„Wer noch nie 560 Millionen Euro Steuergeld verschwendet hat, der werfe den ersten Stein“ – ein Kommentar von Andreas Scheuer (CSU)

Ja, ich muss zugeben, das alles mit der Maut und der im Rückblick vielleicht etwas voreiligen Vergabe an die Betreiberfirmen kann auf den ersten Blick ein wenig ungünstig wirken. Auf der anderen Seite muss man aber auch sagen: Hat nicht jeder von uns irgendwann in seinem Leben mal 560 Millionen Euro Steuergeld verzockt?
Klar: Hinterher kann es ja jeder besser wissen. Aber vorher, da wusste es eben nur fast jeder besser. Meine Berater. Die Gutachter. Die Opposition. Juristen. Aber ich eben nicht. Und ich war halt zufällig Verkehrsminister und habe so entschieden.
Ich kenne das Leben. Man hat große Pläne, ist voller Träume, trägt großartige Schals, setzt viele Millionen Euro aufs Spiel. Das ist nur menschlich. Erinnern Sie sich an Ihre Jugend. Wie viele hundert Millionen Euro haben Sie verprasst? Man kann sich natürlich darüber aufregen. Aber man kann auch gelassen lächeln und wissen: Es war eine geile Zeit.
Zugegeben: Man hätte für die 560 Millionen Euro, die die Mautbetreiberfirmen jetzt Schadenersatz vom Staat verlangen, Schulen sanieren können, Armut bekämpfen, Obdachlosigkeit verhindern, aber man sollte auch bedenken, dass Firmen wie Kapsch oder Eventim das Geld ja auch sehr gut gebrauchen können. Das stärkt die Wirtschaft. Und gerade kurz vor Weihnachten sollte doch auch der Gedanke „Geben ist seliger denn Nehmen“ im Vordergrund stehen. 
Ein weiser Mann, der sich ganz ähnlich wie ich einst völlig unfairen Beschuldigungen ausgesetzt sah, sagte einmal: Wer noch nie 560 Millionen Euro Steuergeld verschwendet hat, der werfe den ersten Stein. Ich bin mir sicher: Wäre er noch am Leben, er wäre verdammt stolz auf mich. 
560 Millionen Euro… Seien wir ehrlich: Das ist noch nicht mal viel Geld. Kaum mehr als ein halbes Milliärdchen. Das sind ja nicht mal 10 Euro pro Bürger vom Säugling bis zum Greis. Und einen Zehner wird ja wohl jeder für so ein kleines Malheur übrighaben. 
Ich komme aus der CSU. In Bayern gehören Vetternwirtschaft und Steuerverschwendung quasi zur Folklore. Überlegen Sie sich gut, ob Sie mir daraus jetzt einen Strick drehen möchten.
Zum Schluss bleibt mir nur noch zu sagen, dass ich eine sehr gute Arbeit mache. Das hat die Bundeskanzlerin neulich erst wieder bestätigt mit den eindrucksvollen Worten: „Andi Scheuer macht eine sehr gute Arbeit.“ Und der Andi Scheuer; das bin ich. Dafür stehe ich mit meinem Namen: Andi Scheuer.
ssi, dan; Foto: dpa 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s