»Biden hat viele Erwartungen in Kuba enttäuscht«

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Historiker Rainer Schultz über Proteste und Alltag auf der Karibikinsel sowie die Initiative zur Aufhebung der Blockade

11.08.2021, 16:33 Uhr

Fidel Castro war sich mit seinem Bruder Raúl immer einig: Die durch die Blockade beeinträchtigte Versorgungslage ist eine Frage der nationalen Sicherheit.

Fidel Castro war sich mit seinem Bruder Raúl immer einig: Die durch die Blockade beeinträchtigte Versorgungslage ist eine Frage der nationalen Sicherheit.

Foto: imago images/Agencia EFE

Die Folgen der zuletzt von US-Präsident Donald Trump 2020 noch verschärften Blockade und die Coronakrise führten in Kuba jetzt zu der schlimmsten Wirtschaftskrise seit den 90er Jahren. Am 11. Juli kam es zu landesweiten Protesten, bei denen auch staatliche Einrichtungen zerstört und Supermärkte geplündert wurden. Oberflächlich scheint sich die Lage beruhigt zu haben. Ist es nur die Ruhe vor dem nächsten Sturm?

Ich halte neue Proteste durchaus für denkbar, wenn sich die Versorgungslage nicht dauerhaft und spürbar verbessert. Sie ist weiterhin prekär. Die langen Schlangen vor den Geschäften sind für viele unerträglich. Es wird mit einigen Erlassen an einer Besserung gearbeitet, zum Beispiel können nun unbegrenzt Lebensmittel und Medikamente eingeführt werden, die staatlichen Höchstpreise auf den lokalen Bauernmärkten, die viele davon abhielten, überhaupt noch zu liefern, wurden abgeschafft. Dem Parlament liegt nun ein Gesetzesentwurf vor, den ich einsehen konnte, nachdem kleine und mittlere Unternehmen zugelassen und reguliert werden.

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