Ökonomisierung im Gesundheitswesen – Teil 3

Ökonomisierung im Gesundheitswesen – Teil 3

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Fehlende emotionale Betreuung, Verringerung der Pflegestellen, bis eine adäquate Versorgung kaum noch geleistet werden kann oder zu frühe “blutige” Entlassungen – das alles berichten Pflegekräfte und Ärzt*innen aus dem Krankenhausalltag heutzutage immer häufiger. Das Fallpauschalensystem, mit dem seit 2003 stationäre Behandlungen in deutschen Krankenhäusern abgerechnet werden, setzt wirtschaftliche Fehlanreize, die zu Personalabbau, Krankenhausschließungen und -privatisierungen sowie Über- bzw. Unterversorgung in verschiedenen Bereichen führt. Passend zu der immer größer werdenden Bewegung, die die Politik zu einem Kurswechsel auffordert, veröffentlichen wir unsere mehrteilige Podcastreihe. Darin rollen wir von ganz vorn auf, was es mit dem Fallpauschalensystem auf sich hat. Im ersten Podcast sprachen wir darüber, wie es zur Einführung des DRG-Systems kam. Danach haben wir uns das DRG-System genauer angeschaut und überlegt wie die Versorgungslandschaft in Deutschland aussieht und von was sie motiviert wird.

In dieser dritten Podcastfolge besprechen wir gleich drei große Themen mit Herrn Dr. Achim Teusch: Personalabbau, Krankenhausschließungen und -privatisierungen. Wir wollen die Fakten wissen: Wie viele Stellen wurden seit Einführung der DRGs abgebaut? Wie wird in privaten Krankenhauskonzernen gewirtschaftet? Was für Auswirkungen haben niedrige Pflegeschlüssel bei hohen Patient*innenzahlen für alle Beteiligten? Außerdem kommt wieder Krankenschwester Silvia Habekost zu Wort und berichtet aus ihren Erfahrungen – zum Beispiel welche skurrilen Neuerungen eine Unternehmensberatungsfirma in ihrem Krankenhaus einführen wollte.

Alle Quellen und weiterführende Informationen findet ihr unter www.heileweltpodcast.com

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Medizin in Deutschland – alles heile Welt?! Könnte man schnell denken, wenn man im Studium nur Krankheiten und Therapiekonzepte lernt. Wir sind uns aber sicher, Medizin ist mehr und wollen mit HEILE WELT den Kontext bieten. Sei es, wie es um die Gesundheitsversorgung von Minderheiten steht, wie Leitlinien wirklich zu Stande kommen, was es mit den Implant Files eigentlich auf sich hat oder was man über das Thema Schwangerschaftsabbruch wissen sollte. Wir reden mit Expert*innen über die Themen, die im Medizinstudium und auch sonst wo häufig zu kurz kommen. Neugierig, offen und ganz bewusst nicht nur für Mediziner*innen.

#WirBleibenZuhause

Herrschaftszeiten – Geschichten von Herrn Keiner

Warum und wie die Bevölkerung das Gesundheitssystem vor  „Überforderung“ zu schützen hat

Anmerkungen zur „Corona-Krise“

  1. Es ist in den herrschenden Verhältnissen nichts Ungewöhnliches, dass die politisch Verantwortlichen eine Studie in Auftrag geben, in der sie vor den Folgen einer neuen SARS-Pandemie gewarnt werden, ohne dass daraus irgendwelche praktischen Konsequenzen gezogen werden. So ist die in der RKI-Studie von 2013 empfohlene Vorratshaltung von „medizinisch elementaren Mitteln wie Schutzkleidung, Atemschutzmasken wie Beatmungsgeräten“ unterblieben, weil nach kapitalistischer Rechenart, die auch das Gesundheitswesen regiert, eine solche Vorratshaltung großen Ausmaßes nichts anderes als „totes Kapital“ darstellt, das weder staatliche Stellen noch die Träger von Krankenhäusern und Pflegeheimen, noch dazu für einen nicht zu bestimmenden Zeitraum, aufbringen wollten.
  2. Von Atemschutzmasken für die Bevölkerung war ohnehin nie die Rede, und das wieder aus einem einfachen marktwirtschaftlichen Grund: Im Unterschied zu Schutzmitteln für die medizinische Versorgung, die kontinuierlich nachgefragt werden, gibt es in den herrschenden Verhältnissen gar kein geschäftliches Interesse, das sich von der Produktion solcher Volks-Masken etwas versprechen könnte. Denn die Nachfrage gibt’s erst im Krisenfall, und der ist bekanntlich nicht vorhersehbar, also findet keine Investition in die Produktion solcher Masken statt. Diese sind deshalb, werden sie massenhaft gebraucht, auf dem Markt nicht zu haben. Und in China, das solche Masken aufgrund anderer gesundheitspolitischen Abwägungen in großen Stückzahlen produziert, erst mal auch nicht, weil das Land aufgrund der eigenen Betroffenheit von der „Corona-Krise“ besagte Volks-Masken dringend selbst benötigt.
  3. Es ist ebenfalls nichts Ungewöhnliches, Weiterlesen #WirBleibenZuhause

Faschismus ohne Konturen

von Bernhard Romeike

Der US-amerikanische Professor der Philosophie Jason Stanley gilt als Faschismus-Experte. Als solcher wurde er jüngst von der Berliner Zeitung zum Corona-Ausnahmezustand in den USA befragt. Er meint, Donald Trump benutze die Krise dazu, „seine ultranationalistische Ideologie anzufüttern“. Sodann erklärt Stanley, Trump interessiere nur die Inszenierung. „Bei der ersten Pressekonferenz zum Virus hat er mit 40 Offiziellen auf der Bühne gestanden, die alle nur ihn angeschaut haben. Das war vollkommen faschistisch.“

Wie bitte? Es ist „vollkommen faschistisch“, wenn einer auf der Bühne steht, und alle schauen ihn oder sie an? Dann wären Angela Merkel oder Markus Söder ebenfalls Faschisten, wenn sie vorn stehen und alle schauen sie an? Ist dann jede Hamlet-Aufführung, bei der die Zuschauer auf die Bühne schauen, statt auf ihr Handy oder ihre Fingernägel, eine faschistische Veranstaltung?

Es breitet sich bereits seit geraumer Zeit ein Drang aus, der inzwischen offenbar nicht nur sensationsgierige Publizisten, sondern auch Philosophieprofessoren erfasst hat, alles und jeden, das, die oder den man für reaktionär, autoritär oder politisch nicht korrekt hält, kurzerhand zum Faschisten zu erklären. Dabei wird der real existiert habende Faschismus Weiterlesen Faschismus ohne Konturen