PEN solidarisiert sich mit ältester antifaschistischer Organisation Deutschlands: VVN-BdA droht Entzug der Gemeinnützigkeit

Pressemitteilung, Darmstadt, 27. Juli 2020. Der deutsche PEN protestiert gegen die Entscheidung eines Berliner Finanzamts, der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschist*innen, der ältesten und größten antifaschistischen Organisation Deutschlands, die Gemeinnützigkeit zu entziehen. Die VVN-BdA, die 1947 von ehemaligen KZ-Häftlingen gegründet wurde, ist bis heute eine wichtige Kraft nicht nur im Bereich „Erinnerungskultur“, sie ist auch aktiver Part in Bewegungen gegen Rassismus, Fremdenhass und andere Bedrohungen der Demokratie.

Hierzu PEN-Präsidentin Regula Venske:

„’No Politics in the PEN Club under no circumstances!‘ So lautete die Devise, als 1921 der internationale PEN-Club in London gegründet wurde. Initiatorin war die englische Erfolgsautorin Amy Dawson-Scott, erster internationaler Präsident wurde John Galsworthy. Zwar wollte man sich für die Freiheit des Wortes, für Frieden und Völkerverständigung einsetzen, aber Literatur sollte doch, bitte schön, über nationale und/oder politische Leidenschaften erhaben sein.

Mit der Devise ‚No Politics‘ kam man indes nicht weit. Als 1933 die Scheiterhaufen der Nazis brannten und die Bücher Weiterlesen PEN solidarisiert sich mit ältester antifaschistischer Organisation Deutschlands: VVN-BdA droht Entzug der Gemeinnützigkeit

Abschiebungen mit Lufthansa

 
 
Seebrücke
⁦‪@_Seebruecke_‬⁩
Die ⁦‪@Lufthansa_DE‬⁩ beteiligt sich in tausenden Fällen an Abschiebungen. Viele werden #abgeschoben obwohl sie in #Deutschland gut integriert sind und Job und Familie haben. Nach der Abschiebung sind die Betroffenen oft Verfolgung oder Perspektivlosigkeit ausgesetzt. #Abschiebefrei
 
27.07.20, 11:51
 
 

bundesweit größte linksextremistisch beeinflusste Organisation im Bereich des Antifaschismus

 
 
Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – BdA
⁦‪@vvn_bda‬⁩
🧐sieht nach 7.000 Followerinnen und Followern bis heute abend aus. Großartig!
Herzlich willkommen nochmal an alle beim Twitter-Kanal der „bundesweit größte[n] linksextremistisch beeinflusste[n] Organisation im Bereich des Antifaschismus.“ (lt. bayr. Verfassungsschutz)
 
25.07.20, 14:59
 
 

In guter Gesellschaft – Verena Bentele fragt, wo’s hakt – Folge 3 – Gewinner und Verlierer der Corona-Krise

https://www.vdk.de/deutschland/pages/podcast/podcast/80063/folge%203_gewinner%20und%20verlierer%20der%20coronakrise?dscc=ok

In guter Gesellschaft – Verena Bentele fragt, wo’s hakt – Folge 3 – Gewinner und Verlierer der Corona-Krise
#3 | Marcel Fratzscher, wer sind die Gewinner und Verlierer der Corona-Krise

Marcel Fratzscher, wer sind die Gewinner und Verlierer der Corona-Krise können wir die Lasten der Corona-Krise sozial gerecht verteilen?

In guter Gesellschaft mit Prof. Ph.D. Marcel Fratzscher spreche ich über die Auswirkungen der Corona-Krise. Können wir die Lasten gerecht verteilen oder bürden wir den Schwächeren mal wieder den Mammutanteil auf?
Als Leiter des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hat Marcel Fratzscher das Konjunkturpaket der Bundesregierung unter die Lupe genommen. Im Podcast erklärt er uns, wo Nachbesserungsbedarf besteht, warum der Staat jetzt auf keinen Fall sparen sollte und welche Maßnahmen nötig sind, um Armut in Deutschland langfristig einzudämmen.

Aufruf zur Unterstützung des Filmprojekts „WER RETTET WEN Reloaded“ – Es wird wieder gerettet

Während die ersten Schrecken der Covid-19 Pandemie verflogen sind, wirft die sich ausbreitende Wirtschaftskrise Schatten des neuen Grauens. Der große Hoffnungsstar der digitalen Finanzbranche Wirecard ist insolvent und verbrennt Milliardenbeträge. Bei Karstadt/Kaufhof werden die Hälfte aller Warenhäuser geschlossen. Die Konzernen Lufthansa und Renault entgehen der Insolvenz nur mit Milliarden Staatshilfe. Und das ist nur der Anfang. Und stets wird es darum gehen, dass die Kapitaleigner keine Verluste ertragen und noch Gewinne erzielen.

Als diese Krise begann, kam uns sogleich der Gedanken, dass die im Film „Wer rettet Wen?“ aufgearbeiteten Erfahrungen der vergangenen Krise jetzt so wichtig sein können wie das täglich Brot. Bestärkt hat uns darin der Aufschrei des internat. Finanzexperten Satyajit Das, man habe nichts aus der Finanzkrise gelernt. Deshalb haben wir sogleich begonnen, den Film „Wer rettet Wen?“ neu aufzuarbeiten und mit den Erfahrungen und Fragestellungen der gegenwärtigen Krise zu verbinden. Wer Rettet Wen? – Reloaded wird das Ergebnis sein: 

Am 11. September 2020 wird die Premiere sein!

Ein Aktionstag Weiterlesen Aufruf zur Unterstützung des Filmprojekts „WER RETTET WEN Reloaded“ – Es wird wieder gerettet

Wie die „Hooligans Gegen Satzbau“ Attila Hildmann prankten

jetzt.de

Wie die „Hooligans Gegen Satzbau“ Attila Hildmann prankten

Interview von Niko Kappel

Wie die „Hooligans Gegen Satzbau“ Attila Hildmann prankten

Hildmann hatte ein Kopfgeld auf die Satire-Aktivist*innen ausgesetzt. Uns haben sie erzählt, was sie bei ihrem Prank über ihn gelernt haben.

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Foto: Stefanie LOOS / AFP / Collage: jetzt

Der Kochbuchautor Attila Hildmann verbreitet auf Demonstrationen und sozialen Medien Verschwörungstheorien zum Coronavirus und einer geheimen Weltordnung. Dabei benutzt er rechtsextreme Parolen, ruft zu Gewalt auf, verbreitet Antisemitismus und zeigt sich mit Symbolen aus der Nazi-Zeit. Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft Cottbus gegen ihn.

Und noch jemand hat ihn im Visier: Die Satire-Gruppe „Hooligans Gegen Satzbau“ (HoGeSatzbau) hat wochenlang dazu aufgerufen, die Social-Media-Kanäle des rechtsextremen Kochs zu melden. Hildmann bemerkte das irgendwann und fühlte sich angegriffen. Die Aktivist*innen von „Hooligans Gegen Satzbau“ bewegen sich anonym im Internet. Hildmann bot deshalb in seinem Telegram-Kanal 1000 Euro für die Klarnamen und Adressen von Kiki Klugscheißer und Grafikhool, die Gründer*innen der Satire-Seite.

Die holten nun zum Gegenschlag aus. Sie erstellten Fake-Profile zweier vermeintlicher Gründer*innen ihrer Gruppe. Die Bilder, die sie für die Fake-Profile nahmen, zeigen in Wirklichkeit aber einen bekannten Neonazi und dessen Freundin, die dem „Aryan Circle Germany“, einer rechtsextremen Gruppe, angehören. Die „Hooligans Gegen Satzbau“ veränderten die Bilder der zwei Neonazis so, dass es aussah, als wären die beiden Mitglieder der Antifa. Sie spielten Hildmann die Informationen zu. Der glaubte den Fake und verbreitete die Falschinformationen über seine Telegram-Gruppe. Wir haben mit Kiki Klugscheißer und Grafikhool über ihre Aktion und über Attila Hildmann gesprochen.

jetzt: War Attila Hildmann der Erste, der ein Kopfgeld auf euch ausgesetzt hat?

Kiki Klugscheißer (K): Ja. Seit wir aktiv sind, also seit Weiterlesen Wie die „Hooligans Gegen Satzbau“ Attila Hildmann prankten

Letters for Julian Assange /Claudia Daseking und Patrick Bradatsch

Am 22.06.2020 veröffentlicht

Warum sind Faschismus und Terror unzertrennlich?

Online-Vortrag mit dem iz3w-Autor Mathias Wörsching (Berlin) am Donnerstag, Do 23. Juli um 20:00 Uhr

Online-Vortrag mit dem iz3w-Autor Mathias Wörsching (Berlin) am Donnerstag, Do 23. Juli um 20:00 Uhr 

Extreme Gewalt ist in der Ideologie aller Faschismen angelegt, sie droht in deren Rhetorik und muss die Konsequenz ihrer Programme sein, falls diese umgesetzt werden. Extreme Gewalt in Form des Rechtsterrorismus, aber auch in Form des staatlich organisierten Massenmords kennzeichnet die Praxis des Faschismus. Die wohl typischste faschistische Organisationsform – der männliche Kampfbund – dient vor allem der Ausübung von Gewalt.

Der Vortrag stellt anhand der faschistischen „Liebe zur Gewalt“, wie der im Juni 2020 verstorbene israelische Faschismusforscher Zeev Sternhell dieses Verhältnis nannte, einige wesentliche Begriffe und Probleme der Faschismustheorien vor. Im Zentrum steht dabei die Frage: Wie hängen moderner Kapitalismus und Faschismus zusammen?

Mathias Wörsching ist Historiker und Politologe aus Berlin, betreibt die Internetseite faschismustheorie.de und hat 2020 ein Einführungsbuch zu Faschismustheorien in der Reihe theorie.org des Schmetterling-Verlags veröffentlicht.
Wörschings Einleitungsbeitrag zum iz3w-Themenschwerpunkt „Rechte Gewalt“ steht HIER.

Hier geht es direkt zur Online-Veranstaltung: https://youtu.be/ROta5VeriIo

Der Stream wird am 23. Juli um 20:00 Uhr gestartet, die Veranstaltung beginnt um 20:15 Uhr.

Fragen und Kommentare können unter folgendem Link an die Moderation gesendet werden: https://videostream.rdl.de/

Die Veranstaltung wird unterstützt durch die Rosa-Luxemburg-Stiftungund die Amadeu Antonio Stiftung.

Verdrängt, doch mit Bestand

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Beschlüsse von weitreichender Bedeutung. Die Regierungschefs und Außenminister Großbritanniens, der UdSSR und der USA beraten in Potsdam

Vom 17. Juli bis 2. August 1945 fand im Potsdamer Schloss Cecilienhof die wohl wichtigste Konferenz der alliierten Siegermächte nach der militärischen Zerschlagung des deutschen Faschismus statt. Teilnehmer waren der US-amerikanische Präsident Harry S. Truman – Amtsvorgänger Franklin D. Roosevelt war im April 1945 verstorben – und sein Außenminister James F. Byrnes. Die englische Seite wurde zunächst vom britischen Premierminister Winston S. Churchill vertreten, der während der Konferenz von Clement R. Attlee und dem neuen Außenminister Ernest Bevin abgelöst wurde, da die britische Labour Party am 5. Juli einen deutlichen Wahlsieg bei den Unterhauswahlen errungen hatte. Für die Sowjetunion nahmen Staatsoberhaupt Josef W. Stalin und Außenminister Wjatscheslaw Molotow an der Konferenz teil. Diese Zusammensetzung spiegelte eine politisch recht ambivalente Situation wider, in der die Konferenz stattfand.

Die Voraussetzungen

Trotz aller aufkommenden Widersprüche hatten sich die alliierten Siegermächte auf dieser Konferenz auf ein Dokument geeinigt, von dem sie überzeugt waren, »dass ihre Regierungen und Völker zusammen mit anderen vereinten Nationen die Schaffung eines gerechten und dauerhaften Friedens« gesichert hatten. Und so ist das Potsdamer Abkommen, selbst wenn es nicht als Vertragswerk ratifiziert Weiterlesen Verdrängt, doch mit Bestand

Gefährlicher Präzedenzfall

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Eine Irakerin grüßt bei einer Versammlung das Bild des getöteten iranischen Generals Kassem Soleimani (13.2.2020)

US-Außenminister Michael Pompeo hat am Freitag die Kritik einer Vertreterin der Vereinten Nationen an der Ermordung des iranischen Generals Kassem Soleimani zurückgewiesen. Die Drohnenattacke, bei der Soleimani im Januar getötet wurde, sei als »Antwort auf eine eskalierende Reihe von bewaffneten Angriffen in den vorangegangenen Monaten auf die Streitkräfte und Interessen der USA im Nahen Osten« erfolgt, bekräftigte Pompeo seine bekannte Argumentation. Die gezielte Tötung des Generals sei »in Ausübung des Rechts der USA auf Selbstverteidigung unternommen« worden.

Zuvor hatte die Berichterstatterin der UNO für außergerichtliche Tötungen, Agnès Callamard, am Donnerstag dem Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen ihre Untersuchungsergebnisse präsentiert. In ihrem Bericht führte sie aus, sie habe für die Behauptung der US-Regierung, der Angriff auf Soleimani habe der Verhinderung von unmittelbar geplanten Anschlägen insbesondere im Irak gedient, keine Anhaltspunkte gefunden. Der Drohnenschlag sei daher eine rechtswidrige »willkürliche Tötung« gewesen.

Die Operation der USA sei »der erste bekannte Zwischenfall«, bei dem eine Regierung sich die Freiheit herausgenommen habe, außerhalb eines erklärten kriegerischen Konflikts einen Funktionsträger eines anderen Staates anzugreifen. Damit sei »ein gefährlicher Präzedenzfall« geschaffen worden. Die Welt Weiterlesen Gefährlicher Präzedenzfall