Herbert Grönemeyer : Gib mir mein Hetz zurück

Herbert Grönemeyer
Herbert Grönemeyer © Christian Augustin/Getty Images

Der Einzelne und die Masse, seine überkippende Stimme und ihr Jubel. Beim gemeinsamen Crescendo von Volk und Führungsgestalt wird Deutschland sensibel. Faschismus erkennt es an der Tonlage. All die Jahrzehnte mit Guido Knopp, all die Hitler-Reden im Deutschunterricht, die Satireshows mit „Wollt ihr den totalen …“ haben Wirkung gezeigt. Wer brüllt, verrät sich selbst.

Deshalb ist Unbehagen eine wenig überraschende Reaktion, wenn ausgerechnet der Chefdiplomat des Landes Heiko Maas (SPD) bei Twitter ein Video empfiehlt, in dem infernalisch Politisches ins Halbdunkel einer Halle voller johlender Menschen geschrien wird. Gemessen an der Ähnlichkeit der Szene zum kollektiv Erinnerten entbehren Rammstein-Konzerte jeder zwingenden Analogie. Die Naziassoziation musste sich die AfD nicht ausdenken, sie liegt in jedem Hinterkopf.

Dass sich der Schreiende, Deutschlands vielleicht bekanntester männlicher Popstar Herbert Grönemeyer, Weiterlesen Herbert Grönemeyer : Gib mir mein Hetz zurück

Edward Snowden im Dlf-Interview Was wäre die Gesellschaft ohne Whistleblower?

2013 ging Edward Snowden mit geheimen Dokumenten an die Öffentlichkeit, die eine massenhafte Überwachung durch US-amerikanische Geheimdienste enthüllte. Im Dlf kritisierte er, dass es für Quellen investigativer Recherche immer schwieriger werde. Sein Leben im Exil zeige, welche Konsequenzen die Entscheidung mit sich bringe.

Edward Snowden im Gespräch mit Stefan Fries und Stefan Koldehoff

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Edward Snowden blickt im halbdunkel und im Halbprofil stehend links am Betrachter vorbei. (S. Fischer Verlage)

Der Whistleblower Edward Snowden (S. Fischer Verlage)
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„Ich weiß nicht, wie ihr euer Audio aufnehmt, aber da ist noch eine Session – es ist also noch jemand in diesem Chat-Raum.“ So starten Stefan Koldehoff und Stefan Fries das Interview mit Whistleblower Edward Snowden: Die Dlf-Redakteure haben sich über ein Video-Konferenz-Tool mit Snowden verabredet. Eigentlich sollte dieser Chatraum niemandem bekannt sein. Für den Notfall wurde ein zusätzlicher Laptop aufgebaut – ist das der dritte Teilnehmer neben dem ehemaligen Geheimdienst-Mitarbeiter und den Redakteuren? Oder wer ist da noch? Und wo ist die Grenze zwischen Vorsicht und Verfolgungswahn? Zur Sicherheit startet der Deutschlandfunk eine neue Verbindung – nur Snowden und die beiden Dlf-Journalisten.

Der Whistleblower Edward Snowden im Interview mit dem Deutschlandfunk (Deutschlandradio/ Jens Becker)(Deutschlandradio/ Jens Becker)ENGLISH VERSION: Dlf-Interview with Edward Snowden – What would a society be without whistleblowers?
In 2013 whistleblower Edward Snowden leaked highly classified information from the National Security Agency (NSA). In conversation with the Dlf he criticised that life for whistleblowers is getting harder. There were very few people who would be willing to take the risks.

„Ich kann nicht darüber sprechen, mit wem ich in Kontakt bin oder nicht“

2013 ging Edward Snowden mit streng geheimen Dokumenten an die Öffentlichkeit, die eine massenhafte Überwachung durch unter anderem US-amerikanische Geheimdienste enthüllte. Seitdem ist viel Zeit vergangen, die Technik hat sich immens weiterentwickelt. Und damit auch die Möglichkeiten. „Ich kann natürlich nicht darüber sprechen, mit wem ich in Kontakt bin oder nicht. Das wäre natürlich auch sehr gefährlich für diejenigen Menschen und für ihre Karriere. Was ich aber schon sagen kann, ist, dass die Programme in einem konstanten Wandel sind. Man darf sich die Geheimdienste nicht so vorstellen… man muss sich vorstellen, dass sie ein Lagerhaus voller Geräte sind. Und wenn jemand dann sagt: Das Gerät funktioniert nicht mehr, okay. Das ist aber nicht relevant, denn sie sind eine Fabrik. Sie entwickeln immer neue Methoden der Überwachung und die werden immer effizienter“, sagt Snowden. Die Programme würden sich ändern, das Prinzip bliebe aber das gleiche: Es gebe bei jeder Kommunikation einen Absender und eine Zielperson.

Die englische Version als Audio finden Sie hier [AUDIO]

Die einfachste Möglichkeit sei es, Weiterlesen Edward Snowden im Dlf-Interview Was wäre die Gesellschaft ohne Whistleblower?

Pfeifen im Walde

Linke erklären die AfD gern zur Nazi-Partei. Abgesehen davon, dass dieselben Polit-Argumentierer vor wenigen Jahren noch konsequent gegen jeden NS-Vergleich zu Felde zogen – von wegen der „Singularität des Dritten Reiches“ und dergleichen –, ist diese Behauptung Unsinn. Ja, die AfD hat einen stark rechtslastigen „Flügel“ mit nicht zu ignorierenden auch personellen Schnittmengen zum Rechtsextremismus. Ja, die AfD bedient mit wachsender Intensität eine in Deutschland West wie Ost nie völlig verschwundene völkische und rassistische Grundsuppe. Seit vielen Jahren weisen Sozialforscher darauf hin, dass der Anteil der Deutschen, die antisemitische Vorurteile zumindest in Ansätzen hegen, bei gut einem Viertel liege. Dennoch ist die AfD nicht die Nachfolgerin der NSDAP. Auch wenn das manchen lieber wäre, dann wäre das Draufhauen leichter.
Aber man sollte die Partei nicht verharmlosen: weder von ihrer Programmatik noch von ihrem Personal und erst recht nicht von ihrem tatsächlichen Einfluss her. Bei den jeweils letzten Landtagswahlen kam sie in folgenden Bundesländern über die 10-Prozent-Marke (Angaben in Prozent, in Klammern der Platz im Parteienranking): Baden-Württemberg 15,1 (3), Bayern 10,4 (4), Berlin 14,5 (5), Brandenburg 23,5 (2), Hessen 13,1 (4), Mecklenburg-Vorpommern 20,8 (2), Rheinland-Pfalz 12,6 (3), Sachsen 27,5 (2), Sachsen-Anhalt 24,2 (2). In Thüringen wird sie wahrscheinlich am 27. Oktober mindestens 20 Prozent erreichen und zweit- oder drittstärkste Kraft im Landtag werden.
Was sagt das aus? Erstens Weiterlesen