Internationale Hilfen für Italien gegen Coronavirus

Italien zählt weltweit die meisten Toten durch Corona. Mittlerweile erhält das Land Unterstützung – unter anderem von Ärzten aus Kuba, China und Russland. Deutschland beteiligt sich mit medizinischer Ausrüstung.

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus erhält Italien internationale Unterstützung. Mehrere Länder haben ihre Hilfe angekündigt, erste Maßnahmen sind bereits angelaufen. In den Wochen zuvor hatte Italien die übrigen EU-Länder wegen mangelnder Hilfen kritisiert.

Kubanische Mediziner in der Lombardei

Zuletzt kam Hilfe aus Kuba: Seit dem Wochenende sind 52 kubanische Mediziner in der stark betroffenen norditalienischen Region Lombardei im Einsatz, um das dortige medizinische Personal zu entlasten. Kubanische Ärzte und Pfleger arbeiten derzeit im Auftrag ihrer Regierung in gut 60 Ländern, wo sie teils dringend benötigte Beiträge zur Gesundheitsversorgung leisten. Die Entsendung von Ärzten und Pflegepersonal ins Ausland ist die wichtigste Einnahmequelle des Karibikstaates, aber auch ein Mittel der Diplomatie für den sozialistischen Staat. 2014 hatte Kuba viel Lob für den Einsatz im Kampf gegen Ebola in Afrika erhalten.

Experten aus Russland

Auch Russland sendet medizinische Ausrüstung und Personal nach Italien. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte dem italienischen Regierungschef Giuseppe Conte bei einem Telefonat am Samstag Hilfe versprochen. Am Sonntag starteten daraufhin die ersten von neun Flugzeugen nach Italien, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Inzwischen sind sie auf einem Militärflughafen in der Nähe von Rom gelandet.

Zusätzlich würden führende Spezialisten des Verteidigungsministeriums auf dem Gebiet der Virologie und Epidemiologie bereitstehen, hieß es. Die Experten hätten internationale Erfahrung im Kampf gegen Epidemien und seien mit moderner Ausrüstung zur Diagnose und Desinfektion ausgestattet. Russland selbst hat bisher nach offiziellen Angaben mit 367 Infizierten vergleichsweise wenige Coronavirus-Fälle.

China sendet Ärzte, Deutschland Beatmungsgeräte

Nachdem sich die Ausbreitung des Virus in China verlangsamt hat, unterstützt das Land Europa. Bereits vergangene Woche hatte China 300 Ärzte nach Italien entsendet. Am Mittwoch waren die Mediziner in Italien eingetroffen.

Deutschland beteiligt sich ebenfalls an den Hilfen. Bundesaußenminister Heiko Maas sagte im ZDF-Morgenmagazin, die Bundesregierung habe am Sonntag eine Maschine mit sieben Tonnen Hilfsgütern nach Italien geschickt, insbesondere mit 300 Beatmungsgeräten. Das solle „die wirklich dramatische Situation in der Lombardei“ verbessern. Vorher hatte Deutschland bereits Schutzausrüstung geliefert.

Viele Tote in Italien

Italien verzeichnet die weltweit höchste Zahl von Toten durch das Coronavirus. Laut Zahlen der Johns Hopkins University sind 5476 Italiener an Corona gestorben. Mehr als 59.000 Menschen haben sich bisher infiziert.

Hoffnung in Italien? – Erstmals sinkende Zahlen
Jörg Seisselberg, ARD Rom 
23.03.2020 07:38 Uhr

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