Holocaust-Gedenktag

..anti-spiegel.ru (Auszug)

… Aber gut, jedem seine Meinung. Daher soll nun jeder überprüfen können, ob Putins Auftritt bei der Gedenkveranstaltung die Kritik der Tagesschau verdient hat. Daher habe ich Putins Rede übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Ministerpräsident! Kollegen, Freunde, meine Damen und Herren!

Heute sind wir auf dem internationalen Forum zum Gedenken an die Opfer des Holocaust vereint durch eine gemeinsame Verantwortung und Verpflichtung gegenüber der Vergangenheit und der Zukunft.

Wir trauern um alle Opfer des Nationalsozialismus, darunter sechs Millionen Juden, die in Ghettos und Konzentrationslagern gefoltert wurden, die bei Strafaktionen brutal getötet wurden. Davon waren 40 Prozent Bürger der ehemaligen Sowjetunion, so dass der Holocaust für uns eine tiefe Wunde war und bleiben wird, an die wir uns immer erinnern werden.

Vor meiner Reise nach Jerusalem habe ich Original-Dokumenten studiert, darunter Berichte von Offizieren der Roten Armee nach der Befreiung von Auschwitz. Ich muss Ihnen sagen, liebe Kolleginnen und Kollegen: Es ist sehr schwierig, ja unerträglich, diese militärischen Berichte und Dokumente zu lesen, in denen ausführliche Details darüber erzählt werden, wie das Lager organisiert war, wie die Maschinerie der kaltblütigen Vernichtung von Menschen funktionierte.

Viele von ihnen wurden von Soldaten und Offizieren der Roten Armee am zweiten oder dritten Tag nach der Befreiung von Hand geschrieben und vermitteln den Schock über das Gesehene, den Schmerz, die Empörung und das Mitgefühl, unter dem die Soldaten und Offiziere der Roten Armee standen.

Der Marschall der Roten Armee, Konev, der damals Kommandeur der Militäroperation zur Rückeroberung des dicht besiedelten schlesischen Industriegebiets in Deutschland war, nutzte eine Taktik zur maximal möglichen Rettung von Zivilisten und nachdem er einen Bericht über die Gräueltaten in Auschwitz erhalten hatte, weigerte er sich, dieses Lager auch nur zu sehen. Später schrieb er in seinen Memoiren: „Ich hatte nicht das Recht, meine geistige Stärke zu verlieren und zuzulassen, dass mich ein gerechtes Gefühl der Rache während militärischer Operationen blenden könnte, um kein zusätzliches Leid und Verlust von Menschenleben unter der Zivilbevölkerung Deutschlands zu verursachen.“

Am 27. Januar jährt sich die Befreiung von Auschwitz zum 75. Mal. In dieser Hölle, in die Menschen aus verschiedenen Ländern zu Folter, ungeheuerlichen Experimenten und Massenvernichtung getrieben wurden, starben Hunderttausende von Menschen verschiedener Nationalitäten. Mehr als die Hälfte von ihnen waren Juden.

Die von den Nazis begangenen Verbrechen, ihre absichtlich geplante „Endlösung der Judenfrage“, ist, liebe Kolleginnen und Kollegen, eine der schwärzesten und beschämendsten Seiten der modernen Weltgeschichte.

Aber vergessen wir nicht, dass dieses Verbrechen Komplizen und Helfer hatte. In ihrer Grausamkeit übertrafen sie oft ihre Herren. Todesfabriken und Konzentrationslager wurden nicht nur von den Nazis bedient, sondern auch von ihren willigen Helfern in vielen europäischen Ländern.

In den besetzten Gebieten der Sowjetunion, wo diese Banditen operierten, wurden die meisten Juden getötet. So starben etwa 1,4 Millionen Juden in der Ukraine. 220.000 Menschen wurden in Litauen getötet. Das sind, liebe Freunde, das sind 95 Prozent der jüdischen Vorkriegsbevölkerung dieses Landes. In Lettland waren es 77.000. Nur wenige hundert lettische Juden überlebten den Holocaust.

Der Holocaust war die vorsätzliche Vernichtung von Menschen. Aber es sollte daran erinnert werden, dass die Nazis das gleiche Schicksal für viele andere Nationen geplant hatten: Russen, Weißrussen, Ukrainer, Polen und Vertreter vieler anderer Nationalitäten wurden zu „Untermenschen“ erklärt. Ihre Heimatländer sollte den Nazis als Lebensraum dienen und slawische und andere Nationen sollten entweder vernichtet oder zu entrechteten Sklaven werden, ohne ihre Kultur, ihr historisches Gedächtnis, ihre Sprache.

Damals, 1945, setzte vor allem das sowjetische Volk den barbarischen Plänen ein Ende. Es hat, wie es gerade hier gesagt wurde, sein Vaterland verteidigt und Europa vom Nationalsozialismus befreit. Wir haben dafür einen so hohen Preis bezahlt, wie man ihn sich in den schlimmsten Träumen nicht vorstellen konnte: 27 Millionen Tote.

Wir werden das nie vergessen. Die Erinnerung an den Holocaust wird nur dann eine Lehre und eine Warnung sein, wenn sie vollständig ist, ohne Ausnahmen und Verschweigen. Leider werden heute die Erinnerung an den Krieg und die Lehren daraus zunehmend Gegenstand der kurzfristigen, politischen Situation. Das ist völlig inakzeptabel. Und es ist die Pflicht heutiger und zukünftiger Politiker, Staatsmänner und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, den guten Ruf der überlebenden und gefallenen Helden, der Zivilisten und der Opfer der Nazis und ihrer Helfer zu schützen.

Um dies zu erreichen, ist es wichtig, alle Möglichkeiten voll auszuschöpfen: die Medien, die Politik, die Kultur, die Autorität und der Einfluss unserer Länder müssen dazu in der Welt ihren Beitrag leisten. Ich bin sicher, dass alle, die hier in diesem Saal, bei diesem Forum anwesend sind, diese Sorgen teilen und bereit sind, mit uns Wahrheit und Gerechtigkeit zu vertreten.

Und wir alle haben die Verantwortung, die schrecklichen Tragödien des vergangenen Krieges nie zu wiederholen, damit zukünftige Generationen an den Schrecken des Holocaust und der Todeslager, des belagerten Leningrad, erinnern werden. Ministerpräsident Netanjahu hat gerade gesagt, dass wir heute eine Gedenkstätte eröffnet haben. Das Denkmal hier in Jerusalem, für die Opfer der Belagerung von Leningrad, von Babi Jar, des verbrannten Khatyn, mahnen uns, dass wir wachsam sein müssen und schon die ersten Sprossen des Hasses, des Chauvinismus, des Antisemitismus entschieden bekämpfen müssen, wenn sie sich in ihren Erscheinungsformen als Fremdenfeindlichkeit und ähnlicher Phänomene zeigen.

Das Vergessen der Vergangenheit, das Verschließen der Augen vor diesen Bedrohungen kann schreckliche Folgen haben. Wir müssen den Mut haben, das nicht nur direkt zu sagen, sondern auch alles zu tun, um die Welt davor zu schützen und zu verteidigen.

Ein Beispiel können und sollten meiner Meinung nach die Gründerstaaten der Vereinten Nationen geben, die fünf Mächte, die eine besondere Verantwortung für den Erhalt der Zivilisation haben.

Ich haben mit einigen Kollegen gesprochen und soweit ich verstanden habe, haben sie die Idee positiv aufgenommen, ein Treffen der Staatsoberhäupter der ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates abzuhalten: Russland, China, die Vereinigten Staaten, Frankreich und Großbritannien. Egal, in welchem Land man das tut. Russland ist zu einem ernsthaften Gespräch bereit. Wir senden diese Botschaft an die Führer der „großen Fünf“.

Vor uns stehen viele Herausforderungen. Über eine davon haben wir kürzlich auf Initiative von Bundeskanzlerin Merkel in Berlin gesprochen. Es geht um Libyen. Aber wir müssen auch im Sicherheitsrat auf dieses Thema zurückkommen und eine Resolution verabschieden.

Aber es gibt noch viele andere Probleme. Wenn wir ein solches Treffen in diesem Jahr 2020 abhalten können, dann halte ich das für wichtig und symbolisch. Schließlich begehen wir in diesem Jahr den 75. Jahrestag seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Gründung der Vereinten Nationen.

Ein Gipfeltreffen der Nationen, die einen wesentlichen Beitrag zur Niederlage des Aggressors und zur Schaffung der Weltordnung der Nachkriegszeit geleistet haben, würde eine große Rolle bei der Suche nach kollektiven Antworten auf moderne Herausforderungen und Bedrohungen spielen und natürlich unsere gemeinsame Loyalität zum Geist der historischen Allianz demonstrieren. Für jene hohen Ideale und Werte, für die unsere Vorfahren, unsere Großväter und unsere Väter Schulter an Schulter gekämpft haben.

Abschließend möchte ich meinen israelischen Kollegen für den herzlichen und sehr warmen Empfang hier in Jerusalem danken und den Konferenzteilnehmern, und natürlich allen Bürgern Israels, Frieden, Wohlergehen und alles erdenklich Gute wünschen.

Vielen Dank.

Ende der Übersetzung

Online-Kriminalität: Betroffene besser schützen!

weact.campact.de


Kennen Sie die Szene aus dem ersten Harry-Potter-Film, in der die Zusagebriefe für die Hogwarts-Schule an Harry ins Haus hineinregnen? Ich hatte letztes Jahr eine ähnliche Erfahrung: Es regneten Versandtaschen in mein WG-Zimmer hinein. Allerdings handelte es dabei nicht um erfreuliche Zusagen, sondern um etwas ganz anderes: Meine Adresse wurde geleakt und die Hater*innen hatten mich bei vielen Unternehmen angemeldet, wo man Broschüre bestellen kann.

Im März 2018 schrieb ein rechtsgesinnter Blogger einen Text bei FAZ-Blog über mich. Zuerst begann ein Shitstorm auf Twitter, weil mein Account in seinem Text verlinkt war. Dort hatte er aber nicht nur meinen Twitter-Account verlinkt, sondern auch geschrieben, wo ich arbeite und wie diese Arbeitsstelle finanziert wird. Der Shitstorm auf Twitter verwandelte sich rasch in eine Hasskampagne mit teils unterschwelligen, teils offenen Gewaltandrohungen. Kurz darauf fingen wütende Männer an, meine Arbeitsstelle und ihre Geldgeber*innen anzurufen, um sich über mich zu beschweren. Währenddessen bekam ich Selbstmordaufforderungen und Beleidigungen, die in der Regel rassistisch und sexistisch waren. Tausende.

Dabei blieb es aber leider nicht. Es dauerte ein paar Monate, bis meine damalige Wohnadresse und Telefonnummer gedoxt – also veröffentlicht – wurden. Von da an habe ich für eine Weile regelmäßig mehrere (unbezahlte) Essensbestellungen in meine Wohnung geliefert bekommen. Und die Versandtaschen mit Broschüren, die hineinregneten, die ich oben erwähnt hatte, sammelten sich in Riesen-Stapeln.

Die Bekanntmachung meiner Arbeitsstelle durch den FAZ-Blogger wurde also von seiner teilweise radikalen Fanbase als Anlass genommen, um weitere Informationen über mich herauszufinden und diese zu missbrauchen, um mir finanziell zu schaden. Der Schneeball-Effekt, der dieser Text auslöste, veränderte mein Leben auf eine sehr negative Weise. Ich bin zwar aus einem anderen Grund in eine andere Stadt umgezogen, aber noch bevor ich mich anmeldete, wurde auch meine neue Adresse veröffentlicht und zusätzlich auf Twitter gepostet. Dasselbe Theater mit den Versandtaschen und Essensbestellungen ging weiter. Dazu kamen per Hand eingeworfene Zettel, die ich als Drohungen interpretiere.

Die Hater*innen, die sensible Informationen veröffentlichen und verbreiten, haben vor allem ein Ziel: Menschen, denen sie politisch nicht zustimmen, einzuschüchtern. Indem die Wohnadresse von politischen Gegner*innen veröffentlicht wird, wird eine Kettenreaktion ausgelöst aus vielen Hasssendungen an und Angstzuständen von betroffenen Personen. Die rechten Trolle sind gut vernetzt, sie können in kurzer Zeit gezielte Hassattacken organisieren. Sie wissen, wie einschüchtern funktioniert. Und durch die politische Stimmung in Deutschland und aufgrund unzureichender Präventionsmaßnahmen radikalisieren sie sich immer weiter. Die Grenzen zwischen Trollen, die rassistische, antisemitische und sexistische Posts ins Netz stellen, und jenen, die sich eine Waffe basteln und Menschen töten, sind fließend – das wissen wir spätestens seit dem antisemitischen Anschlag in Halle.

Als Reaktion auf Halle verstärkt die Bundesregierung den Kampf gegen rechts mit dem sogenannten Neun-Punkte-Plan, ein Maßnahmenpaket gegen Rechtsextremismus. Ich finde es gut, dass Rechtsextremismus endlich ernst genommen wird, auch wenn die Maßnahme zu spät kommt. Allerdings sind diese Maßnahmen nicht ausreichend. Ich habe Ergänzungen.

Meine Forderungen an die Bundesregierung:

1. Weiterlesen Online-Kriminalität: Betroffene besser schützen!

Höcke bringt Maaßen ins Spiel AfD in Thüringen will Ministerpräsidentenkandidaten aufstellen

Thüringens AfD-Fraktionschef Björn Höcke.Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Man brauche einen Gegenkandidaten zu Ramelow, sagt Thüringens AfD-Fraktionschef Höcke. Ex-Verfassungsschutzpräsident Maaßen winkt ab.

Die Thüringer AfD will bei der Ministerpräsidentenwahl einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken. „Wir brauchen einen Gegenkandidaten zu Bodo Ramelow“, sagte Thüringens AfD-Fraktionschef Björn Höcke am Mittwoch in Erfurt. Man sei auf der Suche nach einem Bewerber, der eine „bürgerliche Mehrheit“ hinter sich versammeln könne, wie Höcke sagte. Dies müsse auch keine Person aus den Reihen der AfD sein.

Maaßen: Für Vorschläge anderer Parteien stehe ich nicht zur Verfügung

„Einfach um deutlich zu machen, dass wir unser zentrales Wahlversprechen im Auge behalten, wird es einen Gegenkandidaten geben“, sagte Höcke. Auf Nachfrage eines Journalisten sagte Höcke, er wolle auch nicht ausschließen, dass der frühere Bundesverfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen (CDU) ein geeigneter Kandidat für die AfD in Thüringen wäre.

Maaßen reagierte Weiterlesen Höcke bringt Maaßen ins Spiel AfD in Thüringen will Ministerpräsidentenkandidaten aufstellen

Attac Deutschland wird 20 Jahre alt

Globalisierung hinterlässt Klimakrise und soziale Verwüstungen / Sozial-ökologischer Umbau der gesamten Produktions- und Konsumweise nötig

Globalisierung hinterlässt Klimakrise und soziale Verwüstungen / Sozial-ökologischer Umbau der gesamten Produktions- und Konsumweise nötig

Attac Deutschland wird am morgigen Mittwoch 20 Jahre alt. In zwei Jahrzehnten hat das globalisierungskritische Netzwerk die politische Landschaft in Deutschland verändert und als starker Teil einer großen Bewegung den neoliberalen Mainstream im öffentlichen Diskurs aufgebrochen.

„Unsere Analyse zu Beginn des Jahrtausends, dass die kapitalgetriebene Globalisierung nicht den allgemeinen Wohlstand fördert, sondern rund um den Globus soziale Verwüstungen hinterlässt, hat sich bestätigt. Weit mehr, als wir es vor 20 Jahren erahnt haben, hat die Globalisierung zudem die Zerstörung der Natur und die Klimakrise beschleunigt“, sagt Thomas Eberhardt-Köster vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis.

„Klarer denn je Weiterlesen Attac Deutschland wird 20 Jahre alt

Grundrente: Gleitzone muss bereits ab 30 Jahren gelten

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat einen Gesetzentwurf zur Grundrente vorgelegt: Demnach sollen mehr Geringverdiener als geplant die Leistung bekommen. Dies und den Gesetzentwurf insgesamt kommentiert Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, wie folgt:

„Der VdK hat seit Langem dafür gekämpft, dass Weiterlesen Grundrente: Gleitzone muss bereits ab 30 Jahren gelten

UN-Menschenrechtsausschuss : Klimaflüchtlinge können Anspruch auf Asyl haben

Wenn der Klimawandel das Leben bedroht, kann dies ein berechtigter Asylgrund sein, entschied ein UN-Ausschuss. Im konkreten Fall wurde das Asylgesuch aber abgewiesen.

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa, tgr

UN-Menschenrechtsausschuss: Mitglieder der griechischen Küstenwache blicken auf Schiffe mit Migranten an Bord.
Mitglieder der griechischen Küstenwache blicken auf Schiffe mit Migranten an Bord. © Costas Metaxakis/​AFP/​Getty Images

Wer wegen des Klimawandels sein Land verlassen muss, weil das Leben in Gefahr ist, dem darf das Recht auf Asyl nicht verweigert werden. Zu diesem Urteil kommt ein UN-Menschenrechtsausschuss, der sich erstmals mit der Klage eines Betroffenen befasst hat. Das Menschenrechtsbüro der Vereinten Nationen bezeichnete die Entscheidung als „historisch“. 

Die Beschwerde Weiterlesen UN-Menschenrechtsausschuss : Klimaflüchtlinge können Anspruch auf Asyl haben