Börsenfieber und Corona-Virus – Memo-Gruppe

alternative-wirtschaftspolitik.de

Ingo Schmidt / SoZ

Der Artikel erscheint in der Mai-Ausgabe der Sozialistischen Zeitung (SoZ)

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Das Fieber kam vor dem Virus. An der Börse. Im Spätsommer 2019. Mochten Ökonomen noch so offen darüber spekulieren, ob es 10 Jahre nach der Großen Rezession nicht Zeit für den nächsten Abschwung sei. Mochten sie darauf hinweisen, dass die letzte Krise nie so richtig überwunden wurde. Die Börsenianer fieberten neuen Rekorden entgegen. Dass sich die Konjunktur nur noch mit Mühe weiterschleppte, geriet aus ihrem Blick. Bis sich Ende Februar diesen Jahres die Angst breitmachte Corona-Virus und Ausgangssperre seien nicht exotische Erscheinungen im chinesischen Wuhan, sondern möglicherweise ein Bedrohung für die, wenn auch untertourig laufende, Weltwirtschaft. Tatsächlich breitete sich der Corona-Virus ebenso schnell aus, wie das Börsenfieber einige Monate zuvor.

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Geschäfte in Panama

sueddeutsche.de

Klaus Ott

Manche Unternehmen wollen in der Krise Corona-Hilfen vom Staat, sind aber gleichzeitig in Steueroasen aktiv. Dort sind auch viele Dax-Konzerne vertreten. Nun gibt es Diskussionen, ob das legitim ist.

Etwa 8000 Kilometer sind es von Deutschland zu den Kaiman-Inseln. Selbst als es noch kein Corona gab, flog die Lufthansa die karibischen Inseln nicht direkt an. Passagiere mussten zwischenlanden und umsteigen. Trotzdem ist die Lufthansa in dem Karibikstaat präsent – und zwar mit einer eigenen Tochterfirma, der Inflite Holdings (Cayman) Ltd. mit Sitz auf Grand Cayman. Auch in anderen Steueroasen ist das so. Man gründe Tochtergesellschaften eben dort, „wo dies aus operativen Gründen geboten ist, so auch in Panama, den Kaiman-Inseln, in Delaware oder anderen Standorten“, erklärt die Lufthansa.

Das war es dann aber auch fast schon. Sehr viel mehr teilt die Fluggesellschaft auf Anfrage von SZ und dem WDR-Politmagazin „Monitor“ nicht mit. Ob man bereit sei, die Geldflüsse des Konzerns von und zu Tochterfirmen in Niedrigsteuerländern zu veröffentlichen, verrät die größte deutsche Fluglinie nicht. Ebenso wenig, was man von den Forderungen halte, dass staatliche Corona-Hilfen für Unternehmen unvereinbar sein sollten mit der Abwicklung von Geschäften in und über Steueroasen. „Dazu äußern wir uns nicht“, lautet die Standardantwort der Lufthansa. Die Fluglinie befindet sich wegen Corona in einer schweren Krise. Der Konzern verhandelt mit der Bundesregierung über Hilfen in Milliardenhöhe. Steuergelder sollen die Lufthansa retten – aber sich einer Diskussion über die eigene Steuerpraxis stellen, das mag die Lufthansa nicht.

The Bay of Panama with Panama City Skyline, Panama, Central America PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: SpencerxC

Panama ist eine der Steueroasen, in denen deutsche Konzerne gerne ihre Tochterfirmen ansiedeln.

(Foto: imago images/robertharding)

Österreich, Frankreich, Dänemark, Polen und Kanada haben angekündigt, Unternehmen, die Steueroasen nutzen, unter Umständen keine Staatshilfen zu gewähren. In Deutschland fordern SPD, Grüne und Linke Ähnliches. Die Grünen haben einen entsprechenden Antrag in den Bundestag eingebracht, die Linken wollen folgen.

Mit ihrer Kaiman-Firma ist die Lufthansa keine Ausnahme. Alle 30 Unternehmen, die im Deutschen Aktienindex (Dax) gelistet sind und somit zu den führenden Konzernen des Landes gehören, sind mit Tochterfirmen in Weiterlesen Geschäfte in Panama

Debatte um Staatshilfen: Corona-Hilfen für Steuervermeider?

tagesschau.de

tagesschau.de

Alle 30 Dax-Unternehmen haben nach wie vor Beteiligungen und Tochterunternehmen in Steueroasen. Das zeigt eine neue Untersuchung, die Monitor vorliegt. Kritiker fordern nun, Staatshilfen an Bedingungen zu knüpfen.

Von Achim Pollmeier, Niklas Schenk, WDR

Die Linksfraktion im Bundestag hat die 30 größten Unternehmen in Deutschland in unter die Lupe genommen, von denen viele nun staatliche Hilfe in der Corona-Krise beanspruchen wollen. Die Auswertung der Geschäftsberichte liegt dem ARD-Magazin Monitor und der „Süddeutschen Zeitung“ vor. Ergebnis: Die 30 Dax-Unternehmen insgesamt haben 3847 Beteiligungen und Tochterunternehmen in Steueroasen.

Auch europäische Länder werden in der Untersuchung als Steueroasen gewertet, die Einstufung orientiert sich an Analysen der internationalen NGO “Tax Justice Network”, die gegen internationale Steuervermeidung kämpft. So liegt knapp ein Drittel der Beteiligungen laut der Linksfraktion-Auswertung in Europa. Vor allem in den Niederlanden (527), Luxemburg (281) und der Schweiz (187) haben die Dax-Unternehmen viele Tochtergesellschaften. Mit 2075 Beteiligungen liegt jedoch mehr als die Hälfte aller Beteiligungen im US-amerikanischen Delaware, einem Mekka für Steuervermeider.

Panama und Kaimaninseln

Aber auch in Steueroasen, die die EU auf einer so genannten Schwarzen Liste führt, sind Dax-Unternehmen noch immer aktiv: 30 Firmenbeteiligungen gibt es in Panama, 67 im Steuerparadies auf den Kaimaninseln.

„Wenn man immer noch Geschäfte macht in Steueroasen, dann hat man offensichtlich überhaupt keine Furcht vor Druck aus der Politik“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Fabio De Masi Monitor. Sein Büro hat die Daten ausgewertet. „Wer als Unternehmen nun Hilfe vom Staat will, der darf den Staat nicht permanent an der Nase herumführen. Und genau dies passiert ja, wenn alle 30 deutschen Dax-Konzerne stark in Steueroasen präsent sind“, so De Masi.

Unternehmen fordern staatliche Hilfe

Besonders brisant an der Untersuchung ist: Viele der Unternehmen, die dort nun mit Sitzen in Steueroasen auftauchen, werden in der Corona-Krise vom Staat unterstützt, bekommen Kurzarbeitergeld oder fordern weitere staatliche Hilfen.

Demnach hat etwa die Lufthansa, Weiterlesen Debatte um Staatshilfen: Corona-Hilfen für Steuervermeider?

Woran erinnert euch diese Reaktion auf Cholera 1849

https://www.volksverpetzer.de/allgemein/cholera-1849/

2020: Die Verschwörungs-Querfront wächst und verbreitet sich wie ein Virus

Da geht gerade etwas gewaltig schief in unserem Land. Während wir weltweit als Vorbild im Kampf gegen Corona gelten, bildet sich in unserem Land eine immer größer werdende Front an Verschwörungstheoretiker*innen, Impfgegner*innen und Corona Leugner*innen.

(Diese Gruppe trenne ich ganz ausdrücklich von denjenigen, die die Maßnahmen aus nachvollziehbaren Gründen kritisieren!)

Seit Tagen wird bei mir der Unmut größer. Im ganzen Land mehren sich die Geschichten von Menschen, die sagen: “Es erwischt Leute, von denen ich es nie gedacht habe und auf einmal teilen die Verschwörungstheorien”. Auch gegen diese Form von “Virus” gibt es keine Immunität in unserer Gesellschaft, abstruse Theorien infizieren immer mehr Menschen und ihren Verstand. Und das entläd sich leider auch auf der Straße, wie wir hier beschrieben haben:

Wir alle haben keinen Bock mehr auf Corona: Euer Jammern juckt das Virus aber nicht!

Wir sehen die Wirkung der Verschwörungs-Querfront auf der Straße

Dieses Foto stammt von Samstag, den 25.04.20. Demo gegen die Pandemie-Maßnahmen in Stuttgart:

Dystopie 2020: Zeit der Anti-Aufklärung

Die Verschwörungstheorien verbreiten sich gerade jetzt, in diesem Moment, in dem du diesen Zeilen liest, mit unglaublicher Geschwindigkeit in unserem Land. Facebook, Twitter, Instagram, Youtube, WhatsApp, Telegram:

Überall fluktuieren Geschichten darüber, wie Bill Gates, die WHO, (hier unser Artikel dazu) die Medien und die Politiker*innen, sich alle zeitgleich vermeintlich verschworen haben, um eine Diktatur Weiterlesen Woran erinnert euch diese Reaktion auf Cholera 1849