Jahren durch Spekulation in die Höhe geschossen sind.

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Die Hauptstadt Beijing und die Wirtschaftsmetropole Shenzhen haben in diesem Jahr bereits damit begonnen, das Angebot an Mietwohnungen zu erhöhen. In den vergangenen Monaten haben mehrere Großstädte auch neue Vorschriften zur Vermietung von Wohnungen geplant. Sie sollen die Rechte der Mieter besser schützen. So soll es Vermietern verboten werden, Kautionen in Höhe von mehr als einer Monatsmiete zu verlangen. Die Behörden gehen zudem gegen Immobilienmakler und Onlineplattformen vor, wenn diese überhöhte Gebühren von Mietern verlangen. (Reuters/jW)

Minis Theodorakis ist gestorben

https://www.efsyn.gr/politiki/308580_i-politiki-drasi-toy-miki-theodoraki

Vor etwas mehr als einem Jahr, am 30.März 2020, starb Manolis Glezos. Wir veröffentlichten dazu eine Notiz mit dem Titel „Ein Held ist gestorben„. Heute starb vielleicht der letzte Held Griechenlands. Ein Held des Kampfes gegen die gnadenlosen deutschen Besatzer, später gegen die griechischen Diktatoren und vieler anderer Kämpfe. Mehr als ein Held war er ein sehr großer Künstler. Es ist schon sehr viel über ihn geschrieben worden – heute und in den nächsten Tagen wird sicherlich viel zu lesen sein. Für den Moment empfehlen wir als Bericht über seine politischen Aktivitäten
https://www.efsyn.gr/politiki/308580_i-politiki-drasi-toy-miki-theodoraki
(man/frau kann sich den griechischen Text im Internet übersetzen lassen)

Übersetzt von google

Die politische Aktion von Mikis Theodorakis
02.09.2021, 10:44

Nachdem er die meiste Zeit seines Lebens unter der Linse der griechischen und internationalen Öffentlichkeit verbracht hatte, war Mikis Theodorakis Bezugspunkt, Symbol und Inspirationsquelle. Sein turbulentes Leben ging durch vierzig Wellen und sein politisches Handeln wurde Gegenstand von Diskussionen, Kontroversen und sogar Kritik.

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Mikis Theodorakis wurde am 29. Juli 1925 in Chios geboren. 1943 ließ er sich dauerhaft in Athen nieder. Während Griechenland gegen Hitlers Nazi-Deutschland kämpft, entwickelt M. Theodorakis Widerstandsaktionen durch die Reihen von EPON und der KKE.

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Erhard Crome: Anmerkungen zum Afghanistan-Krieg

das-blaettchen.de

Erhard Crome 8-10 Minuten


Nach dem Einmarsch der Taliban in Kabul ist allenthalben von „Niederlage“ und „Desaster“ die Rede. Der frühere Diplomat Michael von der Schulenburg, jahrzehntelang für UNO und OSZE leitend tätig, befand bereits vor über einem Jahr: „Der Nato-Einsatz in Afghanistan war ein Fiasko. Die Art des Rückzugs ist es auch.“ Es sei „eine Ironie der Geschichte, dass Ereignisse in diesem verarmten, abgelegenen und weithin unbekannten (aber wunderschönen) Land zum zweiten Mal in unserer Zeit eine weltpolitische Zeitenwende einzuläuten scheinen“. Die mächtige Sowjetarmee musste 1989 nach zehn Jahren Krieg abziehen und die Sowjetunion akzeptieren, dass sie gescheitert war, mit militärischer Gewalt ein ihr gemäßes politisches System durchzusetzen.

Erstaunlich ist, dass die Katastrophe, in die der sowjetische Afghanistan-Krieg geführt hatte, ignorant vom Westen und der NATO wiederholt wurde. George W. Bush führte den Krieg unter Verweis auf die Anschläge von New York. Schulenburg betonte, die Frage, „warum Afghanen eine Kollektivschuld für die Terrorangriffe vom 11. September 2001 bezahlen mussten“, wurde in Washington und keiner anderen westlichen Hauptstadt je gestellt oder gar beantwortet. Kein einziger Afghane war an dem Anschlag beteiligt, geplant wurde er in Hamburg. „Und doch haben Afghanen mit mindestens 160.000 Kriegstoten, unzähligen Kriegsversehrten, 2,5 Millionen Binnenvertriebenen und 2,7 Millionen Flüchtlingen einen sehr hohen Preis dafür bezahlt.“ Die Kosten des Krieges betrugen allein für die USA über 2400 Milliarden US-Dollar, die Gesamtkosten für alle 38 Verbündeten werden auf vier Billionen US-Dollar geschätzt.

Der Politikwissenschaftler Herfried Münkler zeichnete die Konturen der historischen Zäsur noch schärfer (Neue Zürcher Zeitung, 04. Mai 2021). Analogien zu Vietnam liegen auf der Hand: „auch dort jahrzehntelanges Engagement, gewaltige Kosten, erhebliche Verluste, sich verschlechternde Erfolgsaussichten, kontinuierlich schrumpfende Durchhaltebereitschaft bei den Interventen, ein eilig verhandelter Vertrag der beiden Kriegsparteien“. Der „nach Verstreichen einer Anstandsfrist von den Nordvietnamesen mit der Eroberung Südvietnams aufgekündigt wurde“. Das Drehbuch für die Zukunft Afghanistans dürfte ähnlich aussehen – nur dass es keinen vergleichbaren Vertrag gab.

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Lügen und andere Wahrheiten

https://www.nd-aktuell.de/amp/artikel/1156026.macht-und-meinung-luegen-und-andere-wahrheiten.amp.html

Wie kommt es, dass die Meinung der Herrschenden zur herrschenden Meinung wird? Die Psychoanalytiker Almuth Bruder-Bezzel und Klaus-Jürgen Bruder versuchen sich mit einem Sammelband an einer Antwort

28.08.2021

Freilich ist’s auch kein Vorteil für die Herde, wenn der Schäfer ein Schaf ist, sagte schon Goethe. Überhaupt wird den Schafen so einiges angedichtet

pixabay/David Mark

Meinungsmanipulation: Bei Manchen schrillen schon bei diesem Wort die Alarmglocken. Allein durch die Vorstellung, in ihren Ansichten nicht frei zu sein, fühlen sie sich degradiert. Dass hinter den Kulissen die Fäden gezogen würden für ein Geschehen, das sich ihrem Einfluss entzieht – dieser Gedanke könnte sie doch zu Marionetten machen, sie resignieren und hilflos werden lassen. Keinesfalls wollen sie zu denen gehören, die sie sich irgendwelchen «Querdenkern» und «Wutbürgern» anschließen, gar nicht mehr zur Wahl gehen und nur noch räsonieren.

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Aber solche Leute gibt es massenhaft. Wie können Linke mit ihnen umgehen, wie können sie sich behaupten? Wie vieles möchte ich Almuth Bruder-Bezzel und Klaus-Jürgen Bruder fragen, wenn sie am 1. September beim nd-Literatursalon zu Gast sind. Als Herausgeber des Bandes «Macht. Wie die Meinung der Herrschenden zur herrschenden Meinung wird» scheinen sie mir in diesem Sinne besonders kompetent, weil sie Meinungsmanipulation nicht lediglich aufgeregt anprangern, wie es Journalisten gern tun und Recht damit haben im Sinne demokratischen Engagements. Denn als Psychoanalytiker brauchen sie einen illusionslosen Blick auf Menschen in ihrer persönlichen Verwurzelung und ihrem gesellschaftlichen Umfeld. Und sie haben Marx und Engels gelesen, was heute nicht einmal für Politologen selbstverständlich ist.

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Vom Selbstzweck zum Satelliten

https://www.jungewelt.de/artikel/408934.kaputtes-land-vom-selbstzweck-zum-satelliten.html

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picture-alliance/ dpa | afp

Die politischen Folgen der Unabhängigkeitserklärung wurden schnell klar: Am Tag danach feierten Nationalisten vor dem Sitz der KP Ukraine in Kiew mit antikommunistischen Plakaten, u. a. mit einem mit roter Farbe beschmierten Lenin-Porträt (25.8.1991)

Die Entstehung der unabhängigen Ukraine war eine Sturzgeburt. Sie war das Resultat des erfolglosen Versuchs des »Staatskomitees für den Ausnahmezustand«, im Rahmen des sogenannten Augustputsches die sowjetische Staatlichkeit zu retten. In Russland maßte sich damals der Präsident der Unionsrepublik, Boris Jelzin, die ihm gar nicht zustehende Kompetenz an, die Tätigkeit der unionsweiten KP zu verbieten. Für die Führung der ukrainischen Filiale der KPdSU klingelten damit die Alarmglocken. Musste sie doch damit rechnen, Jelzins nächstes Ziel zu werden. Also entschloss sich die KPU-Führung zu einer Wendung um 180 Grad. Am 24. August 1991, einem Samstag, wurde das ukrainische Parlament zu einer Sondersitzung zusammengerufen, und gemeinsam mit den Nationalisten beschloss auch die KP-Fraktion der Werchowna Rada, die Ukraine aus der Sowjetunion herauszulösen.

Das geschah nicht ohne Bedenken. Aber die Furcht vor einem Durchgreifen Jelzins auf die ukrainischen Parteistrukturen überzeugte auch die Skeptiker in der ukrainischen KP. »Wenn ihr nicht zustimmt, sitzen wir in der Scheiße«, soll Republikparteichef Stanislaw Gurenko kurz vor der entscheidenden Sitzung skeptischen Genossen gedroht haben.¹ Was die ukrainische Partei nicht hinderte, wenige Tage später die Tätigkeit der KPdSU auf ukrainischem Boden ebenfalls zu verbieten.

Ukrainische Interessen

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DIE LINKE lohnt sich! EINKOMMENSTEUER:

Wir entlasten die, die viel leisten und wenig verdienen (mit vielen Rechenbeispielen)

https://www.die-linke.de/themen/steuern/gerechte-einkommensteuern/

DIE LINKE ist die Steuersenkungspartei für die Mehrheit im Land. Als Faustregel gilt: Wer weniger als 6.500 Euro brutto verdient, hat mit unserem Steuerkonzept mehr in der Tasche. Wer ein höheres Einkommen hat, zahlt dafür mehr Steuern. Wir finden: Das ist fair. Denn wer viel verdient, kann mehr beitragen. Unsere Reform der Einkommensteuer ist aufkommensneutral. Wir wollen damit nicht mehr Geld für die öffentlichen Haushalte einnehmen. Sondern die Lasten gerecht verteilen. Facharbeiterinnen, Busfahrer, Pflegekräfte, Verkäufer, Polizistinnen, Lehrer und alle, die die wichtige Arbeit im Land leisten, werden entlastet.

In der Falle der US-Großmachtpolitik

https://lostineu.eu/in-der-falle-der-us-grossmachtpolitik/amp/

US-Präsident Joe Biden hat jede Verantwortung für das Debakel in Afghanistan weit von sich gewiesen. Dahinter steht eine neue US-Großmachtpolitik, die sich wenig um die Interessen der Alliierten schert. Die sitzen nun in der Falle.

Die Alliierten, allen voran Deutschland, hatten geglaubt, in Afghanistan gehe es um “Nation Building” – um den Bau von Brücken, Schulen und demokratischen Institutionen, fast wie in Deutschland nach dem Fall des Nazi-Regimes.

Doch für die USA ging es um etwas Anderes. Sie wollten die Machtbasis von Al Kaida zerstören, um sich für 9/11 zu rächen und eine Wiederholung unmöglich zu machen. Biden plante schon unter Obama den Abzug der US-Truppen.

Nun hat er sein Ziel erreicht und verteidigt es vehement. Das ursprüngliche Ziel des US-Einsatzes, das Ausmerzen von Al-Kaida, sei erreicht, erklärte er. Auch bin Laden – der “Public Enemy” der USA – sei getötet worden. 

Der US-Präsident betonte, es sei nie Ziel des Einsatzes gewesen, eine geeinte Demokratie zu schaffen. Das ist der springende Punkt. Jene US-Alliierten, die anderes glaubten, haben sich und ihren Bürger etwas vorgemacht.

Vor allem in Deutschland hat man an das Märchen vom “Nation Building” geglaubt. Andere EU-Länder wie Frankreich oder die Niederlande haben die Lage nüchterner betrachtet und sind schon vor Jahren aus Afghanistan abgezogen.

Doch nun sitzen auch sie in der Falle. Denn Diplomaten, ziviles Personal und Ortskräfte sind geblieben – und müssen nun in höchster Not abgezogen werden. Ohne US-Hilfe sind die EUropäer nicht einmal dazu in der Lage.

Noch schlimmer als die logistische Falle ist aber die strategische. Die EUropäer haben sich zu Gefangenen der neuen US-Großmachtpolitik gemacht, die eigentlich nur noch ein Ziel kennt: China im Zaum zu halten.

Für dieses Ziel ist Biden zu vielen, auch großen Opfern bereit. Erst hat er den Widerstand gegen die Gaspipeline Nord Stream 2 fallen lassen – und (zumindest subjektiv) die Interessen der Ukrainer und Osteuropäer verraten.

Keine Rücksicht auf die Alliierten

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Nun überlässt er Afghanistan seinem Schicksal – ohne Rücksicht auf jene Afghanen, die an westliche Werte und Freiheiten glaubten, und ohne Rücksicht auf die Alliierten, die sich in ihrer Hilfslosigkeit vor den Augen der Weltöffentlichkeit blamieren.

Doch EU und Nato sind immer noch nicht bereit, der bitteren Realität ins Auge zu blicken. So spricht Nato-Generalsekretär Stoltenberg von “Fortschritten” und “Wohlstand und Demokratie” in Afghanistan.

Auf Nachfrage ist er nicht einmal bereit, die Verantwortlichen für das Debakel zu benennen. Auch die Nato hat sich von den USA in die Falle führen lassen – doch Stoltenberg kann oder will das nicht eingestehen…

Siehe auch “Fall von Kabul: Schuldiges Schweigen in Brüssel”

P.S. Für das “Handelsblatt” habe ich bis 2010 über die Nato und die EU-Außenpolitik berichtet. Ein zentrales Thema war schon damals Afghanistan – und der Abzug der US-Truppen. Siehe z.B. hier: “Bündnis bereitet seinen Rückzug vor”, das war 2010!