Private Altersvorsorge: VdK lehnt Verpflichtung ab

Die CDU will die private Altersvorsorge attraktiver machen und die wenig nachgefragte Riester-Rente durch ein neues Produkt ergänzen. Dieses basiert vorrangig auf Aktien. Zeigt die Erprobungsphase, dass die Nachfrage nicht stark genug ist, soll das staatlich organisierte Vorsorgesparmodell verpflichtend sein. Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbandes VdK Deutschland, kommentiert den Vorschlag wie folgt:

„Eine verpflichtende Altersvorsorge schwächt die gesetzliche Rentenversicherung, die vor allem für Menschen mit einem geringen Einkommen zentral ist. Das kann nicht das Ziel der zukunftsorientierten Rentenpolitik sein. Viele Menschen verdienen so wenig, dass sie nicht privat vorsorgen können. Der VdK lehnt daher eine verpflichtende private Altersvorsorge strikt ab. Dieser Weg geht in die absolut falsche Richtung.
Private Altersvorsorge als zusätzliche Absicherung muss man sich leisten können. Viele Menschen mit einem niedrigen Einkommen benötigen ihr Geld für ihr tägliches Leben. Hinzu kommt, dass schon jetzt die Riester-Rente keine Absicherung bei Erwerbsminderung bietet.“

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Staatsfeind Antifa

Entzug der Gemeinnützigkeit von VVN-BdA: Grundlage ist die Gleichsetzung von Demokratie und Kapitalismus. Dies war zeitweise nur die bayerische Lesart

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Bis zum 4. Dezember soll der Bundesverband der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) Steuernachforderungen in fünfstelliger Höhe begleichen – so will es das Berliner Finanzamt für Körperschaften. Die 1947 gegründete Organisation hat allerdings einen Antrag auf Aussetzung der Vollstreckung gestellt und dem Entzug der steuerrechtlichen Gemeinnützigkeit widersprochen. Unterdessen kann sich die Organisation über 400 Neueintritte innerhalb von fünf Tagen freuen, wie Bundesgeschäftsführer Thomas Willms am Mittwoch gegenüber junge Welt sagte.

Zahlreiche Solidaritätsbekundungen erreichten die VVN-BdA, seit Weiterlesen Staatsfeind Antifa

Antifaschismus diskreditiert

Die Vereinigung Demokratischer Juristinnen und Juristen forderte am Donnerstag die sofortige Aufhebung der Aberkennung der Gemeinnützigkeit der VVN-BdA:

Gerade in Zeiten, in denen rechte Gesinnung zunehmend gesellschaftsfähig wird, ist antirassistisches und antifaschistisches Engagement überlebenswichtig, um den offenen Meinungsdiskurs zu verteidigen und demokratische Räume zu erhalten. Insofern kann auch nicht zwischen sogenanntem »gutem« und »schlechtem« Antifaschismus unterschieden werden. Wenn nunmehr das Berliner Finanzamt für Körperschaften I gerade der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten in der Bundesrepublik Deutschland (VVN-BdA) e. V. die Gemeinnützigkeit im Sinne des Steuerrechts aberkennt, wird dadurch Weiterlesen Antifaschismus diskreditiert

„Erst mal den Finanzsektor vergesellschaften“

„Erst mal den Finanzsektor vergesellschaften“

Foto: Philipp Plum für der Freitag

„Warum sollten wir jungen Leute den Kapitalismus unterstützen?“ Gute Frage, Grace Blakeley

Grace Blakeley ist Ökonomin und erst 26, aber auf bestem Wege, in Großbritannien zur Stimme einer Generation zu werden: jener Millennials nämlich, die überzeugt sind, dass in einem der kapitalistischsten Länder der Erde die Zeit reif für den demokratischen Sozialismus ist.

der Freitag: Frau Blakeley, Sie werden als führende Vertreterin des „millennial socialism“ gehandelt. Wie kommt es, dass gerade so viele junge Leute den Sozialismus für sich entdecken? Und dass junge Frauen, man denke an Alexandria Ocasio-Cortez, diese Bewegung anführen?

Grace Blakeley: Nun, warum sollten wir jungen Leute den Kapitalismus unterstützen, wenn wir davon ausgehen können, dass wir in unserem Leben nie irgendeine Form von Kapital besitzen werden?

Nicht aus materiellem Interesse, okay. Aus ideologischen Gründen vielleicht?

Na klar! Vielleicht stehen deshalb vor allem Frauen an der Spitze dieser Bewegung, weil die Logik des Kapitalismus, das „Konkurriere oder stirb“, immer weniger junge Leute im Allgemeinen und junge Frauen im Besonderen überzeugt.

Warum ist die Renaissance des Sozialismus gerade in den USA und Großbritannien so stark?

Ein Grund sind die Hauspreise. Es ist für die jungen Leute in diesen Ländern klar, dass sie nie Wohnungseigentum besitzen werden. Dazu kommt, dass die meisten jungen Menschen nicht damit rechnen, dass es für sie eine Altersversorgung geben wird. Warum sollten wir ein System stützen, das uns keine Perspektive bietet?

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Wir decken auf: TikTok und die Meinungsfreiheit

Quelle: newsletter@netzpolitik.org

Rein statistisch gesehen hat fast jeder achte Mensch auf der Welt einen Account bei TikTok. Aber bisher war wenig darüber bekannt, wie das chinesische Unternehmen im Maschinenraum arbeitet. Wir konnten in dieser Woche mehr Einsichten an die Öffentlichkeit bringen. In ihrer Recherche haben Chris Köver und Markus Reuter jetzt gezeigt, dass es TikTok mit der Meinungsfreiheit nicht ganz so genau nimmt. Sie konnten interne Moderationsregeln einsehen und haben festgestellt, dass bestimmte Inhalte systematisch unterdrückt werden. Proteste, LGTBQI-Inhalte und andere tendenziell „problematische“ Posts sind deshalb bislang kaum sichtbar. Die Plattform möchte gute Laune, keine Politik oder kontroverse Diskussionen. Der Artikel ist auch in englischer Fassung verfügbar.

Im zweiten Teil ihrer Recherche, die auch auf Englischverfügbar ist, zeigen Markus und Chris, dass TikTok ebenfalls sehr empfindlich reagierte, wenn Kritik an der Plattform geäußert oder Konkurrenten genannt werden. Solche Inhalte führten dazu, dass die Reichweite eines Videos stark eingeschränkt wird. Der nächste Teil erscheint am kommenden Montag.

Aufgrund dieser Art Inhalte nach intransparenten Kriterien hervorzuheben oder runter zu spielen wirft Markus Beckedahl TikTok vor, so „intransparent wie bisher kein anderer marktdominanter Konkurrent“ vorzugehen und dabei eine neue Dimension der Inhaltskontrolle zu zeigen.

Antifaschismus ist Verfassungsauftrag!

VDJ fordert sofortige Aufhebung der Aberkennung der Gemeinnützigkeit der VVN

VDJ fordert sofortige Aufhebung der Aberkennung der Gemeinnützigkeit der VVN

Gerade in Zeiten, in denen rechte Gesinnung zunehmend „gesellschaftsfähig“ wird und in die Mitte der Gesellschaft vorstößt, ist antirassistisches und antifaschistisches Engagement überlebenswichtig, um den offenen Meinungsdiskurs zu verteidigen und demokratische Räume zu erhalten. Insofern kann auch nicht zwischen sog. „gutem“ und „schlechtem“ Antifaschismus unterschieden werden.

Wenn nunmehr das Berliner Finanzamt für Körperschaften I gerade der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten in der Bundesrepublik Deutschland (VVN-BdA) e.V. die Gemeinnützigkeit im Sinne des Steuerrechts aberkennt, wird dadurch eine Vereinigung, die sich bisher herausragend gegen Rechts engagiert hat, nicht nur in ihrer Existenz bedroht, sondern auch das Wirken der Überlebenden des Holocausts und der Nachgeborenen gegen Faschismus und Krieg diskreditiert.

Soweit das Berliner Finanzamt sich zur Begründung seiner Entscheidung ausgerechnet auf den bayerischen Verfassungsschutzbericht 2016 und ausschließlich auf die dortige Verschlagwortung im Anhang bezieht, in der die VVN-BdA als Organisation des „Linksextremismus“ gelistet ist, widerspricht das auch den Bewertungen im Verfassungsschutzbericht selbst, wonach die VVN-BdA als „linksextremistisch beeinflusste Organisation“ bezeichnet wird. Das ist eine vollkommen unbestimmte Bewertung, die im Bericht selbst keine Grundlage findet und keine eigene Tatsachenfeststellung ist, die so eine Entscheidung überhaupt tragen könnte.

Insoweit hat das Finanzamt Oberhausen-Süd in einer Entscheidung im Oktober 2019 zum nordrhein-westfälischen Landesverband die Sache anders gesehen und die Gemeinnützigkeit bestätigt.

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