„Erde“ – Natur, „Arbeiter“ – Mensch – Das Blättchen

Die Menschen finden sich in ein verhaßtes
Müssen, weit leichter als in eine schwere Wahl.
Friedrich Schiller, nach Volker Braun

„Adam Smith und andere Denker der so genannten Klassischen Nationalökonomie entdeckten die Existenz des Marktes und der Marktwirtschaft als natürliche Ordnung“, ist im Umfeld des „Ludwig von Mises Institute“ zu lesen. Schon der Nachfolger dieser Denker, Karl Marx, wusste, dass „die kapitalistische Produktion … nur die Technik und Kombination des gesellschaftlichen Produktionsprozesses (entwickelt), indem sie zugleich die Springquellen alles Reichtums untergräbt: die Erde und den Arbeiter.“ Das war scharfsinnig beobachtet. Man muss die Aussage allerdings als Tendenz, nicht als „Gesetz“ lesen. Denn der Kapitalismus ist ein lernfähiges System, das bisher jede Schwächung in Innovation verwandeln konnte. Ob weiterhin?
Was den „Arbeiter“ angeht, so ist – in Industriestaaten – dessen Ruin dank der politisch organisierten Arbeiterbewegung einigermaßen gestoppt, ja ins Gegenteil verkehrt: Institutionen wie Gewerkschaften, Sozialversicherungen, Tarifverträge, Mitbestimmung und eine staatliche Gesetzgebung führten zu steigender Lebenserwartung und höherem Lebensstandard der Menschen; der Anstieg der Massenkaufkraft Weiterlesen „Erde“ – Natur, „Arbeiter“ – Mensch – Das Blättchen

Die Weltwirtschaft in den 2020er Jahren

Angenommen, es käme weder zu gravierenden politischen Veränderungen in den wichtigsten Ländern noch zu schweren ökonomischen, militärischen oder natürlichen Erschütterungen: Wie würde sich die Weltwirtschaft in den 2020er Jahren entwickeln? Viele einflussreiche Organisationen stellen solche Berechnungen an, wohl wissend, wie unsicher sie sind. Die Ergebnisse des Handelns großer Menschengruppen und Institutionen mit widersprüchlichen Interessen und in komplexen Kräftekonstellationen sind schwer vorhersagbar. Aber Handlungsentscheidungen und Empfehlungen beruhen auch auf Status-Quo-Prognosen, also auf der Abwägung dessen, was passiert, wenn nichts passiert.
Ziemlich sichere Vorhersagen betreffen die Zunahme der Weltbevölkerung. Sie wird von heute 7,7 auf etwa 8,5 Milliarden im Jahr 2030 wachsen. Die meisten Menschen werden weiterhin in Asien leben und der Prozess der Verstädterung wird anhalten. Am schnellsten wird Afrika wachsen, von 1,3 auf etwa 1,7 Milliarden Bewohner. Die afrikanische Bevölkerung wird sich extrem verjüngen, ohne dass ausreichend neue Beschäftigungsmöglichkeiten entstehen und das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf angemessen wachsen könnte. Afrika wird zum sozialen Pulverfass mit erheblicher Arbeitslosigkeit und Emigrationsbereitschaft vor allem der Jugendlichen, was entsprechende Auswirkungen auch auf Europa mit seiner zurückgehenden Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter haben wird.
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