Internationale Hilfen für Italien gegen Coronavirus

Italien zählt weltweit die meisten Toten durch Corona. Mittlerweile erhält das Land Unterstützung – unter anderem von Ärzten aus Kuba, China und Russland. Deutschland beteiligt sich mit medizinischer Ausrüstung.

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus erhält Italien internationale Unterstützung. Mehrere Länder haben ihre Hilfe angekündigt, erste Maßnahmen sind bereits angelaufen. In den Wochen zuvor hatte Italien die übrigen EU-Länder wegen mangelnder Hilfen kritisiert.

Kubanische Mediziner in der Lombardei

Zuletzt kam Hilfe aus Kuba: Seit dem Weiterlesen Internationale Hilfen für Italien gegen Coronavirus

Seehofers Versagen Holt sie aus der Hölle!

Auch rund um das offizielle und völlig überfüllte Camp Moria haben sich tausende von Flüchtlingen angesiedelt - so wie dieses Mädchen.Foto: Elias Marcoou/Reuters

In der Coronakrise ist die Evakuierung der Camps in Griechenland zwingender denn je. Die Bundesregierung aber lässt die Flüchtlinge allein. Ein Kommentar.

Hat sich Bundesinnenminister Horst Seehofer wirklich vom Saulus zum Paulus gewandelt? Im Spätsommer 2018 formulierte er im Zusammenhang mit den rassistischen Ausschreitungen in Chemnitz den fast unfassbaren Satz, wonach die „Migrationsfrage die Mutter aller politischen Probleme“ in Deutschland sei. 

Seehofer sagte damals nach der Tötung des Deutsch-Kubaners Daniel H. „Ich wäre, wenn ich nicht Minister wäre, als Staatsbürger auch auf die Straße gegangen.“ Er fügte einschränkend bloß hinzu, dass er „natürlich nicht gemeinsam mit Radikalen“ marschieren würde. Das war damals, wohlwollend gesagt, AfD-light-Politik. Die Politik war damals bereit, dem Druck der Straße nachzugeben. Jetzt, in der Coronakrise, macht sie erst recht die Schotten dicht.

Dennoch will Seehofer bei einer grundsätzlich auf Abwehr ausgerichteten Asylpolitik nun angeblich wenigstens eine Ausnahme machen: wenn es die Flüchtlinge auf den griechischen Inseln geht, vor allem um kranke Kinder und ihre Familien. Zehntausende Asylsuchende hausen in völlig überfüllten Elendslagern wie Moria auf Lesbos. In Zuständen schlimmer als in Dritt- oder Viertweltstaaten.

Bricht dort das Coronavirus aus, werden die Camps zur Todesfalle. Nach Einschätzung von Experten ist das eher eine Frage von Tagen als von Wochen. Das Virus wird auch vor Flüchtlingslagern nicht haltmachen, in deutschen Asylunterkünften ist es bereits angekommen.

Seinen Worten nach vermittelt Seehofer den Eindruck, Weiterlesen Seehofers Versagen Holt sie aus der Hölle!

Wuhan: „Kleine Änderungen im Alltag können viel bewirken“

zeit.de

Interview: Xifan Yang

Du Mingjun ist Psychotherapeutin in Wuhan, dem Ursprungsort der Coronavirus-Pandemie, und Gründerin der „Psychologischen Hotline Hubei“. Am 23. Januar wurde die chinesische Elfmillionenmetropole von der Außenwelt abgeriegelt. Seither nehmen Du und mehr als 200 Kollegen rund um die Uhr Anrufe von hilfsbedürftigen Menschen in Wuhan und in anderen abgeschotteten Orten der Provinz Hubei entgegen. Die Telefonseelsorge ist eine ehrenamtliche Privatinitiative. ZEIT ONLINE sprach mit Du am Telefon.

ZEIT ONLINE: Frau Du, wie erleben Sie die Stimmung in Wuhan nach zwei Monaten Abriegelung?

Du Mingjun: Es wird Frühling, die Temperaturen steigen, die Bäume blühen, ein Glück! Ich sitze heute im T-Shirt in meinem Wohnzimmer. Seit dem 18. März dürfen Bewohner von Wohnanlagen, die epidemiefrei sind, wieder innerhalb der eigenen Anlagen vor die Tür gehen. Unten in unserem Hof Weiterlesen Wuhan: „Kleine Änderungen im Alltag können viel bewirken“

Chronik des Versagens (IV): Tests

Die Weltgesundheitsorganisation fordert seit Wochen, die Bevölkerung auf das Coronavirus zu testen und Kranke zu isolieren. Doch die EU ignoriert diesen Rat. Die EU–Kommission hat eigene Richtlinien erlassen, jeder setzt sie anders um.

Sage niemand, er habe es nicht wissen können. Gegen die Pandemie helfen all die Ausgangs- und Kontaktsperren nur sehr begrenzt – wenn man nicht weiß, wer eigentlich krank ist und wo er sich aufhält. Das hat die WHO gerade noch einmal klargestellt.

“Worauf wir uns wirklich konzentrieren müssen ist, die Kranken mit Infektionen zu finden und sie zu isolieren”, sagte der WHO-Experte Mike Ryan in der BBC.

“Die Gefahr mit den Ausgangsbeschränkungen ist: Wenn wir keine starken Gesundheitsmaßnahmen beschließen, droht sich der Virus wieder zu verbreiten, wenn die Bewegungseinschränkungen wieder aufgehoben werden.”

WHO

Doch die Empfehlung wird in Brüssel ignoriert. Die EU–Kommission hat eigene Leitlinien zur “Test-Strategie” herausgegeben, die den Forderungen der WHO widersprechen.

Laut EU soll vor allem in Krankenhäusern getestet werden – und auch dort nur Patienten mit ernsten Atemwegsbeschwerden. Dass man Kranke suchen, finden und isolieren sollte, hat man in Brüssel wohl noch nie gehört.

Nun könnte man einwenden, dass es noch nicht genug Tests gibt, um die WHO-Empfehlungen umzusetzen. Richtig! Doch dann wäre es Aufgabe der EU und ihrer Mitglieder, dem abzuhelfen!

Warum legen wir kein EU-weites Testprogramm auf, bzw. erst einmal eine Strategie zur massenhaften Entwicklung und Verteilung von COVID-19-Tests?

Und warum werden die vorhandenen Tests nicht besser abgestimmt? Italien testet offenbar sogar seine Toten nachträglich auf das Virus, Deutschland nicht.

Das führt nicht nur zu verwirrenden Zahlen, sondern auch zu falschen Entscheidungen, soweit sie auf den Statistiken beruhen. Also womöglich zu noch mehr Toten.

Dass es anders geht, haben Länder wie Südkorea bewiesen. Dort wurde massenhaft getestet und schnell isoliert. Warum machen wir das in EUropa nicht?