Revolutionen fänden immer dann statt, „wenn die oben nicht mehr können und die unten nicht mehr wollen“

Klimaforscher Mojib Latif in Karlsruhe: „Ich bin gescheitert“

 Mojib Latif redet nicht lange um den heißen Brei herum. „Ich bin gescheitert“, gibt Deutschlands wohl bekanntester Klimaforscher vom Kieler Zentrum für Ozeanforschung ungewöhnlich kleinlaut zu. (Archivbild)
 Mojib Latif redet nicht lange um den heißen Brei herum. „Ich bin gescheitert“, gibt Deutschlands wohl bekanntester Klimaforscher vom Kieler Zentrum für Ozeanforschung ungewöhnlich kleinlaut zu. (Archivbild) | Foto: Christina Sabrowsky/dpa

Mojib Latif redet nicht lange um den heißen Brei herum. „Ich bin gescheitert“, gibt Deutschlands wohl bekanntester Klimaforscher vom Kieler Zentrum für Ozeanforschung ungewöhnlich kleinlaut zu. Seit 30 Jahren versuche er, die Politik wie die Gesellschaft mit der Dramatik des Klimawandels und den Folgen der Erderwärmung vertraut zu machen, doch noch immer werde er von den Menschen beinahe ungläubig gefragt, ob es wirklich so schlimm sei.

Entsprechend bitter fällt sein persönliches Fazit aus: „Ich kann nicht überzeugen“, da könne er noch hundert Jahre reden. „Wir sind als Gesellschaft unfähig, aus dem Wissen, das wir seit Jahrzehnten haben, die richtigen Schlüsse zu ziehen“, sagt der 65-Jährige am Mittwoch auf dem Kongress zum Thema „Klimawandel, Kommunikation und Gesellschaft“ am Karlsruher KIT.

Klimapaket bringt für’s Klima „überhaupt nichts“

Zwei Tage lang beschäftigten sich Experten aus dem In- und Ausland auf dem Campus Süd mit der Frage, wie es der Wissenschaft gelingen kann, den gesellschaftlichen Wandel zu befördern und den Klimaschutz ernst zu nehmen. Latif, bekannt aus Funk und Fernsehen, ist dabei skeptisch. „Wir Menschen denken immer kurzfristig, nicht langfristig.“

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