Thüringen : Tausende demonstrieren gegen Bündnisse mit der AfD

In Erfurt haben sich tausende Menschen versammelt, um gegen politische Zusammenarbeit mit der AfD zu demonstrieren. Die Veranstalter sprachen von 18.000 Teilnehmenden.

Quelle: ZEIT ONLINE, AFP, dpa, khe

Thüringen: Das Motto der Demonstration:
Das Motto der Demonstration: „Nicht mit uns – kein Pakt mit Faschisten – niemals und nirgendwo“ © Jens Schlueter/​AFP/​Getty Images

Zehn Tage nach der Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum Thüringer Ministerpräsidenten mit den Stimmen der AfD haben in Erfurt tausende Menschen gegen Bündnisse mit der rechtspopulistischen Partei auf allen politischen Ebenen demonstriert. Nach Angaben der Organisatoren nahmen mehr als 18.000 Menschen teil, die Polizei sprach von 9.000.

Anzeige

Das Bündnis Unteilbar hatte bundesweit zur Teilnahme an der Demonstration unter dem Motto „Nicht mit uns – kein Pakt mit Faschisten – niemals und nirgendwo“ aufgerufen. Die Teilnehmenden setzten „ein deutliches Zeichen der offenen und solidarischen Gesellschaft“, so die Organisatoren. Die Wahl Kemmerichs sei ein politischer Tabubruch gewesen. Auf Plakaten, die Demonstrierenden hochhielten, war „Kein Platz für Nazis“ oder „1933 lässt grüßen“ zu lesen.

„Durch den Pakt mit der AfD haben CDU und FDP der extremen Rechten die Tür zur Macht einen Spalt breit geöffnet“, sagte eine Sprecherin von Unteilbar. Dank der nicht nachlassenden Proteste sei es „uns als Zivilgesellschaft gelungen, diese Tür krachend wieder zuzuschlagen“.

„Wenn wir es zulassen, wird die AfD morgen die Demokratie beseitigen“

Ausgrenzung, Hass und Hetze hätten, so DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell, noch nie zu einem besseren Leben für alle geführt. „Das ist die Lehre der Geschichte. Der sind wir verpflichtet.“

Reinhard Schramm von der Jüdischen Gemeinde mahnte, der gemeinsame Kampf der Demokraten gegen die rechte AfD dürfe nicht der Konkurrenz um die politische Führung Thüringens geopfert werden. „Die AfD relativiert heute offen den Nationalsozialismus.“ Sie propagiere Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Hass, so Schramm. „Damit ist die AfD mitschuldig an der Zunahme rechtsextremistischer Verbrechen.“ Die AfD werde die Demokratie beseitigen, „wenn wir es zulassen“ und die CDU und die FDP nicht verschonen, sagte Schramm.

Anzeige

Kemmerich war am 5. Februar mit den Stimmen der AfD gewählt worden. Angesichts massiven Drucks aus Berlin und bundesweiter Aufregung trat er nach drei Tagen zurück und ist seitdem lediglich geschäftsführend im Amt. Auf die Wahl folgten Debatten über das Verhältnis der CDU zur Linkspartei und zur AfD. Sowohl der Thüringer Landesvorsitzende Mike Mohring als auch die Bundesparteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer traten zurück. 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s