Nacht der Solidarität in Berlin Was das Zählen von Obdachlosen einen lehren kann

Obdachlose Menschen unter einer Brücke am Zoo in BerlinFoto: dpa/Paul Zinken

Wo würde man selbst in der Kälte übernachten? Was bedeuten die Pfandflaschen? Bei der Zählung von Obdachlosen verändert sich die Perspektive auf Berlin.

Und dann ein feuchter Trampelpfad, der schräg ins dunkle Nirgendwo zu führen scheint. Weiter oben endet unerwartet ein Zaun, und da hinten rechts unter Bäumen liegt ein Haufen, der wie Müll aussieht aber zugleich zu absichtlich wirkt und erst beim Näherkommen auch die Rückseite einer möglichen Behausung sein könnte.

„Hallo, ist jemand da?“ Auf der abgewandten Seite spreizt sich aus dem Haufen Plastik eine Plane, als Vorzelt mit Wäscheleinen abgespannt. Darunter ein weißer Plastiktisch und einige Bürodrehstühle. Keine Antwort. Keine Bewegung. Kein Licht. Und kein Rascheln. Der Eingang vertäut.

Hier stehen wir sechs freiwilligen Helfer der ersten Berliner Obdachlosenzählung im Dunkel und bewegen uns nicht, damit unsere blauen Plastikwesten mit dem Aufdruck „Nacht der Solidarität“ nicht so knistern und wir ein Geräusch hören können, das eventuell von einem bewegten Schlafsack unter diesen vielen Sorten Plastik herrührt. Aber es ist vollkommen unmöglich, irgendein Rascheln zu hören, weil das Tosen des Verkehrs von der unwirtlichen Schnellstraße jenseits der Böschung zu laut ist. Der Verkehr brüllt aus dieser Stadt namens Berlin heraus, die von hier aus gar nicht mehr zu sehen und in jeder Hinsicht ganz weit weg ist.

Würde man die Anwesenheit eines anderen Menschen einfach spüren? Weiterlesen Nacht der Solidarität in Berlin Was das Zählen von Obdachlosen einen lehren kann

Linksunten.Indymedia verboten

linuzifer (@Linuzifer)
1. BMI verbietet einen Verein, den es nicht gibt – und damit ein Medium, das dieser Verein betrieben hätte.
2. Betroffene wehren sich, weil sie kein Verein sind.
3. Klage abgewiesen, weil nur der Verein gegen sein Verbot klagen kann. spiegel.de/politik/deutsc…

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/indymedia-bundesgericht-bestaetigt-verbot-a-bc8d3966-d12e-40c1-8dff-e7d161913d0f-amp?d=1580325160%3Fsara_ecid%3Dapp_upd_903PVrz5TZlGJuLWLqJDVijRko558t%3Fsara_ecid%3Dsoci_upd_KsBF0AFjflf0DZCxpPYDCQgO1dEMph&__twitter_impression=true

Bundesverwaltungsgericht Internetportal „Linksunten.Indymedia“ bleibt verboten

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig

JENS SCHLUETER/EPA-EFE/REX

Die linksextreme Internetplattform „Linksunten.Indymedia“ bleibt verboten. Das hat das Bundesverwaltungsgericht am Abend in Leipzig bestätigt. Es wies Klagen des mutmaßlichen Betreiberteams gegen das Verbot ab (Az.: BVerwG 6 A 1.19 bis BVerwG 6 A 5.19).

„Linksunten.Indymedia“ sei eine Vereinigung gewesen, die sich 2008 zum Zweck gebildet habe, eine linke Gegenöffentlichkeit zu schaffen, sagte der Vorsitzende Richter des 6. Senats, Ingo Kraft, in der Urteilsbegründung. Ob alle Verbotsgründe, die das Bundesinnenministerium für das Verbot angeführt hatte, korrekt waren, überprüfte das Gericht allerdings nicht. Entscheidend dafür war, dass sich die Kläger nicht als Mitglieder des vermeintlichen Vereins bekannten. Zur Anfechtung eines solchen Verbots sei „regelmäßig nur die Vereinigung“ befugt, sagte Kraft.

Das Bundesinnenministerium Weiterlesen Linksunten.Indymedia verboten