Labour, Corbyn und das »Vakuum der Lösungen«

Alles Brexit? Der unbeliebte Kandidat? Das Programm zu radikal? Labour ringt um Erklärungen für die schwere Niederlage – und viele Linke auch hierzulande ringen mit. Ein OXI-Überblick.

Jeremy Corbyn hat seinen Abgang angekündigt, schon Anfang des Jahres soll es eine Neuwahl zur Labour-Spitze geben. Der bisherige Oppositionschef kommt damit nicht zuletzt dem Drängen vieler Parteifreunde und sympathisierender Beobachter nach. Zuvor hatte Corbyn von einem nun beginnenden Reflexionsprozess gesprochen, der hat längst begonnen und das nicht nur jenseits des Kanals. 

Wie und mit welchem Schwerpunkt dabei auf das Ergebnis geblickt wird, hängt auch vom Standort ab, von dem man aus guckt. Während zum Beispiel die britische Linke angesichts der Zahlen von einer »erschütternden und historischen Niederlage« spricht, sieht mancher in der Bundesrepublik nur eine »Scheinverzwergung«, weil auch frühere Labourergebnisse zahlenmäßig nicht viel besser gewesen seien. Vor allem aber: Weil auch Corbyn einen Stimmenanteil holte, »von dem Sozialdemokratien anderswo nicht mal mehr träumen«. 

Generelle Absagen an linke Programmatiken

Das ist so richtig, wie es unter dem Strich aber nichts an der Niederlage ändert, so wenig übrigens, wie der Hinweis auf das wirklich fragwürdige Wahlsystem, das nun aber einmal die Regeln für diese Wahlen stellte. Richtig ist aber auch, jetzt denen kritisch ins Wort zu fallen, die aus dem Wahlergebnis nun frohlockend generelle Absagen an linke Programmatiken Weiterlesen Labour, Corbyn und das »Vakuum der Lösungen«