Mensch vor Profit: Für eine Pflege in Würde

Bundestagspetition für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege

Bundestagspetition für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege

Attac unterstützt die von der Zeitschrift Stern initiierte Bundestagspetition für bessere Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte und ruft dazu auf, sie zu unterzeichnen. Die Petition fordert mehr Zeit für Patient*innen durch verlässliche Arbeitszeiten der Pflegekräfte, weniger Bürokratie, Personalschlüssel nach echtem Bedarf sowie sofortiges Handeln bei Unterbesetzung. Zudem soll das Berufsbild aufgewertet werden durch höhere Gehälter, Zulagen und die Entlohnung von Weiterqualifizierung sowie mehr Entscheidungsmöglichkeiten und bessere Karrierechancen. Dritter Punkt ist die Forderung nach einer konsequenten Abkehr von Profitdenken und ökonomischen Fehlanreizen durch eine Gesundheitsreform.

Anhörung im Bundestag bei 50.000 Unterschriften

Unterschreiben 50.000 Bürger*innen die Petition innerhalb von 28 Tagen, muss der Bundestag eine öffentliche Anhörung abhalten. Dazu sagt Werner Rätz vom Attac-Koordinierungskreis: „Klatschen reicht nicht. Pflegekräfte haben während der Coronakrise immer wieder für bessere Arbeitsbedingungen gekämpft. Attac hat sie dabei nach Kräften unterstützt. Jetzt ist es Zeit, stärkeren Druck auf die Politik auszuüben, damit sie endlich die skandalösen Zustände in der Pflege ändert. Die Petition hilft dabei.“

„Bessere Pflege ist als gesamtgesellschaftliche Aufgabe finanzierbar“

In der Begründung der Petition heißt es unter anderem: „Wir alle brauchen Pflege in Würde […] Dafür brauchen wir gut ausgebildete Pflegekräfte, die Zeit haben. […] Pflegekräfte sind nahe an uns dran und die ersten Fachleute, wenn es uns schlechter geht. […] Trotzdem gilt: Je billiger die Pflege, desto höher der Gewinn. […] Schuld sind der hohe ökonomische Druck und das Abrechnungssystem nach ‚Fallpauschalen‘. Mehr ‚Fälle‘ bedeuten mehr Geld. Hauptsache, die Stationen sind voll […]. In den Heimen fehlen 120.000 Altenpflegekräfte. Die Not hat mancherorts schlimme Folgen.

In der Coronakrise müssen wir erkennen, wie wichtig der Pflegeberuf für uns ist. Und doch ist für Pflegekräfte der Ausnahmezustand Weiterlesen Mensch vor Profit: Für eine Pflege in Würde

Experten fordern Null-Fälle-Strategie zur Eindämmung von Corona

Person steigt mit FFP2-Maske in Bahn ein
picture alliance/dpa | Tobias Hase

Expertinnen und Experten haben die Bundesregierung zu einem entschiedenen und weitsichtigen Vorgehen in der Eindämmung der Corona-Pandemie aufgerufen. Vor den Bund-Länder-Beratungen am Dienstag forderten sie, dass der Lockdown verlängert und die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie verschärft werden müssten. Das berichtete die „Zeit“ mit Verweis auf die „No Covid“-Strategie der Runde aus 13 namhaften Forscherinnen und Forschern. 

Diese setzen laut Berichterstattung auf ein nachhaltiges Vorgehen, das konsequent durchgezogen werden müsse. Auch dürfe es nicht zeitlich terminiert sein, sondern müsse sich am zu erreichenden Ergebnis orientieren. Alles andere sei willkürlich und ziehe „frustrierende Verlängerungen“ nach sich, wie die „Zeit“ aus dem Papier zitiert.  

Eine Inzidenz von Null könne laut den Autorinnen und Autoren des Papiers erreicht werden, wenn Neuinfektionen zeitnah gedrosselt, die dann niedrigeren Fallzahlen konsequent verteidigt und die Bevölkerung aus eigenem Interesse stärker zur Einhaltung der Vorkehrungen motiviert werden könne. Die Forschenden gehen davon aus, dass Deutschland mit einem solchen Vorgehen in wenigen Wochen auf 10 Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner kommen könne. 

Dazu gehöre unter anderem, dass „möglichst umfassend und flächendeckend“ auf das Homeoffice gesetzt werden. Branchen wie das produzierende Gewerbe mit einer sehr hohen Wertschöpfung bei gleichzeitig geringer Ansteckungsgefahr könnten unter strengen Hygienevorschriften geöffnet bleiben. Gefragt seien in solchen Fällen FFP2-Masken, gute Lüftung und ein konsequentes und regelmäßiges Testen der Beschäftigten. 

Corona: „Massive“ Sorge vor Kontrollverlust in Deutschland

Nach einem System der „grünen Zonen“ müsse verhindert werden, dass Sars-Cov-2 erneut in dann virusfreie Gebiete eingetragen Weiterlesen Experten fordern Null-Fälle-Strategie zur Eindämmung von Corona