Profiteure der Krise

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Hochkonjunktur: Niedriglöhner in den USA verdingen sich für »Amazon-Prime«-Kunden (New York, 17.3.2020)

Lohnabhängige leiden unter den Folgen der Coronaviruspandemie. Obdachlosenunterkünfte schließen, Tafeln machen dicht, Unternehmen schmeißen Beschäftigte raus. Großkonzerne und Hochvermögende erfreuen sich in der Krise hingegen der besonderen Fürsorge der Regierungen.

Die Bundesregierung hat »unbegrenzte Kredite« für Konzerne garantiert. In den USA beschenken Notenbank und Regierung die Wall Street bislang mit bis zu sechs Billionen Dollar. Mit den Worten des US-Investors Warren Buffett: »Gelegenheiten kommen unregelmäßig. Wenn es gerade Gold regnet, stell einen Eimer vor die Tür und keinen Fingerhut.«

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Amazon ist vielleicht der größte Profiteur der Krise. Der Onlinehandel boomt, weil Geschäfte und Restaurants geschlossen haben. Wie Spiegel online am Montag berichtete, kaufen beim Biosupermarkt Whole Foods in der US-Hauptstadt Washington üblicherweise die ein, die es sich leisten können: »Überwiegend weiße Mittelschichtamerikaner mit guten Jobs, die fürs Ökogemüse bereitwillig ein paar Dollar mehr hinlegen. Doch in diesen Tagen sind in der Whole-Foods-Filiale im Stadtteil Capitol Hill auffallend viele junge Afroamerikaner unterwegs. Das Handy in der einen Hand packen sie mit der anderen Rote Bete, Sojamilch oder Lavendelshampoo in ein halbes Dutzend Tüten, die sich im Einkaufswagen stapeln. Sie kaufen ein, aber nicht für den eigenen Haushalt – sondern im Auftrag der Prime-Mitglieder von Amazon.« Von den erwartbaren Bankrotten zahlreicher Kleinhändler dürfte der Onlineriese profitieren und seine Marktmacht weiter ausbauen.

Oligarchen nutzen die Gunst der Stunde – auch in der Bundesrepublik. Knorr-Bremse-Firmenpatriarch Heinz Hermann Thiele weiß seine Schäfchen ins trockene zu bringen. Mit etwas mehr als zehn Prozent der Anteile ist Thiele im März zum größten Aktionär der Lufthansa aufgestiegen. Die Börsenkurse von Fluggesellschaften befanden sich bereits im freien Fall. Es dürfte sich um ein Schnäppchen gehandelt haben. Rund 450 Millionen Euro soll sein Engagement gekostet haben. Die Lufthansa wird dank der helfenden Hand der Regierung nicht pleitegehen und ist durch staatliche Regularien vor Übernahmen aus dem Ausland geschützt. Buffett weiß: »Kurzfristig ist der Markt ein Schönheitswettbewerb, langfristig ist er eine Waage.«

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