Lenins Tat

1 online.jpg

Seit Oktober enthält jede jW-Ausgabe eine unveröffentlichte Zeichnung aus den Skizzenbüchern von F. W. Bernstein – diese hier aus dem Jahr 1987 brachte uns auf die Idee zur Serie

Lenin hat die russische Revolution nicht gemacht. Aber er war ihr politischer Kopf und ihr bedeutendster Theoretiker. Die Oktoberrevolution, hat Rosa Luxemburg schon im November 1917 angemerkt, bleibt auch dann, wenn die russischen Kommunisten sich – wie sie meinte: aufgrund des Versagens der von »hundsjämmerlichen Feiglingen« beherrschten Arbeiterbewegung in den kapitalistischen Zentren Mittel- und Westeuropas – »natürlich« nicht würden »halten« können, eine »weltgeschichtliche Tat, deren Spur in Äonen nicht untergehen wird«. Sie war auch Lenins Tat. Und dass die Erben der Bolschewiki sich am Ende nicht, wie Luxemburg annahm, nur einige Monate oder Jahre, sondern viele Jahrzehnte »gehalten« und dabei auch dem deutschen Faschismus den Garaus gemacht haben, ist wesentlich auf die vor allem von ihm formulierte und vertretene Politik nach 1917 zurückzuführen. Der als dogmatischer Sektierer diffamierte Lenin hatte dafür keine fertigen Rezepte parat. 1919 unterstrich er, dass seine Partei sich »durchweg« habe »vorwärtstasten« müssen. Nicht nur deshalb hätte an seinem 150. Geburtstag auch die ganz und gar am Boden liegende, politisch nahezu erblindete radikale Linke in Deutschland Anlass, sich mit dem theoretischen und politischen Erbe des russischen Revolutionärs zu befassen. (np)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s