REALITÄTSSCHOCK Sascha Lobo

Zehn Lehren aus der Gegenwart

1. Auflage 2019

© 2019, Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln, ISBN 978-3-462-05322-7

EINLEITUNG
1 KLIMA

KLIMAKOLLAPS, PLASTIKPANIK, VEGANE VISIONEN
Wie wir plötzlich bemerken, dass unser Lebensstil Folgen hat

2 MIGRATION

MASSENWANDERUNGEN

Warum Migration heute ein höchst digitales Phänomen ist

3 INTEGRATION

… ABER DIESE FREMDEN SIND NICHT VON HIER
Die großen Missverständnisse, Bosheiten und Absurditäten zur Integration

4 RECHTSRUCK

DER KURZE WEG NACH RECHTS

Wie der fahle Glanz des Autoritären Demokratien zerrüttet

5 CHINA

DIE CHINESISCHE WELTMASCHINE

Wie Chinas Gegenwart auch unsere Zukunft verändert

6 KÜNSTLICHE INTELLIGENZ

WIR NANNTEN ES ARBEIT

Wie Künstliche Intelligenz und Plattformen verändern, was wir unter Arbeit verstehen

7 GESUNDHEIT

DIGITALE KÖRPERLICHKEIT

Update im Erbkrankheiten-Report – wie unser zweiter Körper entsteht

8 SOZIALE MEDIEN

FUN UND EIN STAHLBAD

Shitstorms, Cybermobbing und Fake News – von den dunklen Aspekten der sozialen Medien

9 WIRTSCHAFT

EMOTIONAL ECONOMY – DREI GEFÜHLE VERÄNDERN DIE WIRTSCHAFT
Wie der Plattform-Kapitalismus den Homo emotionalis hervorbringt

10 ZUKUNFT

DIE WEISHEIT DER JUGEND

Warum die Älteren von den Jungen lernen müssen, um den Realitätsschock zu bewältigen

EINLEITUNG
REALITÄTSSCHOCK?

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Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik

Das Seminarprogramm der Sommerschule 2019 der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik und die vollständigen Folien der dort gehaltenen Vorträge sind zu finden unter  https://www.alternative-wirtschaftspolitik.de/de/article/10656289.sommerschule-2019-material.html

Das Fanal von Halle: Der neue, alte Antisemitismus

von Christian Bangel

Mit den Morden von Halle hat der Judenhass in Deutschland ein neues Fanal gesetzt. Nun kann man hoffen, dass die Tat Wirkung zeigt, dass sie so etwas wie eine Selbstüberprüfung der gesellschaftlichen Mitte auslöst. Doch bisher deutet wenig darauf hin. Stattdessen machte nach den Verbrechen erneut das sedierende Wort vom Einzeltäter die Runde, suchte der Innenminister nach Gründen für die Taten in der Gamingszene.

Doch so viel ist sicher: Stephan B. ist ein Rechtsextremer, und dass er wahrscheinlich allein handelte, darf nicht verschleiern, dass er Erzählungen benutzte, die auch von Rechtspopulisten in Talkshows vorgetragen werden.

Kurz bevor der Mörder sich aufmachte, seine widerwärtigen Phantasien in die Tat umzusetzen, wandte er sich in einem Video an eine globale Blase von Neonazis, Rechtsextremisten und Antisemiten und sagte etwas, das so dumm und hasserfüllt wie bedeutend ist. Er leugnete in dem kurzen Video erst den Holocaust, dann sprach er vom Feminismus, der der Grund für niedrige Geburtenraten im Westen sei, was wiederum zu Massenimmigration führe. Und erklärte, dass „der Jude“ der Grund für all das sei.

Zu wem genau sprach er da? Das Video zeigt, dass B., der zum Teil auf Englisch spricht, offenbar einerseits einer weltweiten, in Foren organisierten Community von Rechtsextremen imponieren wollte. Leuten, die sich in einem Kampf gegen den Islam und die Juden sehen und deren Helden rassistische Mörder wie Breivik und die Täter von Charlottesville und Christchurch sind. Beunruhigend genug. Doch da ist noch mehr. B. Weiterlesen Das Fanal von Halle: Der neue, alte Antisemitismus

Altersarmut lässt sich so nicht bekämpfen kann

Kompromiss zur Grundrente Butterwegge: „Altersarmut lässt sich so nicht bekämpfen“

Der Kölner Soziologe und Armutsforscher Christoph Butterwegge hat den Kompromiss zur Grundrente als reine Symbolpolitik und „Trippelschrittchen“ kritisiert. Damit könnten Menschen, die jahrzehntelang gearbeitet hätten, im Alter kein Leben in Würde führen, sagte Butterwegge im Dlf.

Christoph Butterwegge im Gespräch mit Dirk Müller

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek

Der Soziologe und Armutsforscher Christoph Butterwegge (picture alliance/ dpa/  Frank May)

„Es ist ein Armutszeugnis für die Große Koalition“, sagte Politikwissenschaftler und Armutsforscher Christoph Butterwegge im Dlf (picture alliance/ dpa/ Frank May)
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Dirk Müller: Der Kompromiss ist jetzt da, nach monatelangem Streit, Ringen und politischen Verbalattacken, ein Kompromiss bei der Grundrente, eine Mindestrente, eine Minimumrente für diejenigen, die ein Leben lang gearbeitet haben und dennoch mit ihrer Altersversorgung zum Teil jedenfalls unter der Sozialhilfe liegen. Es gibt künftig eine Einkommensprüfung dazu und dann wird anschließend entschieden. Bis zu eineinhalb Millionen Rentner sollen davon profitieren.

Der Kompromiss bei der Grundrente, wir haben die Details gerade gehört. Dazu nun unser Gespräch mit dem Kölner Armutsforscher Professor Christoph Butterwegge, der zuvor für die Linkspartei als Kandidat bei der Bundespräsidentenwahl einmal angetreten war. Guten Morgen!

Christoph Butterwegge: Guten Morgen, Herr Müller.

Müller: Herr Butterwegge, wird Deutschland jetzt gerechter?

Butterwegge: Es ist ein Trippelschrittchen, mehr nicht, im Grunde reine Symbolpolitik. Man tut zwar Weiterlesen Altersarmut lässt sich so nicht bekämpfen kann